„So etwas hab ich noch nicht gesehen“, sagt Ernst Grefig, der seit fast vier Jahrzehnten Burgbernheims Stadtgärtner ist, mit Blick auf ein riesiges Wespennest. Mittlerweile wird darin nicht mehr gehaust. Man kann es nun im Eingangsbereich der „Bernatura-Streuobstwelt” begutachten.
Ernst Grefig hat in seinem Arbeitsalltag in all den Jahren schon vieles erlebt. Ein solch untypisch großes Nest allerdings „ist besonders, sowas hatte ich noch nicht“. Bei Renovierungsarbeiten wurde es im Dachboden eines Hauses an der Erbsengasse in Burgbernheim entdeckt. Günther Pfund barg es und stellte es anschließend zur Verfügung.
Seit Anfang Juli ist es im „Bernatura” in einer eigens gefertigten Vitrine zu sehen. Das abgenommene Nest hat Ernst Grefig mit einem Holzlack besprüht. Zudem schnitt er es teils auf, damit man die Gänge darin gut sehen kann.
Wespen verwenden zerkautes Totholz, das sie mit ihrem Speichel vermischen, zum Nestbau, erklärt der Stadtgärtner. Dadurch entsteht eine papierartige Substanz. Diese Mischung wird schichtweise zu einem stabilen Nest verarbeitet, das Schutz und Raum für die Aufzucht des Nachwuchses bietet.
Die Lebensspanne der „Gemeinen Wespe“ – ja, die Art heißt wirklich so – ist auf eine Saison beschränkt, heißt es auf der Hinweistafel, die über das Nest informiert. Im Herbst sterben die Arbeiterinnen. Die Königin bleibt jedoch zurück. Ein altes Nest wird nicht wieder besiedelt. In der Regel wird in unmittelbarer Nähe ein neues Exemplar gebaut.