Sonnenstrom bekommt ein eigenes Umspannwerk | FLZ.de

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Sonnenstrom bekommt ein eigenes Umspannwerk

Bei Kaltenneuses errichtet das Unternehmen „Wust – Wind und Sonne“ ein Umspannwerk, um den Strom zweier Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen ins Netz zu bekommen. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Bei Kaltenneuses errichtet das Unternehmen „Wust – Wind und Sonne“ ein Umspannwerk, um den Strom zweier Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen ins Netz zu bekommen. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Bei Kaltenneuses errichtet das Unternehmen „Wust – Wind und Sonne“ ein Umspannwerk, um den Strom zweier Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen ins Netz zu bekommen. (Foto: Heinz Wraneschitz)

Das größte interkommunale Solarkraftwerk im Kreis, bestehend aus zwei Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen – eine in der Gegend von Herrnneuses (Neustadt), die andere bei Oberroßbach (Dietersheim) –, ist im Prinzip betriebsbereit. Doch es wird wohl noch bis Jahresende dauern, bis der Sonnenstrom ins öffentliche Netz fließt.

Bekannt wurde das am Dienstag beim wahrlich symbolischen Spatenstich für das dazugehörige Umspannwerk, das zwischen dem Diespecker Ortsteil Dettendorf und Emskirchen-Kaltenneuses entsteht. Denn auf einem Acker direkt unter der 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung der Nürnberger N-Ergie wird schon einige Zeit eifrig gegraben und betoniert.

Dicke Kabel bereits eingepflügt

Auch die dicken Kabel, die den Ökostrom von den PV-Standorten dorthin leiten sollen, wurden bereits in die Erde eingepflügt. Deshalb konnten die Gäste nur noch Sand aus einem eigens errichteten Haufen durch die Luft werfen.

Dennoch war der Geschäftsführer des Markt Erlbacher Investors „Wust – Wind und Sonne“, Erich Wust, sichtlich stolz auf den Termin. Denn damit dieser Einspeiseort Wirklichkeit werden konnte, war seitens der Firma Wust die Zusammenarbeit mit kommunalen und regionalen Behörden genauso gefragt wie die mit dem Verteilnetzbetreiber N-Ergie.

Vorbehaltlose Unterstützung

„Landratsamt wie Gemeinden haben uns vorbehaltlos unterstützt“, lobte Wust. Auch der Grundstücksbesitzer sei dazu bereit gewesen. So konnte nach gerade einmal einjähriger Planungsphase der Bau des Umspannwerks starten.

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Dennoch: Bis die insgesamt 36 Megawatt leistenden Solarmodule, die bei Oberroßbach und Herrnneuses stehen, Strom produzieren dürfen, ist noch einiges zu tun. Vor allem das Tiefbauunternehmen ist gefragt. Im August werde dann der wichtigste Teil des Umspannwerks angeliefert: der Transformator.

Noch reichlich Kapazität für Ausbau frei

Weil der Trafo auf die etwa doppelte Leistungsfähigkeit der beiden Solaranlagen ausgelegt sei, könnten an der Stelle noch weitere Sonnen- oder Windkraftwerke Strom ins öffentliche Netz abgeben, erwähnte Erich Wust beiläufig. Er stellte außerdem heraus: „Wir legen Wert auf regionale Wertschöpfung.“

Davon würden einerseits die Standortgemeinden, beispielsweise durch Steuern, aber auch die Bürger profitieren, die insgesamt sieben Millionen Euro in das große Bürgersolarkraftwerk investieren. Wust dankte zudem den regionalen Banken, die neben der Vorfinanzierung auch die Kredite für die Anlage übernommen hatten. Insgesamt koste das Solarprojekt mit den beiden Freiflächen-Anlagen rund 30 Millionen Euro, davon würden alleine vier Millionen Euro für das Umspannwerk fällig.

Polit-Prominenz voll des Lobes

Zum sehr windigen Spatenstich-Termin, der zeitweise auch von oben stark begossen wurde, war politische Prominenz angereist. Mit dem Fraktionsvorsitzenden Ludwig Hartmann und dem Feuchtwanger Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig waren gleich zwei Grüne Landtagsabgeordnete dabei. Dazu hatte sich Gabi Schmidt aus Uehlfeld gesellt, die stellvertretende Fraktionschefin der Freien Wähler im bayerischen Parlament. Hinzu kamen der Dietersheimer Bürgermeister Jürgen Meyer und Vize-Landrat Reinhard Streng.

Die Politikerinnen und Politiker lobten unisono die Möglichkeit für Bürger, sich an dem Großprojekt zu beteiligen. So steige die Akzeptanz solcher Ökokraftwerke. Gleichzeitig gaben sie zu: Um die hohen, von Bund und Land gesetzten Ausbauziele für Strom aus Sonne und Wind zu erreichen, sei die Bürokratie immer noch hinderlich.

Das bestätigte auch Annemarie Endner von der N-Ergie: Durch hohe Hürden dauere es sechs bis acht Jahre, um eine 110-Kilovolt-Leitung zu verstärken, damit sie noch mehr regional erzeugten Strom transportieren könne. Dabei sei der Ausbau des Netzes dringend nötig.


Von Heinz Wraneschitz
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