Nach dem Bau eines Hordengatters, das eine Sicherheitsvorrichtung gegen Wildverbiss ist, konnte das gemeinsame Waldprojekt der Valentin-Ickelsamer-Mittelschule und des Forstbetriebs nun in die nächste Phase gehen: die Pflanzung.
Im Fokus stehe dabei eine besondere Baumart – die Atlaszeder, hieß es in einer Mitteilung. Diese ursprünglich aus den Gebirgsregionen Nordafrikas stammende Baumart gelte als viel versprechende Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels. Sie sei besonders trockenheitsresistent, komme mit nährstoffärmeren Böden zurecht und zeige eine hohe Anpassungsfähigkeit gegenüber steigenden Temperaturen und längeren Dürreperioden.
Das seien Eigenschaften, die sie zu einem wichtigen Bestandteil zukünftiger, klimastabiler Wälder machen könnten. Die jungen Pflanzen stammten aus den Baumschulen der Bayerischen Staatsforsten in Bindlach und Laufen, wo sie gezielt für den Einsatz in klimaangepassten Waldumbauprojekten herangezogen würden. Die nun neu mit kleinen Atlaszedern begründete Forstkultur bei Rothenburg diene als Versuchsfläche, um die Entwicklung der Baumart unter lokalen Bedingungen zu erproben und zu beobachten.
Mit großem Engagement und viel Sorgfalt hätten die Schülerinnen und Schüler der „Schulacker AG” die jungen Bäume gepflanzt und dabei nicht nur die fachgerechte Pflanztechnik erlernt, sondern auch unmittelbar erfahren, wie aufwendig und verantwortungsvoll die Begründung eines zukunftsfähigen Waldes sei.
„Die Arbeit im Schulwald zeigt unseren Schülerinnen und Schülern ganz konkret, was nachhaltiges Handeln bedeutet. Sie sehen, dass jeder einzelne Baum zählt und dass es Zeit, Wissen und Einsatz braucht, um einen Wald für die Zukunft zu schaffen“, wird Lehrer Michael Jursa in der Mitteilung zitiert.
Florian Vogel, Leiter des Forstbetriebs Rothenburg, unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Mit der Pflanzung der Atlaszeder gehen wir bewusst neue Wege im Waldumbau. Wir brauchen Baumarten, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen zurechtkommen. Gleichzeitig ist es uns ein großes Anliegen, junge Menschen frühzeitig für den Wald und die Natur zu sensibilisieren“, so Vogel.
Jeder einzelne Baum zählt
Das Schulwald-Projekt verfolge weiterhin das Ziel, den Jugendlichen die Bedeutung gesunder Wälder näherzubringen und sie aktiv in deren Gestaltung einzubeziehen. Angesichts der sichtbaren Schäden in den heimischen Wäldern, verursacht durch Trockenheit, Hitze und Schädlingsbefall, werde deutlich, wie wichtig der Wald als eine unserer Lebensgrundlagen sei.
Die Kombination aus praktischer Arbeit, fachlicher Anleitung und der unmittelbaren Erfahrung in der Natur mache das Schulwaldprojekt zu einem nachhaltigen Bildungsangebot. Doch nun habe das Schulwaldprojekt erst einmal Sommerpause. Bevor es im Herbst weitergehe, müssten beim Schulacker, dem Landwirtschaftsprojekt der Mittelschule, die Felder bestellt werden.