Im Herrieder Ortsteil Seebronn – in direkter Nachbarschaft zum Ansbacher Stadtgebiet – ist die großzügige Erweiterung eines Recyclingbetriebes geplant. Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung hat sich der Bauausschuss des Ansbacher Stadtrates jetzt mit den möglichen negativen Auswirkungen auf die südlichen Stadtteile beschäftigt.
„Der Stadtrat Herrieden hat in seiner Sitzung am 5. Februar 2025 die Änderung und Erweiterung des Vor-habenbezogenen Bebauungsplanes ,Bioenergie Seebronn’ beschlossen“, heißt es in der Bekanntmachung der frühzeitigen Beteiligung der Stadt Herrieden. Das Unternehmen, das sich der Nutzung regenerativer Energien und der Rohstoffgewinnung verschrieben hat, wächst seit Jahren.
Erweiterungen waren erforderlich, und die Firma hat sich dabei weit über den 2010 beschlossenen Bebauungsplan hinaus entwickelt. „Die bestehenden Festsetzungen stimmen nicht mehr mit dem genehmigten Bestand überein“, heißt es deutlich in der Bekanntmachung.
Die jetzt im neuen Bebauungsplan vorgesehene Erweiterung von 5,5 auf 11,4 Hektar kommt faktisch einer Verdoppelung gleich – was die Ansbacher Stadträte eine zusätzliche Belastung der südlichen Stadtteile durch Verkehr und Geruchsbelästigung durch die Biogas- und Kompostierungs-Anlagen befürchten lässt.
Man habe bereits 2010 bei der damals anstehenden Erweiterung die Bedenken der Stadt Ansbach vorgetragen, sagte Stadtentwicklerin Andra Heinlein jetzt um Bauausschuss. Man werde deshalb in der Stellungnahme ein Gutachten fordern, um den erwarteten zusätzlichen Verkehr zu ermitteln. Das Gleiche gelte auch für eine mögliche unzumutbare Geruchsbelästigung. Oberbürgermeister Thomas Deffner erklärte, es liege eine Unterschriftenliste aus Kurzendorf vor, auf der sich die Namen nahezu aller Anwohner fänden.
Es wurde deutlich, dass die verkehrliche Erschließung der Anlage nur über die südlichen Ansbacher Ortsteile erfolgen kann – und dort finden sich Engstellen, die schon heute kaum für den Schwerlastverkehr geeignet sind. „Wenn man sich die Engstellen in Kurzendorf oder Bernhardswinden anschaut, glaubt man nicht, dass die mit ihrem schweren Gerät da durchkommen, schon gar nicht im Begegnungsverkehr“, sagte SPD-Stadtrat Frank Reisner.
Sein CSU-Kollege Gerhard Sauerhammer fragte sich, welche Möglichkeiten man als Stadt Ansbach habe, wenn die Stadt Herrieden sich gegenüber den Ansbacher Bedenken taub stellt.
Man habe schon früher ein Verkehrsgutachten erstellt, sagte Baureferent Jochen Büschl, „und wir erwarten, dass es erneut zu einem Gutachten kommt“. Das Gutachten werde man dann genau prüfen. Es handele sich nicht um eine Anlage, die auf nachwachsende Rohstoffe vor Ort basiere, sondern auf ein größeres Einzugsgebiet angewiesen sei. Berücksichtige Herrieden die Ansbacher Einwände nicht, könne ein „Abwägungsmangel“ vorliegen, und Ansbach könne den Klageweg beschreiten.
Das Unternehmen mache „wichtige Dinge“, betonte Grünen-Stadtrat Oliver Rühl. „Aber ich erwarte, dass sich das Landratsamt als Genehmigungsbehörde genau anschaut, ob die Auflagen eingehalten werden können.“
„Wir dürfen uns nicht täuschen, dass das ein leichter Gang wird“, sagte CSU-Stadtrat und Ex-Verwaltungsrichter Otto Schaudig. Die Geltendmachung allgemeiner Missstände werde gegenüber dem Herrieder Vorhaben nicht reichen. Er regte an, auch das gesetzliche Rücksichtnahmegebot für Kommunen in die Stellungnahme aufzunehmen.
Der Ausschuss beschloss einstimmig, dass die Ansbacher Forderungen und Bedenken in die Stellungnahme aufgenommen werden. OB Deffner kündigte außerdem an, in einem Schreiben an den Landrat die Anregungen aus dem Rat zum Ausdruck zu bringen.