Wer bekommt von Landrat Dr. Christian von Dobschütz höchstpersönlich schon das größte Lob? Die Liste dieser Menschen dürfte ziemlich kurz sein. Darauf zu finden ist jedoch Alexandra Goeß-Schmitt aus Uffenheim. Beim Neujahrsempfang der Stadt hatte sie die musikalische Umrahmung übernommen. Aber wer ist diese Sängerin?
Norah Jones' „Sunrise”, „Dance with somebody” von Whitney Houston oder „The best” von Tina Turner: Beim Uffenheimer Neujahrsempfang Mitte Januar hatte Alexandra Goeß-Schmitt so einige Klassiker dargeboten. „Was für eine tolle Stimme”, hatte da der Landrat gelobt. Für die 37-Jährige war das der erste große Auftritt in der neuen Heimat – seit 2023 wohnt die Unterfränkin in Uffenheim. Doch ihre musikalische Vorerfahrung ist riesig. Ob Auftritte in vollen Bierzelten oder ein Fernsehgastspiel mit dem britischen Singer-Songwriter Jamie Cullum: Alexandra Goeß-Schmitt hat schon so manchen musikalischen Höhepunkt in ihrem Leben erfahren dürfen.
„Ich war von klein auf von der Musik fasziniert”, erzählt die Neu-Uffenheimerin. „Ich habe als Kind schon gesungen.” Dann folgte der klassische Werdegang: Flöte zum Einstieg, mit 13 Jahren dann Gesangsunterricht. Über das Music-College in Regensburg kam Goeß-Schmitt zum Jazzgesang-Studium an der Hochschule für Musik in Würzburg. Sie hat hauptberuflich Chöre geleitet, alle Altersstufen und Zusammensetzungen, und ging mit Bands auf große Tourneen. Durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Coverbands. Hochzeitsbands.
Der größte Moment für sie war aber der Auftritt beim Radiopreis 2013 in Hamburg. Als Würzburger Vertreterin durfte sie dort im Background-Chor mit Jamie Cullum auf der Bühne stehen. „Das war wirklich einmalig.” Live im Fernsehen, im NDR, wie ein Beweisvideo belegt.
Gemeinsam mit ihrem heutigen Mann hat sie schon auf der Erlanger Bergkirchweih und dem Forchheimer Annafest gesungen. Auf dem Cannstätter Wasen (sozusagen die Stuttgarter Wiesn) absolvierte sie einmal sogar täglich Auftritte. Anstrengend, oder? „Man kommt an seine Grenze und schaut, wie belastbar man ist”, sagt Alexandra Goeß-Schmitt. Ein Rockstar-Leben also? Die Uffenheimerin lacht: „Ganz und gar nicht.” Während die Bandkollegen auf der Aftershow-Party ihr Leben genießen, geht die Sängerin ins Hotelzimmer. „Ich muss am nächsten Tag ja wieder fit sein.” Eine angeschlagene Stimme kann sich eine Berufsmusikerin nicht leisten.
Doch mit dem ersten Kind ist ihr Leben ruhiger geworden. Sie singt noch auf Hochzeiten. Ansonsten hat sie das Metier gewechselt und ist jetzt in der Franziskus-Schule in Bad Windsheim tätig. Doch Musik spielt noch immer eine große Rolle in ihrem Leben. „Über die Musik habe ich auch meinen Mann kennengelernt.” Als Vertretung hatte sie in seiner Band gesungen. Zwei Jahre standen sie gemeinsam auf der Bühne. Erst dann hat es gefunkt. Heute führen sie ein glückliches Leben, bauen gerade ihr erstes eigenes Haus in Uffenheim und haben zwei Söhne.
Der Kleinere hat das musikalische Gen der Mama geerbt. Ein Schlagzeug steht in seinem Zimmer, ein Klavier, eine Soundanlage und Lichter. „Er wird Entertainer”, ist Vater Sebastian Schmitt überzeugt. Denn schon jetzt hat Liam seine Mutter bei so manchem Auftritt auf der Bühne als Duopartner unterstützt. „Er macht da ohne Scheu mit, animiert die Leute und imitiert auch schon die Gesten von Alexandra.” Ein geborener Musik-Star eben.
Über die Kinder und die Musik – die perfekte Kombination – ist die 37-Jährige zu ihrer neuen Passion gekommen. Bei ihren Jungs in der Kita hat sie ein Projekt zur frühkindlichen Musikerziehung veranstaltet. „Ich fand es richtig schön im Kindergarten.” Und so absolvierte sie eine Ausbildung zur Erzieherin. Musik und Pädagogik, genau ihr Ding. Heute lehrt sie an der Bad Windsheimer Franziskus-Schule als heilpädagogische Unterrichtshilfe – nicht nur Musikunterricht, aber Töne und Gesang spielen weiterhin eine Rolle.
Mit ihrem Beruf hat sie sich einen großen Wunsch erfüllt und ist sehr zufrieden: „Ob ich etwas anderes machen will? Nein, das will ich nicht. Ich wollte schon immer an die Schule, darf die Musik einbringen. Jackpot.” Aber einen Traum hat sie da noch: die berufsbegleitende Ausbildung zur Musiktherapeutin. Durch Musik Menschen zu berühren, ihnen zu helfen und Gutes zu tun: Das ist für Alexandra Goeß-Schmitt auch der Antrieb, weiterhin als Sängerin aktiv zu sein, nebenberuflich. In ihrer freien Zeit kümmert sie sich ansonsten um ihr Pferd und ist begeisterte Handarbeitskünstlerin, wie der bunte Wollhaufen im Wohnzimmer beweist.
Nun hofft Alexandra Goeß-Schmitt, sich als Sängerin auch im Uffenheimer Raum zu etablieren. Der Neujahrsempfang der Stadt war da ein guter Anfang. Mit ihrer „tollen Stimme” (Zitat Landrat) wird sie im Landkreis sicherlich noch von sich hören machen.