Erst im Südschwarzwald, dann im Nordwesten, später auch in anderen Regionen Deutschlands: Zum Wochenende hin rechnet der Deutsche Wetterdienst mit Gewittern, Starkregen und Sturmböen. Das kann auch auf den Straßen für Gefahr sorgen. Bei plötzlich auftretendem Starkregen und Wasser auf der Fahrbahn rät der TÜV Süd darum, den Fuß vom Gas zu nehmen. Der Grund: Aquaplaning-Gefahr.
Können die Autoreifen das auf der Fahrbahn stehende Wasser nicht mehr ausreichend verdrängen, kann es sich wie ein Keil zwischen Reifen und Fahrbahn schieben. Dann verliert das Auto den Kontakt zur Fahrbahn und wird unbeherrschbar und unberechenbar.
Im Ernstfall hilft dem TÜV Süd zufolge dann nur eines:
Auf elektronische Assistenzsysteme können sich Autofahrer laut TÜV Süd bei Aquaplaning übrigens nicht verlassen. ABS und ESP quittierten dann oftmals ihren Dienst, weil die Sensoren nicht mehr die benötigten Rückmeldungen erhielten.
Ab wann es wirklich gefährlich wird, hängt von Wassertiefe, Tempo, Reifenbreite und -druck sowie der Profiltiefe und der Straßenbeschaffenheit ab. Je niedriger der Reifendruck und je breiter der Pneu, umso leichter schwimmt er auf. Grundsätzlich aber gilt Kaup zufolge: ab etwa 70 km/h wird es kritisch.
Prinzipiell kann Aquaplaning auf allen Straßen mit erhöhtem oder hohem Wasserstand auftreten. Zu besonderer Vorsicht rät der TÜV Süd allerdings in Senken, Unterführungen, bei Spurrillen oder Kurven.
Ein guter Hinweis auf Aquaplaning-gefährdete Strecken: Der Zusatz „bei Nässe“ in Verbindung mit einem Geschwindigkeitsbegrenzungszeichen. Dieses Limit gelte, wenn die Fahrbahn einen vollständigen Wasserfilm aufweist - nicht aber, wenn sie nur stellenweise, zum Beispiel in Spurrillen, nass ist, so Marcellus Kaup. In der Praxis erkennt man den kritischen Straßenzustand daran, dass die Straße spiegelt oder ein vorausfahrendes Auto deutliche Fahrrillen hinterlässt.
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