Strandsaunen weltweit – Schwitzen mit Meerblick | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.10.2026 05:25

Strandsaunen weltweit – Schwitzen mit Meerblick

Weitblick beim Schwitzen: Mehr Entspannung geht fast nicht. (Foto: Lehmonkärki Resort/Visit Finland/dpa-tmn)
Weitblick beim Schwitzen: Mehr Entspannung geht fast nicht. (Foto: Lehmonkärki Resort/Visit Finland/dpa-tmn)
Weitblick beim Schwitzen: Mehr Entspannung geht fast nicht. (Foto: Lehmonkärki Resort/Visit Finland/dpa-tmn)

Der Wind streicht über das Wasser, Salz liegt in der Luft. Durch das Panoramafenster der Holzsauna fällt der Blick aufs Meer. Drinnen umhüllt die Wärme, draußen wartet das kalte Wasser. Für einen Moment scheint es, als würde der Alltag hinaus auf den Ozean gespült.

Dieses sogenannte Wikingerbad ist längst nicht mehr rein nordische Tradition. Das Wechselspiel aus heißer Sauna und kaltem Meer hat sich rund um den Globus zu einem Trend entwickelt. 

Das Besondere: Die meist mobilen Strandsaunen gehören nicht zu einem abgeschirmten Schwimmbad, Hotel oder Wellnessstudio. Sie stehen direkt am Wasser, in unmittelbarer Verbindung zur Natur. Und: Geschwitzt wird weltweit.

SÜDAFRIKA

Am Südzipfel Afrikas parken kleine, holzbefeuerte Sauna-Anhänger täglich dort, wo sonst Frühschwimmer ihre Bahnen ziehen oder abends Spaziergänger den Sonnenuntergang genießen: an den beliebtesten Gezeitenschwimmbecken Kapstadts, direkt an der Atlantikküste.

„Die Kombination aus heißer Sauna und kaltem Ozean ist einfach genial“, sagt James Warsop, der Betreiber des Kapstädter Anbieters Go Sauna. Es sei die Verbindung von finnischer Saunakultur und Naturerlebnis, die den Reiz ausmache.

Manche Besucher blieben nur für eine 15-minütige Runde in der Sauna, erzählt Warsop. Andere absolvierten die traditionellen drei Gänge. Die Gäste von Go Sauna seien bunt gemischt: Stammkunden, die jede Woche kämen, Neulinge, die das Angebot ausprobieren wollen, und auch Touristen. Einige genössen in Stille den Blick auf die Brandung, andere plauderten leise. 

„Es ist nicht nur ein Wellnessangebot, sondern auch ein Treffpunkt, der Gemeinschaft schafft“, sagt Warsop.

NORDIRLAND 

Anna und Carl Isaksson fuhren die gesamte nordirische Küste ab, bevor sie sich auf einen Ort festlegten. Das Paar betreibt seit 2021 eine mobile Sauna unter dem Namen Hotbox ganz im Norden der irischen Insel. 

Benone Beach ist ein kilometerlanger Sandstrand vor einer beeindruckenden Kulisse aus Felsklippen, von denen ein Wasserfall in die Tiefe stürzt. Ein zweiter Standort kam später am Hafen des kleinen Orts Groomsport, östlich der nordirischen Hauptstadt Belfast, hinzu. 

Auf die Idee kamen die beiden, weil sie nach ihrem Umzug aus Schweden das Schwimmen im Meer und das Saunieren vermissten. Carl ist Schwede, Anna wuchs ganz in der Nähe von Benone Beach auf. Anfangs hatten die beiden Schwierigkeiten, ihre Idee anderen begreiflich zu machen. Inzwischen gebe es einen richtigen Trend, sagt Anna. 

Die Besucher kommen nicht nur von der irischen Insel, sondern auch aus dem Ausland, etwa Urlauber, die sich neben Sightseeing noch etwas Entspannung gönnen wollen. Besonders stolz ist Anna, dass sie von US-Touristen schon zu hören bekam: „Oh, wir haben alles gemacht, aber das war das Highlight.“

DEUTSCHLAND

Schon der Weg zur Strandsauna fühlt sich auf der Nordseeinsel Sylt wie ein kleines Ritual an: Durch die malerischen Dünen geht es dem Meer entgegen, während vom Strand her der Wind herüberweht und die Brandung rauscht. Als „Wellness auf die friesische Art“ bezeichnet Jutta Vielberg vom touristischen Marketing der Insel das Schwitzen mit Blick auf die raue Nordsee.

Besonders unmittelbar lässt sich dieses Wechselspiel zwischen heiß und kalt in der Strandsauna Samoa erleben. Drinnen sammelt sich die Wärme, draußen warten die eisigen Wellen. Ergänzt wird das Saunaerlebnis durch eine Dampfkabine, ebenfalls mit Panoramablick auf die Dünen und Wogen der Nordsee. Auf einer kleinen Terrasse stehen Liegen und Decken zum Nachruhen. Neben Samoa gibt es noch drei weitere Strandsaunen auf der Insel.

NEUSEELAND

Auf Waiheke Island nicht weit von Auckland fährt die ēkôsauna überall dorthin, wo andere Urlaub machen: Die mobile, holzbefeuerte Sauna macht regelmäßig an verschiedenen Traumstränden der Insel Halt. Nach der Hitze in der Hütte mit Panoramafenster geht es direkt ins Meer - ein Wechselbad aus Glut und Gischt, umgeben von Buchten, Weinbergen und dem Pazifik. 

Hinter dem Konzept steht die Meereswissenschaftlerin Olive Andrews, die ihre Erfindung nicht nur als Wellness, sondern auch als Naturerlebnis samt digitalem Detox versteht: Handy aus, Hitze an, dann hinein ins kalte Wasser.

„Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass der Aufenthalt in der Natur Stress reduziert und den Dopaminspiegel erhöht“, sagt sie. „Der Wechsel vom heißen Holzfeuer zu einem erfrischenden Bad im Meer bringt Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht, senkt das Stresshormon Cortisol und setzt Endorphine frei - man fühlt sich lebendig.“

FINNLAND

Wenn es um Saunen geht, darf Finnland nicht fehlen: Angeblich gibt es in dem nordischen Land mehr Saunen als Autos. Schätzungen zufolge sind es um die drei Millionen! Die Sauna-Tradition hat die Finnen kreativ gemacht. Längst gibt es nicht nur stinknormale Saunen, sondern eine Sauna in einer Gondel in Lappland, in einem Whiskey-Fass, in verträumten Gärten, unter der Erde oder in einem Baumhaus. Auch mobile Saunen gibt es natürlich - nicht nur an Land, sondern auch auf dem Wasser. 

Im Schärengarten der finnischen Hauptstadt bietet die Firma Helsinki Boats Schwitzen auf Flößen an. Die Pontons mit holzbefeuerten Saunen können auf dem Wasser treiben und direkt vor Stränden oder abgelegenen Inseln ankern. Von der Sauna aus gucken die Besucher durch ein bodentiefes Glasfenster direkt aufs Wasser und springen nach dem Schwitzen ins kühle Nass.

© dpa-infocom, dpa:261001-930-771714/1


Von dpa
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