Tag des Stadtfriedhofes in Ansbach: Das ist am Sonntag geboten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.07.2024 08:00

Tag des Stadtfriedhofes in Ansbach: Das ist am Sonntag geboten

Auf dem Ansbacher Stadtfriedhof kommt ein Gießroboter zum Einsatz. Das soll Wasser und Personalkosten sparen. (Foto: Gesamtkirchengemeinde Ansbach/Manuel Dornhöfer)
Auf dem Ansbacher Stadtfriedhof kommt ein Gießroboter zum Einsatz. Das soll Wasser und Personalkosten sparen. (Foto: Gesamtkirchengemeinde Ansbach/Manuel Dornhöfer)
Auf dem Ansbacher Stadtfriedhof kommt ein Gießroboter zum Einsatz. Das soll Wasser und Personalkosten sparen. (Foto: Gesamtkirchengemeinde Ansbach/Manuel Dornhöfer)

Die evangelischen Kirchengemeinden laden am 14. Juli zum Tag des Stadtfriedhofes in Ansbach ein. Von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr gibt es ein abwechslungsreiches Programm.

Der Ansbacher Stadtfriedhof – für Dekan Dr. Matthias Büttner ist das nicht nur eine Begräbnisstätte, sondern auch „ein Ort der Ruhe und besonderen Ausstrahlung“. Hier gedenken wir unserer geliebten Toten, erleben aber auch Geschichte. Und es passiert Alltägliches – das wollen die evangelischen Kirchengemeinden am Sonntag beim dritten Tag des Stadtfriedhofs demonstrieren.

„Ein Tag mit ein paar Events“, werde das, sagte Büttner, als er zusammen mit dem stellvertretenden Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde, Manuel Dornhöfer, das Programm vorstellte. Und man will mit den Menschen ins Gespräch kommen. Der Tag des Stadtfriedhofs beginnt um 14.30 Uhr mit einer Andacht durch den Dekan, musikalisch umrahmt durch die Posaunenchöre des CVJM und aus Eyb. Danach gibt’s für Geschichts-Interessierte jede Menge zu erfahren:

Der Kunsthistoriker Dr. Christian Schoen stellt um 15 Uhr die Arbeiten von Matthias Salomon Priester vor. Der habe mit seinen Handschriften Zeichnungen dokumentiert, wie der Friedhof im 18. Jahrhundert ausgesehen habe, so Büttner. Ganz klar: Obwohl dort vieles im wahren Sinne des Wortes in Stein gemeißelt ist, bleibt ein Friedhof dem ständigen Wandel der Zeit unterworfen. Ebenfalls um 15 Uhr erläutert Reinhard Baran, was es mit den Besonderheiten der Gruft Nummer 10 auf sich hat. Da geht es um einen speziellen Festschmuck zum Johanni-Tag.

Unterwegs auf dem „Campo Santo“

Der Historiker und Stadtführer Alexander Biernoth stellt um 15.30 Uhr unter dem Titel „Stadtfriedhof goes digital“ die QR-Codes an Gräbern vor, die den Besuchern das Leben besonderer Ansbacher näherbringen. Um 16.30 Uhr führt Biernoth die Gäste dann unter dem Titel „Unser Stadtfriedhof – ein steinernes Geschichtsbuch“.

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„Campo Santo“ heißt auf italienisch „heiliges Feld“. Besonders Friedhöfe, die von Gruftreihen umschlossen sind, werden so bezeichnet. Dr. Konrad Vanja erläutert um 16 Uhr, warum der Ansbacher Friedhof zu diesem Typus gehört – was ihn zu etwas Besonderem macht.

Unterwegs mit dem Friedhofshuhn

Besonders Kinder und Jugendliche sind an diesem Nachmittag mit „Henriette, dem Friedhofshuhn“ unterwegs. Auch da geht es um Geschichte: In früheren Zeiten wohnte ein Friedhofswärter auf dem Gelände, der sich auch Hühner zur Eigenversorgung hielt. Also erließ man eine Vorschrift, dass das Federvieh nicht auf dem ganzen Friedhof scharren durfte.

Es geht an diesem Tag aber auch um den Alltag des Stadtfriedhofs und seine Zukunft. So wird unter dem Motto „Innovation trifft Historie“ ein automatischer Gießroboter vorgestellt. Der ist mit einem großen Wassertank autonom auf dem Gelände unterwegs und versorgt dort die Pflanzen. Das spart Wasser – eine moderne Lösung in Zeiten des Klimawandels und des Personalmangels. Ebenfalls dem Klimawandel geschuldet ist die „Nachhaltige Bepflanzung von Gräbern“. Hier können die Besucher sich Mustergräber anschauen.

Auch das Handwerk am Stadtfriedhof hat an diesem Nachmittag seinen Platz: Steinmetze zeigen Grabmale und führen live ihr Handwerk vor.

Millionenprojekt geht weiter

Natürlich wird auch die Sanierung der einzigartigen Grufthäuser ein Thema sein. 22 Grüfte wurden in den vergangenen Jahren saniert – das Ergebnis kann man sich natürlich anschauen. Doch das Millionenprojekt geht weiter: Im zweiten Bauabschnitt geht es um die Sanierung weiterer 20 Grüfte. Mit geschätzten Kosten von 1,8 Millionen Euro eine finanzielle Herausforderung für die Kirchengemeinde. Die Pläne dazu werden ebenfalls vorgestellt.

Der Stadtfriedhof muss aber auch mit der Zeit gehen. Deshalb hat man einen Landschaftsarchitekten für ein Zukunftskonzept engagiert. Dabei geht es nicht nur um die Erfassung und Bewertung des Baumbestandes, der den Gottesacker zu einer grünen Lunge für Ansbach macht und dem Friedhof Aufenthaltsqualität verleiht. Es geht auch um die Berücksichtigung neuer Bestattungsformen, die das Gesicht des Stadtfriedhofs verändern werden.

Der Tag des Stadtfriedhofs am Sonntag, 14. Juli, dauert von 14.30 bis 17.30 Uhr. Alle weiteren Informationen sind auf www.stadtfriedhof-ansbach.de zu finden.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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