Niemand aus der neuen Fraktion Freie Wähler Leutershausen (FWL) wird sich um den Posten des zweiten oder dritten Bürgermeisters bewerben. Das haben Thomas Härpfer, Matthias Wachmeier und Rainer Heidingsfelder am Rande der Stadtratsklausur auf dem Hesselberg erklärt.
Die drei Stadträte wollen mit dem Verzicht auf Kandidaturen deutlich machen, dass es ihnen bei ihrer Abspaltung von der bisherigen Fraktionsgemeinschaft mit der CSU ausschließlich darum gehe, künftig unabhängig Sachpolitik machen zu können, und nicht um Postenschachern. Zuvor war in Stadtratskreisen, aber auch unter politisch interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Vermutung laut geworden, Thomas Härpfer verspreche sich von dem FWL-Alleingang bessere Chancen auf ein Amt als Bürgermeister-Stellvertreter.
Das war kein Taktieren.”
„Das war nicht die große Intention, das war kein Taktieren”, betonte Härpfer, bislang dritter Bürgermeister, am Sonntag gegenüber der FLZ. Um das klar zum Ausdruck zu bringen, hätten er und seine beiden Mitstreiter in der Klausurtagung mitgeteilt, sich nicht zu bewerben – obwohl man sich gute Chancen ausgerechnet habe. „Wir wollen niemandem im Weg stehen und streben eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen an”, so das Trio.
Härpfer betonte: „Es liegt uns fern, jemanden in Misskredit zu bringen.” Deshalb verzichte man bewusst darauf, Personen zu nennen. Auch der CSU wolle man „nichts Negatives”. Vielmehr wolle man auch mit dem bisherigen Fraktionspartner weiterhin konstruktiv kooperieren. „Unser Ansatz ist reine Sachpolitik, unabhängig von einer Partei.”
Die Atmosphäre in der Stadtratsklausur, zu der sich die Mitglieder des neu gewählten Gremiums trafen, schilderte Härpfer als „ganz normal” und „sehr konstruktiv”. Matthias Wachmeier ergänzte, der neuen Fraktion sei ein guter Start für den neuen Stadtrat wichtig. Ziel sei es, so die drei Stadträte übereinstimmend, die Diskussion über die Trennung und deren Hintergründe zu „befrieden”.