Bisher waren es nur abstrakte Planungen, doch nun wachsen die Türme der beiden Windräder zwischen dem Trautskirchner Ortsteil Hohenroth und dem Markt Erlbacher Ortsteil Linden bei Markt Erlbach schon sichtbar in den Himmel: Dort entstehen zwei Windräder.
Katrin Held, Geschäftsführerin von Naturenergie Zeilinger, erläutert den Stand der Dinge: „Eigentlich könnten fünf Anlagen errichtet werden, wir wollen aber zwei bauen”, sagt sie. Da klar war, dass die Rotoren sich auf alle Fälle nahe der Gemeindegrenze zwischen Markt Erlbach und Trautskirchen drehen werden, wurde schon vor der Festlegung der endgültigen Standorte mit den betroffenen Gemeinden vereinbart, dass es ein interkommunales Projekt werden soll. Damit ist sichergestellt, dass beide ihren Anteil bekommen, auch wenn die Anlagen am Schluss zufällig beide auf einer Gemarkung errichtet werden sollen. Tatsächlich steht aber jetzt je eins der Räder in Trautskirchen und eins in Markt Erlbach.
Das gleiche Prinzip – Missgunst erst gar keine Chance geben – setzt sich bei den Grundstückseignern und -eignerinnen fort: Dank des Zeilingerschen Flächenpachtmodells ist gewährleistet, dass nicht nur derjenige profitiert, auf dessen Grund das Windrad letztlich steht, sondern auch die umliegenden. Bis auf zwei hätten sich alle auf diese Regelung eingelassen, erzählt die Zeilinger-Geschäftsführerin.
Wenn sie sich drehen, soll Strom produziert werden, der für bis zu 6000 Haushalte reicht. Die Gesamthöhe der Anlage beträgt knapp 230 Meter. Die Türme werden momentan errichtet. Es handle sich um Hybrid-Türme, erläutert Zeilinger: unten aus Beton, oben aus Stahl. Der Termin für die Anlieferung der Windflügel steht bislang nicht fest. Das ist eine spektakuläre Geschichte, denn die langen Rotorblätter durch eine kurvige Ortsdurchfahrt zu transportieren, ist jedes Mal ein Spektakel, das ein großes Publikum anzieht.
Der Pferdefuß bei vielen laufenden Projekten ist die Suche nach einem Einspeisepunkt. Darum habe sich das Unternehmen frühzeitig gekümmert und einen Einspeisepunkt im neuen Umspannwerk in Buch bekommen, berichtet Held. Die Gegebenheiten dort seien günstig: Aus der Umgebung werde vor allem PV-Strom und kaum Strom aus Windrädern eingespeist, sodass das Netz noch nicht verstopft sei.
Anfang April sollen die Erdkabel dorthin verlegt werden. In zweieinhalb bis drei Wochen sei alles erledigt. Die Kabel würden eingepflügt und der Boden danach direkt gewalzt. „Manchmal ist schon am nächsten Tag beim Ausmessen die Trasse kaum noch zu erkennen”, berichtet die Geschäftsführerin des Projektieres und Betreibers.
Es soll, wie in der Region üblich, eine Anlage werden, an der sich die Bürger und Bürgerinnen beteiligen können. Derzeit wird der Beteiligungsprospekt erstellt, wofür strenge Regulierungen gelten. Wer in Markt Erlbach oder Trautskirchen wohnt, hat ein Vorkaufsrecht. Danach wird der Radius sukzessive erweitert. Doch es gibt jetzt schon viele Interessensbekundungen, sodass Held nicht davon ausgeht, dass Leute Eigentum an den Windrädern bekommen, vor deren Haustüre es nicht auch steht. Geplant sind Informationsveranstaltungen in Trautskirchen, Linden und Markt Erlbach.