Verleihung des FLZ-Theaterpreises: Léonie Thelen wurde ausgezeichnet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.03.2026 07:00

Verleihung des FLZ-Theaterpreises: Léonie Thelen wurde ausgezeichnet

Die Preisträgerin Léonie Thelen zusammen mit den FLZ-Verlegern Harald W. Wiedfeld (links) und Guido W. Mehl (Mitte) sowie dem Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer:  (Foto: Martina Kramer)
Die Preisträgerin Léonie Thelen zusammen mit den FLZ-Verlegern Harald W. Wiedfeld (links) und Guido W. Mehl (Mitte) sowie dem Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer: (Foto: Martina Kramer)
Die Preisträgerin Léonie Thelen zusammen mit den FLZ-Verlegern Harald W. Wiedfeld (links) und Guido W. Mehl (Mitte) sowie dem Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer: (Foto: Martina Kramer)

„Für mich seid ihr alle Gewinner“, sagte Landestheater-Intendantin Jasmin Meindl bei der Verleihung des 53. FLZ-Theaterpreises am Donnerstagabend. Dennoch ging die Auszeichnung an eine einzelne Person: an die Münchner Schauspielerin Léonie Thelen.

Dass die Ausgezeichnete an diesem Abend vor Ort sein konnte, war bis zuletzt nicht sicher. Nach einer Vorstellung des Stückes „Oskar und die Dame in Rosa“ war sie vor Kurzem zusammengebrochen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Arterie ihres Herzens war plötzlich verstopft und bedurfte eines Stents, wie Léonie Thelen bei der Preisverleihung erklärte.

Nun geht es ihr wieder besser, sie soll aber weiter kürzertreten, weshalb das Landestheater eine Pause einlegen muss. Denn Thelen spielt nicht nur das Solo „Oskar und die Dame in Rosa“, sondern auch eine wichtige Rolle in „Die Erbschaft“. Umso glücklicher war die Schauspielerin, die vor einem Monat ihren 70. Geburtstag feierte, über diese Auszeichnung, die sie aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer und den beiden FLZ-Verlegern Guido W. Mehl und Harald W. Wiedfeld entgegennahm.

Oberbürgermeister: „Wichtig, immer zu diesem Theater zu stehen“

Den FLZ-Theaterpreis hat vor gut einem halben Jahrhundert Rainer Mehl, der Vater von Guido W. Mehl, ins Leben gerufen. „Eine tolle Würdigung“ nannte Jasmin Meindl diese Vergabe. Es sei ein Zeichen, wie stark das Theater in Dinkelsbühl verankert sei, sagte Oberbürgermeister Christoph Hammer. „Für uns ist es wichtig, immer zu diesem Theater zu stehen“, führte er weiter aus. Und er versicherte: „Im kulturellen Bereich wird auch in Zukunft nicht gekürzt.“

Das gelte für das Theater ebenso wie für die Musikschulen, die Kinderzeche und die Kulturvereine Dinkelsbühls. „Wir wissen, dass die Stadt von diesem kulturellen Angebot profitiert.“

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Seit einem halben Jahr steht das Landestheater unter einer neuen Intendanz. Für die Inszenierungen gab es bislang viel Lob, und dies besonders für Léonie Thelen. Zwar gehört sie nicht zum festen Ensemble, sie ist aber für die beiden genannten Stücke prägend und in weiteren Produktionen zu sehen.

Lob der Jury: „Absolute Glaubwürdigkeit und Präsenz”

Warum sich die achtköpfige Jury einstimmig für Thelen entschieden hat, übermittelte Oberbürgermeister Hammer durch eine Reihe von Zitaten. Rebecca Schiepek, die Vorsitzende des Theater- und Kulturrings der Stadt Dinkelsbühl, meinte demnach: „Sie ließ mich in der vergangenen Saison nicht nur tiefe Einblicke in die Emotionsspektren ihrer Rollen gewinnen. Sie zeigte in ihren Bühnenmomenten auf, wie viel Kraft daraus entstehen kann, wenn man sich ganz dem Augenblick hingibt.“

Diese Ausdrucksstärke ihres Spiels wurde auch an anderer Stelle gelobt. So erklärte FLZ-Chefredakteurin Gudrun Bayer: „Die Intensität der Figur – und damit auch der schauspielerischen Leistung – hat mich weggespült.“

Hans Unger, der Vorsitzende der Theatergemeinde Dinkelsbühl, formulierte: „Der Theaterpreis geht in diesem Jahr mit Léonie Thelen an eine Schauspielerin, die bei all ihren Auftritten durch absolute Glaubwürdigkeit und Präsenz überzeugt. Sie verkörpert ihre Rollen mit Spielfreude, Wandlungsfähigkeit und Tiefgang und fesselt das Publikum.“

FLZ-Kulturredakteur Thomas Wirth war beeindruckt von der schauspielerischen Bandbreite: „Wie sie ihrer Figur nicht nur Stärke, Machtbewusstsein und Würde mitgab, sondern auch Wärme, Zärtlichkeit und im Verfall etwas Unverstelltes, etwas Kindliches – das rührte mich zutiefst an.“ Und wird es hoffentlich bald wieder tun.


Von MARTINA KRAMER
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