Trotz 4:1-Sieg: Mühsamer Pokalauftritt der SpVgg Ansbach beim krassen Außenseiter | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.07.2025 17:16

Trotz 4:1-Sieg: Mühsamer Pokalauftritt der SpVgg Ansbach beim krassen Außenseiter

Gegen die vielbeinige Abwehr von Münchsmünster hatte die SpVgg Ansbach (am Ball Nico Hayer, vorne Björn Angermeier) einen schweren Stand. (Foto: Thomas Dähnert)
Gegen die vielbeinige Abwehr von Münchsmünster hatte die SpVgg Ansbach (am Ball Nico Hayer, vorne Björn Angermeier) einen schweren Stand. (Foto: Thomas Dähnert)
Gegen die vielbeinige Abwehr von Münchsmünster hatte die SpVgg Ansbach (am Ball Nico Hayer, vorne Björn Angermeier) einen schweren Stand. (Foto: Thomas Dähnert)

Wie erwartet hat Fußball-Regionalligist SpVgg Ansbach die erste Hürde im BFV-Totopokal übersprungen. In der 1. Hauptrunde gelang ein 4:1-Sieg beim Kreisligisten TV Münchsmünster. Der Pokalauftritt der nullneuner geriet aber mühsamer als im Vorfeld gedacht.

Die SpVgg Ansbach, auch als die „Grün-Weißen” bekannt, zog schon vor dem Anpfiff von Schiedsrichter Felix Brandstätter (München) im Westerfeld-Stadion die Blicke auf sich: Erstmals in der Vereinsgeschichte spielte sie in pinkfarbenen Trikots – offiziell die „Auswärtsausweichtrikots”.

Lukas Schmidt erzielt die ersten beiden Tore

Ansbach ging das Pokalmatch seriös an, wollte dem vier Ligen tiefer spielenden Gastgeber, der im Vorfeld vom „Spiel des Lebens sprach”, schnell den Wind aus den Segeln nehmen. Dieses Konzept ging einigermaßen auf, die nullneuner zogen ein Powerplay auf und gingen nach 18 Spielminuten mit 1:0 in Führung. Nach Flanke von Riko Manz war Stürmer Lukas Schmidt zur Stelle und köpfte den Ball aus sechs Metern ins Tor.

Auch das 2:0 für Ansbach sechs Minuten später erzielte Schmidt. Er war Nutznießer einer Ballstaffette, bei der Patrick Kroiß den finalen Pass zu Schmidt gab, der dann aus wenigen Metern Torentfernung den Ball nur noch ins Netz einschieben musste. Wenig später verpasste Schmidt seinen möglichen Hattrick.

Es war in der 1. Halbzeit ein Spiel auf ein Tor. Münchsmünster kam nur einmal in den Strafraum des Regionalligisten und blieb auch dabei ungefährlich. Gästekeeper Heiko Schiefer war nur bei Rückpässen gefragt. Auf der anderen Seite tat sich die SpVgg Ansbach insgesamt aber schwer, die „schwarze Wand” effektiv auszumanövrieren – die „Klosterer” aus dem Fußballkreis Donau/Isar (wenngleich das Kloster nicht mehr existiert) hatten in der Abwehr Beton angerührt. Dennoch taten sich für die Ansbacher – insbesondere für Niklas Seefried – noch etliche Chancen auf, die ungenutzt blieben.

Der erste und einzige Schuss auf das Ansbacher Tor schlägt ein

Diese Leichtfertigkeiten sollten sich nach dem Wechsel rächen, denn in der 53. Minute gelang Münchsmünster mit dem ersten Schuss auf das Ansbacher Tor völlig überraschend der Anschlusstreffer. TV-Keeper Florian Bauer schlug den Ball weit nach vorne, der Ansbacher Abdennour Rhani verlor das Laufduell mit Enrico Reindl und der traf aus rund 20 Metern flach ins SpVgg-Tor zum 1:2. Der Underdog war wieder im Spiel.

Es war zwar weiterhin ein Spiel auf ein Tor – auf das der Gastgeber. Der Regionalligist, der in der Halbzeit viermal gewechselt hatte, machte aber den Fehler, die gegnerische Abwehr über die Mitte ausspielen zu wollen. Doch da war gegen die Fünfer-, teils auch Sechser-Abwehrkette, kaum kein Durchkommen, es fehlten die Ideen im Spielaufbau.

Just in dem Moment, als sich die Abwehr der Gastgeber doch einmal weiter nach vorne wagte, wurde sie prompt bestraft und die Ansbacher stellten den alten 2-Tore-Abstand wieder her: In der 77. Minute kam der Pass durch die Schnittstelle und Seefried vollendete zum 3:1 für die SpVgg. In der 90. Minute machte der hohe Favorit endgültig den Deckel drauf auf dieses David-Goliath-Duell: Mit einem Flachschuss ins Toreck traf Tarkan Ücüncü zum 4:1-Endstand für die nullneuner, die fünf Tage vor dem Saisonbeginn in der Regionalliga Bayern noch nicht restlos überzeugen konnten.

SpVgg Ansbach: Schiefer – Puscher, Weeger, Rhani, Manz (46. Abadjiew) – Dietrich (78. Sauerstein) – Angermeier (46. Althaus), Seefried, Hayer (46. Ücüncü) – Kroiß (46. Hilpert), Schmidt.

Tore: 0:1, 0:2 Schmidt (18., 24.), 1:2 Reindl (53.), 1:3 Seefried (77.), 1:4 Ücüncü (90.).

Gelbe Karte: Rhani.

Schiedsrichter: Felix Brandstätter (München).

Zuschauer: 250.


Von Herbert Ruff und Harald Riegler
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