Einheimische und Besuchende können sich in Bechhofen, Großenried und Königshofen an markanten Stellen im Ortsbild über deren historische Bedeutung informieren. Insgesamt zehn Stelen verweisen auf die vielfältige Geschichte.
Die Idee für diese Tafeln gab es schon längere Zeit: Im Rahmen des Leitbildverfahrens 2006/2007 gründete sich ein Arbeitskreis aus Bürgerinnen und Bürgern, der ein Beschilderungskonzept erarbeitete. Zunächst wurden markante Wegweiser umgesetzt, die seit acht Jahren die Richtung vorgeben. Sie tragen die Silhouette des Orts und sind an überdimensionalen Pinseln befestigt.
Von Beginn an sei klar gewesen, dass man zu den bedeutsamen Gebäuden im Gemeindegebiet nicht nur den Weg weisen will, sondern Gästen zudem Informationen bieten möchte, machen die Initiatoren deutlich. Parallel dazu plante der 2020 verstorbene Heimatpfleger Herbert Dommel einen Rundweg zum Gedächtnis an die jüdische Geschichte Bechhofens. Mit den nun installierten Stelen seien beide Projekte zusammengeführt worden, erklärte Bernd Kober als Kopf des Arbeitskreises.
Auf verschiedenen Stelen werde explizit auf die Geschichte der Bechhöfer Juden hingewiesen. Bei deren Friedhof und dem Standort der 1938 zerstörten Synagoge sei dies auf den ersten Blick ersichtlich. Beim ehemaligen Bahnhof erfahre man, dass die jüdischen Viehhändler ihre Tiere mit dem Zug nach Ansbach oder Nürnberg transportierten, hieß es.
An der Tafel im Bereich der katholischen Kirche wird auf die Thematik der Heimatvertriebenen eingegangen und auf das ehemalige Lager im Ortsteil Voggendorf hingewiesen.
Die Gestaltung der Informationsstelen übernahm Bernd Kober. Dabei habe er sich ästhetisch an die bestehende Ortsbeschilderung angelehnt, sagte Kober. Die Texte sowie historischen Fotografien auf den Tafeln seien von allen weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises beigesteuert worden. Dies waren: Heimatpflegerin Claudia Dommel, der verstorbene Herbert Dommel, Albrecht Flierl, Bernd Kober, Hans-Dieter Lechner, Ingrid Meierhöfer, Gerhard Rieß und Marianne Weinmann.
Die Verantwortlichen betonten, dass nicht nur die historische Dokumentation ihr Ziel gewesen sei, sondern auch touristische Aspekte: So fänden sich auf den Stelen Karten für Rundwege durch das Gemeindegebiet, die um Hinweise auf die heimische Gastronomie ergänzt worden seien. Um hier bei Veränderungen stets aktuell bleiben zu können, habe man die Stelen so konzipiert, dass einzelne Elemente ausgetauscht werden können. Zudem sei geplant, auf den Stelen QR-Codes anzubringen, über die noch weitere Informationen abgerufen werden können.
Die zehn Tafeln mit Ständer seien mit Mitteln der Marktgemeinde beschafft worden, wobei man eine Leader-Förderung erhalten habe, berichtete Bürgermeister Helmut Schnotz mit. Das Team des kommunalen Bauhofs hat die Stelen installiert. Zudem ist ein Faltplan erarbeitet worden, der die Besucherinnen und Besucher auf ihrem Rundweg durch Bechhofen leiten soll. Auf ihm befinden sich ebenfalls QR-Codes, die zu Videos, Bildergalerien und Audiodateien führen.
Die Faltpläne sind laut den Verantwortlichen am Beginn des Rundwegs in Bechhofen vor dem Deutschen Pinsel- und Bürstenmuseum und im Rathaus erhältlich.