Viel Wind um Bürgerwindparks in Leutershausen und Buch am Wald | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.10.2024 10:19

Viel Wind um Bürgerwindparks in Leutershausen und Buch am Wald

Mehrere Windräder in Form von Bürgerwindparks sollen im Landkreis Ansbach entstehen. (Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa)
Mehrere Windräder in Form von Bürgerwindparks sollen im Landkreis Ansbach entstehen. (Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa)
Mehrere Windräder in Form von Bürgerwindparks sollen im Landkreis Ansbach entstehen. (Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa)

Windkraft ist neben Solarenergie die meistgenutzte Möglichkeit für die Gewinnung erneuerbarer Energie. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Um das zu erreichen, sind die Kommunen in der Pflicht. Nun wurde über geplante Windparks in Leutershausen und Buch am Wald (Landkreis Ansbach) informiert.

Über drei Stunden dauerte die Infoveranstaltung. Die Erklärungen zu den Planungen kamen von vier Personen: von Bürgermeister Markus Liebich, von Gerald Ulrich, dem Klima- und Umweltschutzmanager der Stadt Leutershausen, von Erich Maurer, Windkümmerer der Energieagentur Nordbayern und Projektberater, sowie von Dr. Rainer Fugmann vom Regionalen Planungsverband der Regierung von Mittelfranken für den Bereich Windenergie.

Sie standen den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürgern in der alten Turnhalle Rede und Antwort. Bereits vor einem Jahr hatte eine Infoveranstaltung zu dem Thema stattgefunden, bei der jedoch weniger Besucher anwesend waren, so Liebich.

Infraschall, Abstände und Schattenwürfe

Das Interesse diesmal war groß und die kontroversen Fragen waren zahlreich. Besonders die gesundheitliche Belastung durch den Infraschall, den Carbonabrieb oder Schattenwürfe der hohen Windräder machten den Anwesenden Sorgen. Diese versuchten die Fachleute den Menschen durch genaue Erklärungen zu nehmen.

So sagte Dr. Fugmann, Studien hätten bewiesen, dass Infraschall durch den Wind relativiert werde. Außerdem sei beispielsweise die höchste Infraschallbelastung nachweislich im Auto zu finden. Bei den Planungen werde auf genügend Abstand zu den Wohngebieten geachtet und es würden höhere Standards gesetzt als gesetzlich vorgegeben.

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Auch die Schattenwürfe können die Kommunen selbst beeinflussen, da sie bei Bürgerwindparks mitbestimmen können, betonte Windkümmerer Maurer. Das war im Grunde auch die Quintessenz des Abends. Eine Mitentscheidung, wie die Windparks in Leutershausen aussehen werden, könne nur im Rahmen von Bürgerparks passieren und auch nur, wenn die erforderlichen Ziele, 9000 Hektar in Westmittelfranken für Windräder auszuweisen, bis 2027 erreicht werden.

Ist dies nicht der Fall, greift die staatliche Privilegierung und die Kommunen verlieren jegliches Mitspracherecht. Denn ob die Windkraft kommt, sei nicht die Frage, dies sei bereits gesetzlich festgelegt, so Fugmann.

Planungsverband wählt geeignete Gebiete aus

Seit Oktober 2022 ist der Regionale Planungsverband mit den Planungen für Westmittelfranken beschäftigt. Insgesamt wurden 294 Potenzialgebiete anhand zahlreicher Kriterien betrachtet. Viele davon kommen aufgrund militärischer oder anderer Gründe nicht in Frage. Deshalb sei es wichtig, dass die Gemeinden zusammenarbeiteten und Flächen woanders ausglichen, um das geforderte Gesamtziel von 1,2 Prozent der Fläche im Landkreis Ansbach für Windkraft auszuweisen, so Fugmann.

In Leutershausen kommen drei Flächen in Frage: WK 207 Hinterholz Süd West, WK 63 und WK 206 Buch am Wald Ost. Erstgenannte ist derzeit noch ein Vorbehaltsgebiet in der Planung, soll jedoch auf Wunsch der Stadt zum Vorranggebiet umgewandelt werden. WK 63 soll in Kooperation mit Ansbach und Herrieden entstehen, liegt jedoch auf Eis aufgrund militärischer Belange.

Suche nach einem Projektentwickler

Für WK 206 wurde die Kooperationsvereinbarung mit der Gemeinde Buch am Wald bereits geschlossen. Die Kommunen sind nun mit einem langen Kriterienkatalog auf der Suche nach einem Projektentwickler, bevor es in die nächsten Planungsschritte geht.

Windkümmerer Erich Maurer erklärte, dass eine Bürgerbeteiligung am Windpark sich bei einer GmbH & Co. KG ab etwa 5000 Euro lohne und beim Flächenpachtmodell allen Grundstücksbesitzern in Potenzialgebieten gestaffelt Pachteinnahmen zustünden.

Alle Bedenken und Sorgen konnte der Abend den Anwesenden nicht nehmen; an Informationen fehlte es jedoch keinesfalls und es wurde deutlich: Möchten die Bürgerinnen und Bürger bei Windrädern vor der eigenen Haustür mitbestimmen, bleiben nur Bürgerwindparks als Option.


Von Christine Özbek
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