Wann immer es gerade um Windrad- oder Solar-Projekte im Landkreis geht, steht eine Frage im Zentrum: Wie kommt der Strom in die überlasteten Netze? Im zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans tut sich jetzt doch auch im Landkreis etwas.
Zwischen Großkrotzenburg, Standort eines Kohlekraftwerks südlich von Hanau am Main, und Raitersaich, einem Ortsteil Roßtals im Landkreis Fürth, wird dazu eine Höchstspannungstrasse ausgebaut, die auch durch den Landkreis führt.
Das Vorhaben dient zum einen dazu, Strom aus Hessen nach Bayern zu bringen. Ausdrücklich geht es aber auch darum, dass höhere Kapazitäten für die Einspeisung erneuerbarer Energien geschaffen werden, wie es im Netzentwicklungsplan heißt.
Wesentlich dafür ist die Erweiterung des Umspannwerks in Wallmersbach (Stadt Uffenheim) durch zusätzlich vier 380/110-kV-Transformatoren. Ein erstes Gespräch der Stadt mit der N-Ergie als Eigentümerin des Umspannwerks hatte Ende Juni stattgefunden.
„Die Stadt befürwortet das“, äußerte sich Hermann Schuch – der damals die Stadt als amtierender Bürgermeister vertrat – gegenüber der Presse. Es seien weitere Windräder geplant, auch in Uffenheim. Dazu komme die Privilegierung von PV-Anlagen in einem Streifen von je 200 Metern Breite neben der Autobahn. „Es ist wichtig für uns in der Region, dass die Möglichkeit besteht, den Strom ins Netz einzuspeisen.“
Es ist nicht das einzige Projekt aus dem Landkreis, das erstmals im zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans auftaucht. Auch zur anderen Höchstspannungsleitung im Landkreis soll durch sogenannte Netzkuppler im Umspannwerk Markt Bibart die Verbindung deutlich verbessert werden. „Sie sind notwendig, um die zunehmenden Strommengen aus Erneuerbaren, die im Netzgebiet zeitweise den Strombedarf bereits deutlich übersteigen, abtransportieren zu können“, erläutert Michael Enderlein als Pressesprecher der N-Ergie.
Der Ausbau in Markt Bibart ist als punktuelle Maßnahme im Entwurf aber lediglich aufgeführt und nicht näher beschrieben.
Anders in Wallmersbach. Denn der Übertragungsnetzbetreiber Tennet will laut dem Planentwurf außerdem sein Netz zwischen Großkrotzenburg und Raitersaich verstärken, in dem er eine 220-Kilovolt (kV)-Leitung durch eine 380-kV-Doppelleitung ersetzt. Dabei orientiere man sich an der jetzigen Trasse. Im einzelnen kann es aber auch zu Abweichungen kommen, zum Beispiel „um Abstände zu Siedlungen zu erhöhen, Naturräume zu entlasten“ oder „Bündelungen mit linienförmiger Infrastruktur umzusetzen“. ⋌⋌