Warum ein Fürther Jungprofi dem FSV Ipsheim nach Jahren Geld einbringt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.11.2024 14:00

Warum ein Fürther Jungprofi dem FSV Ipsheim nach Jahren Geld einbringt

Der ehemalige Fürther Trainer Alexander Zorniger verschaffte Denis Pfaffenrot (rechts) die ersten Einsätze in der zweiten Liga. Hier beim Spiel in Braunschweig. (Foto: Melanie Zink)
Der ehemalige Fürther Trainer Alexander Zorniger verschaffte Denis Pfaffenrot (rechts) die ersten Einsätze in der zweiten Liga. Hier beim Spiel in Braunschweig. (Foto: Melanie Zink)
Der ehemalige Fürther Trainer Alexander Zorniger verschaffte Denis Pfaffenrot (rechts) die ersten Einsätze in der zweiten Liga. Hier beim Spiel in Braunschweig. (Foto: Melanie Zink)

Es ist schon etliche Jahre her, dass Denis Pfaffenrot für den FSV Ipsheim Fußball gespielt hat. Der Dietersheimer schaffte es zum Profi und dafür bekam der FSV als Ausbildungsverein nun Geld.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat im Rahmen der Ausbildungshonorierung in diesem Jahr 116 Klubs, darunter 25 Vereine aus Bayern, unterhalb der 3. Liga, mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro gefördert. „Damit würdigt die DFL den erstmaligen Einsatz von 67 Lizenzspielern in der Bundesliga und zweiten Bundesliga in der Saison 2023/24, die bei diesen Vereinen ausgebildet worden sind“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Beträge sind gestaffelt. Klubs, die an der Ausbildung der Vertragsspieler zwischen deren sechsten und elften Geburtstag beteiligt waren, erhalten 5250 Euro pro Spielzeit. Klubs, bei denen die Spieler in der Zeit vom zwölften bis maximal 21. Geburtstag aktiv waren, bekommen 6750 Euro pro Saison.

Kassier freut sich über 4000 Euro

Im Falle von Pfaffenrot landeten gut 4000 Euro auf dem Konto der Ipsheimer, berichtet FSV-Kassier Michael Krygier. Der Verein, dessen erste Mannschaft in einer Spielgemeinschaft mit Ickelheim in der B-Klasse aktiv ist, hat sogar die Karriere eines Nationalspielers befördert. Niklas Stark (aktuell bei Werder Bremen) stammt aus Ipsheim und hat als Kind beim FSV gekickt. Bis zum Nationalspieler ist es für Pfaffenrot noch ein weiter Weg. Der 19-Jährige wechselte 2016 von Ipsheim zur SpVgg Greuther Fürth, durchlief die Jugendteams und bekam einen bis 2026 laufenden Vertrag.

Zorniger nannte ihn „Speedy”

Pfaffenrot glänzte im U19-Bundesligateam mit etlichen Toren und Torvorlagen und spielte sich damit ins Blickfeld von Zweitligacoach Alexander Zorniger, der den Offensivspieler „Speedy“ nannte, viel lobte und immer mal wieder für kurze Zeit einwechselte.

Im Juli 2023 spielte Pfaffenrot für die Fürther beim 5:2-Testspielsieg vor 1500 Zuschauern über den Regionalligisten SpVgg Ansbach in Burgoberbach. Ein Tor gelang ihm damals nicht. In der U17-Bayernliga hatte er den nullneunern mal einen Doppelpack verpasst, darunter war eine direkt verwandelte Ecke.

Sein Zweitligadebüt erlebte Pfaffenrot im Januar beim Gastspiel der Fürther beim SC Paderborn. Vier weitere Zweitligaeinsätze (in Karlsruhe, Rostock, Düsseldorf und gegen Braunschweig) folgten. Der längste dauerte eine Viertelstunde.

Erster Einsatz gegen Karlsruhe

In der aktuellen Zweitligasaison musste Pfaffenrot lange auf sein Debüt warten. Unter dem neuen Trainer Jan Siewert war es am 13. Spieltag so weit. Gegen den Karlsruher SC (2:3) ersetzte Pfaffenrot in den letzten 20 Minuten Roberto Massimo.

Die Konkurrenz in der Offensivabteilung des Kleeblatts, das mit dem Wechsel der sportlichen Führung im Herbst turbulente Wochen erlebte, ist groß. Im Regionalligateam der Fürther kam Pfaffenrot heuer auf zehn Einsätze, schoss gegen Aschaffenburg ein Tor.

Jugendtrainer damals war Michael Kuhr

In der Zeit beim FSV Ipsheim war Michael Kuhr sein Trainer. Als Kind lernte Pfaffenrot, der 2005 in Neustadt zur Welt kam, nicht nur das Abc des Spiels kennen, sondern auch wichtige Gefährten. „Zwei meiner besten Freude, Ben-Luis Kuhr und Lukas Kopp, habe ich damals getroffen“, berichtet Pfaffenrot, „wir haben die Gegner ganz schön auseinandergenommen.” Beide kicken heute noch, wenn auch nicht so weit oben. Für Landesligaeinsätze beim SVG Steinachgrund kann der FSV Ipsheim keine Nachzahlung erwarten.

Zeichen der Wertschätzung

„Ein großartiges Zeichen der Wertschätzung für die Ausbildung in den Amateurklubs“, sei das Ausbildungshonorar, so BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau. Dass die DFL die Fördersätze zur aktuellen Spielzeit nochmals um 25 Prozent erhöht habe, unterstreiche die erstklassige Arbeit an der Basis.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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