Ehrwürdig alt sei es, aber kein bisschen greise – so feiert die Stadt Dinkelsbühl ihr Wörnitzstrandbad in einer Pressemitteilung. Die Freizeitattraktion im Umgriff der Altstadt begeht ihren 90. Geburtstag.
In der Erklärung werden die Stadtwerke als Betreiber gelobt: „Dass es so gut dasteht und es das Badevolk so liebt, ist nicht zuletzt der Verdienst des Betreibers.” Das Wörnitzstrandbad soll sich picobello präsentieren, heißt es in der Mitteilung: „Wir arbeiten permanent daran, es in Schuss zu halten und es in seiner doppelt wertvollen Bedeutung als örtliche und regionale Attraktion sowie als seltenes Flussbad-Denkmal behutsam zu modernisieren und noch attraktiver zu machen”, wird Andreas Karl in der Pressemitteilung zitiert, neben Steffen Fensterer einer der Chefs der Stadtwerke.
Für den Winter sei eine Entlandung des Flussbadebereichs geplant, das Bad habe neue Spielgeräte, der Zaun wurde erneuert und das neue Bewirtungskonzept komme prima an: Kiosk-Wirt Ryan Grady serviert Take-Away-Food, schwimmbadtypische Leckereien und Erfrischungen, nicht nur an die Besucherinnen und Besucher des Strandbads, sondern auch für die Gäste des öffentlich zugänglichen Biergartens. Möglicherweise wird der Kiosk sogar demnächst erweitert.
Das Jubiläum wird am Freitag, 31. Juli, gefeiert. Die Stadt gibt in der Mitteilung das Festprogramm dafür bekannt: Mit einem offiziellen Festakt wird auf die Geschichte des Bads zurückgeblickt. Die Ursprünge der Badestelle gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück – in der Zeit gab es lustige, kuriose, aber auch tragische Vorfälle. 1844 wurde das Bad von einem Bleichmann gegründet, der warme und kalte Bäder anbot.
Das Baden in freier Natur wurde zu dieser Zeit immer beliebter, aber, heute kaum noch vorstellbar, war es üblich, dass Frauen und Männer getrennt Erfrischung suchten. 1866 verstarb der Begründer und sein Sohn übernahm das Bleich- und Badegeschäft. In seiner Ära erfolgten entscheidende Ausbauten: Aus Holzstämmen wurden Kabinen und Bassins gefertigt und Schwimmunterricht etabliert. Im Oktober 1919 führte der Neffe Otto Karl Ruf den Betrieb der Badeanstalt fort.
Die Stadt kaufte die Anlage am Bleichweg 1936, seitdem trägt sie den Namen Wörnitzstrandbad. Dazu gehörten eine Grünfläche von einem Hektar. Diese bietet eine großzügige Liegefläche mitsamt Spielfeld, Turngeräten, Rundlauf, Kinder-Planschbecken, Rutschbahn und Sprunggerüst. Besonders markant waren damals schon die 40 Holzkabinen, die noch heute den speziellen Charme des Bades ausmachen.
1996 bekam das Bad eine denkmalgerechte Renovierung. Eine Dauerausstellung auf der Terrasse soll während der gesamten Saison an die Historie und die verschiedenen Bademeister erinnern, verrät Karl in der Pressemitteilung. Die Stadtwerke erwarten bis Ende Juli den 10.000. Besucher der aktuellen Saison. Für diesen soll es am Festakt dann eine Überraschung geben.
Am Abend ist eine Kinonacht im Strandbad geplant. Gezeigt wird der Kinder- und Familienfilm „Glennkill – Ein Schafskrimi” mit Hugh Jackman. Der Film ist freigegeben ab sechs Jahren. „Die Open-Air-Lichtspiele am Fluss erwiesen sich in der Vergangenheit stets als ein Publikumsmagnet”, heißt es in der Mitteilung. Die Veranstaltung sei mit den Kinobetreibern vor Ort abgestimmt.
Wegen der hohen Temperaturen hat das Wörnitzstrandbad bis einschließlich Sonntag verlängerte Öffnungszeiten von 10 bis 20 Uhr.