Was braucht es, damit Spitzengastronomie in Deutschland eine nachhaltige Zukunft hat? Diese Frage hat beim „Kulinarik-Salon” im Deutschen Bundestag in Berlin eine ganze Reihe an Menschen aus Politik und Gastronomie beschäftigt. Mittendrin: Christian Mittermeier.
Der Rothenburger Gastronom, Hotelier und Spitzenkoch hat die Veranstaltung federführend organisiert. Der 59-Jährige gehört seit dem Jahr 2000 zu den Jeunes Restaurateurs Deutschland (JRE), davon neun Jahre im Vorstand, und ist aktuell Sprecher der Membres d´Honneur, also Ehrenmitglieder. Den Jeunes Restaurateurs gehören national und international bekannte und angesehene Spitzenköchinnen und -köche aus deutschen Gastronomiebetrieben an.
Sie haben gemeinsam mit der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) zum zweiten Kulinarik-Salon im Deutschen Bundestag eingeladen. Mehr als 60 Parlamentarier sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Fraktionen, Ausschüssen und verschiedenen Bundesministerien folgten der Einladung, ist in einer Pressemitteilung zu lesen. Unter anderem dabei waren die Abgeordnete Martina Englhardt-Kopf (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft), der Abgeordnete Alexander Hoffmann (Vorsitzender der CSU-Landesgruppe), die Abgeordnete Claudia Moll (SPD) und zeitweise auch Alois Rainer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat. Seine Anwesenheit „unterstrich die politische Relevanz der Veranstaltung und sendete ein klares Signal: Die Spitzengastronomie rückt zunehmend in den Fokus bundespolitischer Aufmerksamkeit”.
Das Ziel der Veranstaltung: „Aufzeigen, welchen Beitrag Spitzengastronomie für Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft leistet – und warum es politische Unterstützung braucht.”
In sieben Gesprächsrunden gaben Mitglieder der Jeunes Restaurateurs Impulse zu den aktuellen Themen der Spitzengastronomie. Dabei wurden Bereiche wie qualifizierte Ausbildung, Regionalität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bis hin zu Gleichstellung, Diversität und Inklusion behandelt. Die Politikerinnen und Politiker wechselten wie bei einem Speed-Dating die Tische, „um in zehn Minuten langen Slots zu jedem Thema einen kurzen Vortrag der Köchinnen und Köche zu hören und in direkten Austausch zu treten”. Einer der Impulsgeber war Christian Mittermeier.
Die Forderungen, die an diesem Abend diskutiert wurden: Es brauche „endlich verlässliche politische Initiativen, um Ernährungsbildung in den Schulalltag zu integrieren – damit junge Menschen frühzeitig ein Bewusstsein für Qualität, Herkunft und Lebensmittel entwickeln”. Inklusion müsse „mehr sein als ein gesellschaftliches Ideal”. Damit inklusive Gastronomiebetriebe überlebensfähig bleiben können, brauche es „passgenaue Fördermodelle, weniger Bürokratie und gezielte Beratung”.
Auch das Thema Gleichstellung sei klar adressiert worden: „Weibliche Führungspersönlichkeiten in der Gastronomie brauchen mehr Sichtbarkeit, gezielte Unterstützung und eine Branche, in der Chancengleichheit selbstverständlich ist”. Auch ein dauerhaft einheitlicher Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen wurde gefordert.
Mittermeier hat eine klare Haltung zu den Inhalten, die diskutiert wurden: „Der Austausch mit der Bundespolitik ist wertvoll und bewirkt, dass die Bedeutung von Spitzengastronomie für die Gesellschaft umfassend dargestellt werden kann.” Sein persönliches Thema an diesem Abend war Diversität. Dazu sagt er: „Gerade jetzt ist es mir wichtig, für eine offene Gesellschaft einzutreten. In meinem Vortrag habe ich aufgezeigt, dass echte Gastfreundschaft unvereinbar mit Ausgrenzung ist. Diversität ist in der Spitzengastronomie keine Parole, sondern seit jeher gelebte Normalität. Bei uns zählt der Mensch, nicht seine Herkunft oder wen er liebt. Vielleicht ist genau diese Form von Offenheit das, was unsere Gesellschaft im Moment am dringendsten braucht.”
Der Kulinarik-Salon zeige, dass Spitzengastronomie weit mehr sei als Genuss. Sie übernehme Verantwortung und mische sich ein, wenn es um „unser gesellschaftliches Miteinander” geht. Für ihn ist klar: „Dass an diesem Abend über 60 Abgeordnete und ein Bundesminister dabei waren, zeigt: Spitzengastronomie wird gehört – und sie wird gebraucht.” Der Termin für den nächsten Kulinarik-Salon steht schon fest, weil das Format so erfolgreich ist: in ziemlich genau einem Jahr, am 3. November 2026.