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Veröffentlicht am 29.06.2026 04:46

So zähmen Sie wuchernde Pflanzen im Garten

Schön und mitunter ausbreitungsfreudig: Wer die Wuchseigenschaften von Stauden kennt, kann spätere Überraschungen im Beet vermeiden. (Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn)
Schön und mitunter ausbreitungsfreudig: Wer die Wuchseigenschaften von Stauden kennt, kann spätere Überraschungen im Beet vermeiden. (Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn)
Schön und mitunter ausbreitungsfreudig: Wer die Wuchseigenschaften von Stauden kennt, kann spätere Überraschungen im Beet vermeiden. (Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn)

Häufig kauft man eine Pflanze, weil sie besonders schön aussieht – in der Hoffnung, dass sie im eigenen Garten gut wächst und lange Freude bereitet. Gerade bei Stauden und Gräsern zeigt sich jedoch oft erst nach wenigen Jahren, wie stark sie sich ausbreiten können – mitunter so sehr, dass sie lästig werden.

Doch das muss kein Problem sein. Wer sich vor dem Kauf nicht nur von der Optik leiten lässt, sondern auch die Wuchseigenschaften einer Pflanze berücksichtigt, kann spätere Überraschungen vermeiden.

Mit der richtigen Pflanzung und Pflege lässt sich eine übermäßige Ausbreitung begrenzen. Dabei unterscheidet man zwischen Pflanzen, die sich über Samen im Garten verbreiten, und solchen, die mit ober- und unterirdischen Trieben durch den Boden wachsen.

Nachwuchs aus Samen 

Breitet sich eine Staude durch Selbstaussaat im Garten aus, wird sie im Gärtnerjargon oft liebevoll als Vagabund bezeichnet. Als Beispiele nennt Doris Erhardt, Staudengärtnerin aus Weisendorf, Prachtkerze, Fingerhut, Argentinische Eisenkraut und Akelei.

Es handelt sich um Stauden mit einem besonderen Charme, auf den man nicht verzichten muss. Dieter Gaissmayer, Staudengärtner aus Illertissen, erklärt, dass in erster Linie kurzlebige oder zweijährige Pflanzen zu den Vagabunden zählen. Es sind also keine langlebigen Stauden, aber die Arten bleiben dank des Nachwuchses stetig im Garten.

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Sie suchen sich neue Lücken, um sich auszubreiten. Diese Lebensstrategie hat ihren Reiz, denn sie sorgt immer wieder für neue, überraschende Kombinationen im Beet. So können sie von allein Lücken schließen. „Wichtig ist eine Grundstruktur aus Gräsern, Blattschmuckpflanzen und langlebigen Blütenstauden“, sagt Doris Erhardt. Innerhalb dieses Gerüsts dürfen sich die kurzlebigen selbst versamenden Arten in Maßen tummeln.

Selbstaussaat gezielt begrenzen

Nun kann es aber passieren, dass die Fülle überhandnimmt. Meist zeigen sich im Frühling viele, dicht nebeneinanderstehende Sämlinge. Dagegen gibt es zwei Mittel: Dieter Gaissmaier rät Pflanzen, die zu viel sind, einfach im Jugendstadium auszuzupfen oder sie als Lückenfüller gezielt zu versetzen.

„Bei sehr stark versamenden Arten wie der Lichtnelke oder dem Natternkopf entferne ich schon direkt nach der Blüte mit der Schere einen Teil der Samenansätze“, sagt Doris Erhardt. Diese Methode ist sinnvoll, wenn man etwa gezielt mit einer bestimmten Sorte von Sommerphlox oder Herbstastern Effekte erzielen will. Die Sämlinge zeigen nämlich oft andere Blütenfarben und -formen und verwässern das ursprünglich geplante Bild.

Mitunter lässt sich das Problem auch durch die Wahl der richtigen Sorte vermeiden. „Die Kleinblütige Bergminze, Calamintha nepeta, beispielsweise versamt sich wirklich unglaublich. Hier empfehle ich, auf Züchtungen zurückzugreifen, die keine keimfähigen Samen bilden – bei Calamintha etwa auf die Sorte „Triumphator”“, sagt Doris Ehrhardt. Sie punktet zudem mit einer besonders langen Blütezeit, intensiveren Farben, einer gleichmäßigen Wuchshöhe sowie einer hervorragenden Standfestigkeit und Robustheit.

Die oberirdisch wuchernden Arten 

Im ersten Jahr trifft man Stauden wie Mädchenauge, Sonnenhut und Frauenmantel noch an der ursprünglichen Stelle im Garten an. Aber ab dem zweiten Jahr erobern sie Stück für Stück das Beet. Bei den einen werden einfach die Horste größer.

Aber Minzen und Felberich etwa können an einer ganz anderen Stelle im Beet auftauchen und innerhalb von wenigen Jahren verliert das ursprüngliche Gerüst seine Wirkung. Die wuchernden Arten spielen sich dominant in den Vordergrund. Der Grund sind Ausläufer, die durch den Untergrund wachsen. Sie erscheinen dort wieder an der Oberfläche, wo sie Platz zum Wachsen haben.

Um diese ungehinderte Ausbreitung zu verhindern, setzt man die Pflanzen in große Töpfe und gräbt diese im Beet ein. Ideal sind Maurerkübel, die man mit mehreren Löchern im Gefäßboden versieht. So kann überschüssiges Wasser abfließen. Diese Töpfe werden mit dem Erdaushub gefüllt.

Grundsätzlich empfiehlt Dieter Gaissmayer, ausläuferbildende Stauden für eine flächige Bepflanzung zu nutzen und ihnen robuste Begleiter wie etwa Herbstanemonen und Stacheligen Bärenklau entgegenzusetzen. Erreicht die bodenbedeckende Pflanzung ihre Grenze, sticht man die Pflanzen ab. Bei Maiglöckchen, Elfenblumen und Golderdbeere, die gut eingewachsen sind, ist das ein- bis zweimal im Jahr nötig.

Die Rhizomsperre

Gräser wie beispielsweise Bambus und Chinaschilf zähmt man mit einer sogenannten Rhizomsperre, auch Wurzelsperre genannt. Es handelt sich um eine mehrere Millimeter dicke Kunststoffbahn, die das seitliche Wachstum begrenzt. 

Die Breite des Materials sollte sich danach richten, wie tief die Ausläufer wachsen. Es gibt Wurzelsperren mit einer Breite von bis zu 80 Zentimetern. Das A und O dabei ist, die Enden großzügig überlappen zu lassen und fest miteinander zu verbinden. Dadurch können die Ausläufer nicht durchwachsen.

Teilung mit dem Spaten 

Stauden, die besonders groß werden, wie Purpurdost und Geißbart, haben in einem kleinen Garten nichts zu suchen. Aber auch bei ausreichend Platz muss man gelegentlich die Pflanzen ausgraben und mit dem Spaten teilen. Ist der Wurzelfilz zu dicht, helfen Säge oder Axt weiter. 

Anschließend wird nur ein Teilstück wieder eingepflanzt. Die übrigen Pflanzen kann man verschenken. Es macht Sinn das Pflanzloch mit Kompost zu verbessern. Auf weitere Nährstoffgaben kann man verzichten, um das Wachstum nicht übermäßig anzukurbeln.

© dpa-infocom, dpa:260629-930-301074/1


Von dpa
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