Nicht alle alten Zweckbauten haben eine Seele. Aber manche eben schon. Als Ingenieur, der auf Baudenkmäler spezialisiert ist, hat Dr. Andreas Hasenstab immer wieder mit solchen Objekten zu tun. Deren Wirkung inspiriert ihn auch künstlerisch. Eine Auswahl seiner Werke ist bis Oktober im Doerfler-Museum zu sehen.
Bei der Eröffnung der Sonderschau war Hasenstab, der sein Büro in Augsburg hat, zugegen. Schillingsfürst kennt er gut, denn auch in der fränkischen Kleinstadt hatte er schon beruflich zu tun. So war seine fachliche Expertise bei der Planung der Generalsanierung des Wasserturmes gefragt. Die aufwendige Maßnahme, die knapp eine Million Euro gekostet hat, wurde 2022 abgeschlossen. Das Schillingsfürster Wahrzeichen steht wieder da wie eine Eins und bringt den Ingenieur nach wie vor ins Schwärmen.
„Der Wasserturm ist ein Kunstwerk“, betonte er bei der Vernissage. Errichtet worden sei er vor 121 Jahren, um die Weiterentwicklung der Stadt zu unterstützen. „Man hat ihn aber so schön gebaut, dass sich die Menschen daran erfreuen konnten.“ Bei der Sanierung sei es darum gegangen, die Seele dieses Bauwerkes zu erhalten, so Dr. Hasenstab.
Eben dieser Seele spürte er auch bei der künstlerischen Beschäftigung mit diesem besonderen Motiv nach. Sein Wasserturm-Bild ist eines der in der Sonderschau im Doerfler-Museum zu sehenden Bilder. Präsentiert werden dort auch noch einige weitere Schillingsfürst-Motive, darunter das Brunnenhaus, das Schloss und das Museumsgebäude sowie Arbeiten, die Hasenstab in anderen Städten angefertigt hat.
Museumsleiterin Hai Yan Waldmann-Wang äußerte sich in ihrer Rede bei der Eröffnungsfeier erfreut, dem Publikum diese außergewöhnliche Ausstellung präsentieren zu können. Seit der Gründung des Hauses vor 26 Jahren sei es das erste Mal, dass hier Gemälde eines promovierten Ingenieurs und Architekten gezeigt würden. „Seine Leidenschaft für Technik und Kunst zieht sich wie ein roter Faden durch seine Vita“, erklärte sie.
Dr. Andreas Hasenstab interessiere sich nicht nur für architektonisch-technische Aspekte, sondern nehme die Bauwerke auch künstlerisch-kreativ wahr. Dass er eigens für die Sonderschau weitere Schillingsfürst-Bilder gemalt habe, beweise seine Verbundenheit zur Stadt und mache die Schau einzigartig, so die Museumsleiterin. Sie freue sich auf ein Wiedersehen am Samstag, 23. September. Dann komme der Künstler für einen Vortrag ins Museum.
Bürgermeister Michael Trzybinski würdigte in seinem Grußwort Dr. Hasenstabs fachliche Arbeit in der Stadt und sein darüber hinaus gehendes künstlerisches Interesse. Der Wasserturm sei für Schillingsfürst ein ganz wichtiges Symbol. Dr. Hasenstab habe nicht nur einen maßgeblichen fachlichen Beitrag zum Erhalt dieses Bauwerkes geleistet, sondern dieses auch noch auf höchst eigenständige Weise künstlerisch verewigt, so Trzybinski.
Für die musikalische Gestaltung der Vernissage sorgte mit der Geige die Schillingsfürsterin Klara Neidhardt. Besucht werden kann die Sonderausstellung bis Sonntag, 8. Oktober, zu den regulären Öffnungszeiten des Doerfler-Museums.