Spatenstich in Markt Bibart: Mega-Investition von Egger krempelt Standort um | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.10.2024 15:55

Spatenstich in Markt Bibart: Mega-Investition von Egger krempelt Standort um

Der symbolische Spatenstich für die 200-Millionen-Euro-Investitionen der Firma Egger erfolgte am Donnerstag, gebaut wird aber schon seit ein paar Wochen. Als erstes entsteht das Gebäude für die Restholzaufbereitung. (Foto: Andreas Reum)
Der symbolische Spatenstich für die 200-Millionen-Euro-Investitionen der Firma Egger erfolgte am Donnerstag, gebaut wird aber schon seit ein paar Wochen. Als erstes entsteht das Gebäude für die Restholzaufbereitung. (Foto: Andreas Reum)
Der symbolische Spatenstich für die 200-Millionen-Euro-Investitionen der Firma Egger erfolgte am Donnerstag, gebaut wird aber schon seit ein paar Wochen. Als erstes entsteht das Gebäude für die Restholzaufbereitung. (Foto: Andreas Reum)

Gebaut wird schon seit einiger Zeit. Der offizielle symbolische Spatenstich für die Erweiterung des Markt Bibarter Spanplattenwerks erfolgte aber erst am Donnerstagmorgen. Insgesamt über 200 Millionen Euro will die österreichische Mutterfirma Egger binnen drei Jahren an diesem Standort investieren.

Zu der Feier waren auch einige Vertreter aus der Unternehmenszentrale in Sankt Johann (Tirol) angereist, etwa der Aufsichtsratsvorsitzende Fritz Egger und der Leiter der Egger-Gruppe Michael Egger junior. Bei den zahlreichen Grußreden im eigens errichteten Festzelt wurde allseits die Bedeutung dieser Großinvestition hervorgehoben.

Michael Egger sprach von einem „Meilenstein“ in der Firmengeschichte. Insbesondere freute sich Bürgermeister Klaus Nölp über das Bekenntnis zum Standort Markt Bibart. Der stellvertretende Landrat Hans Herold nahm die Egger-Pläne als Indiz für die auch wirtschaftliche Attraktivität des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

Unternehmen mit Milliarden-Umsatz

Das Spanplattenwerk ist einer von 22 Standorten der international tätigen Egger-Gruppe. Trotz seiner Größe mit zuletzt – nach eigenen Angaben – 4,45 Milliarden Euro Umsatz (im Geschäftsjahr 2022/23) und über 11.000 Mitarbeitern spricht Michael Egger von einem Familienunternehmen: „Wir sind normale, bodenständige Leute.“

Das Markt Bibarter Werk mit seinen rund 200 Beschäftigten gehörte bis vor gut einem Jahr der Freudenberger Unternehmensgruppe Rauch. Bereits bei der Übernahme hatte Egger Expansionsüberlegungen angekündigt. Egger und Rauch pflegen im Übrigen nach wie vor gute Beziehungen, wie es seitens der österreichischen Firma hieß.

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Recycling-Holz soll auch aus Markt Bibart kommen

Egger setzt insbesondere auf Recycling-Holz. In Markt Bibart werden die Spanplatten allerdings aus Frischholz hergestellt. Die Fertigung aus Recycling-Holz wird dort nun erst aufgebaut; Michael Egger sprach von zwei Beinen, auf denen die Produktion künftig stehen soll, und merkte auch an, dass das Unternehmen diese Investition tätige und dazu stehe, auch wenn „Deutschland gerade der schwierigste Markt“ sei.

In einem ersten Schritt wird deshalb eine Restholzaufbereitung errichtet. Sie ist aktuell im östlichen Teil des gut 50 Hektar großen Werksgeländes im Bau. Das aufbereitete Restholz wird künftig per Förderband in den Produktionstrakt gebracht, erläuterte der Markt Bibarter Produktionsleiter Markus Scheran den Betriebsablauf. Die neue Restholzaufbereitung soll im kommenden Sommer in Betrieb gehen.

Der zweite Teil des in drei Schritten geplanten Investments ist die Erweiterung der Späneaufbereitung. Damit soll sichergestellt werden, dass die Platten aus Recyclingmaterial dasselbe Qualitätsniveau haben wie die Platten aus Frischholz.

Künftig auch weiterveredelte Ware

Der dritte, größte und augenfälligste Schritt wird der Bau einer Weiterveredlung sein. Diese wird nördlich der Bestandsanlage – in Richtung Bahnlinie – errichtet. Wurden in Markt Bibart bislang ausschließlich Rohplatten produziert, sollen künftig auch bereits dekorierte Platten hinzukommen. Damit verbunden ist zudem der Bau eines Hochregallagers.

Laut Scheran ist zumindest planerisch auch ein Anschluss an die Bahnlinie in Überlegung, wie ihn etwa die Firma Knauf im nahe gelegenen Iphofen hat. Die mutmaßlich nicht einfachen Verhandlungen dazu stünden aber noch aus.

Das Spanplattenwerk in Markt Bibart soll unter der Regie der Firma Egger modernisiert werden. (Foto: EGGER Holzwerkstoffe)
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Lob für das Landratsamt in Neustadt/Aisch

In puncto Bürokratie gab es im Übrigen ein Lob von den Österreichern. Die erste Phase der Genehmigungen sei mit dem Neustädter Landratsamt „sehr, sehr positiv“ verlaufen, sagte der Technikleiter des Markt Bibarter Werks, Bernhard Vorreiter. Auch deshalb ist die Firma offenbar zuversichtlich, ihre Vorhaben plangemäß 2026 abschließen zu können.

Zudem schlagen sich die Investitionen auch bei der Beschäftigtenzahl nieder. Egger rechnet damit, dass zusätzliche 50 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Markt Bibarter Werk wird von einem Quartett geleitet, dem neben Scheran und Vorreiter auch Gerhard Riedmann für die Finanzen und Bruno Hülsbusch für den Vertrieb angehören.

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