Rekord und Umbau-Probleme: So steht es um das Neustädter Kino | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.12.2023 13:43

Rekord und Umbau-Probleme: So steht es um das Neustädter Kino

Die Premiere von „Rehragout-Rendezvous“ im KinoNEA. (Foto: KinoNEA/Oliver Rögner)
Die Premiere von „Rehragout-Rendezvous“ im KinoNEA. (Foto: KinoNEA/Oliver Rögner)
Die Premiere von „Rehragout-Rendezvous“ im KinoNEA. (Foto: KinoNEA/Oliver Rögner)

„Es war ein Kinojahr mit einer extremen Bandbreite und großen Emotionen“, sagt Oliver Rögner, Besitzer des KinoNEA in Neustadt. Das gelte allerdings nicht nur für die Kinobesucher, sondern auch für ihn selbst. Denn er hat für das über 100 Jahre bestehende Lichtspielhaus zahlreiche Sondervorstellungen, Umbauarbeiten und natürlich das Kinoprogramm auf die Beine gestellt.

Das bedeutet vor allem Stress. Insbesondere die Bauarbeiten sind im Kino ein scheinbar niemals endendes Thema. Der angedachte Umbau des Gebäudes direkt neben dem Lichtspielhaus zur Wilhelmstraße zu einem Foyer ist wegen offener Fragen bei der Baugenehmigung weiterhin „im inzwischen länger andauerndem Genehmigungsprozess“, erklärt der Kinobesitzer. Dahingegen wurden im April dieses Jahres bereits neue Stühle im Kinosaal 1 eingebaut. „Im Mai wurden dazu die ersten Teile der neuen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in vielen Einzelteilen per Kran ins Dachgeschoss eingeflogen“, erklärt Rögner.

Umbau im KinoNEA immer im laufenden Betrieb

Dies alles passierte, während das übliche Kinoprogramm stets weiterlief. Insgesamt waren über 70 Filme im Programm des letzten verbliebenen Kinos im Landkreis. Dabei stach besonders „Rehragout-Rendezvous“ heraus – die nächste Verfilmung eines Eberhofer-Romans von Rita Falk. „Das war der umsatzstärkste Film seit der Wiedereröffnung des KinoNEA im Jahr 2011“, so Rögner. Der deutsche Filme habe dabei sogar die internationalen Sommerhits „Barbie“ und „Oppenheimer“ in Neustadt locker vom Thron gestoßen. „Im Endeffekt ist das fast wie ein Kult. Jedes Jahr kommt der neuer Eberhofer raus und die Gäste kommen da mit einer Begeisterung und mit einer super Laune raus. Wir haben ihn immer noch im Programm. Mit einer rekordverdächtigen Laufzeit von inzwischen vier Monaten.“ Am Samstag, 30. Dezember, wird er um 20.30 Uhr das nächste Mal gezeigt.

Doch dies war nur der übliche Kinoalltag. Rögner organisierte mit seinem Team darüber hinaus auch zahlreiche Einzelveranstaltungen. Es wurde unter anderem der Film „One For The Road“ gezeigt, mit anschließender Gesprächsmöglichkeit mit dem Team vom Blauen Kreuz über das Thema Alkohol, Sucht und Hilfsangebote.

Dazu gab es eine Sondervorstellung des Films „Diagnose Demenz“ zur Demenzwoche mit einer Diskussionsrunde mit dem Regisseur des Filmes Günter Roggenhofer. „Es war beeindruckend“, berichtet der Kinobesitzer. Der Film wird laut Rögner womöglich im kommenden Jahr auf Wunsch von Demenzhilfegruppen erneut gezeigt Außerdem präsentierte das Lichtspielhaus die bayerische Schulkinowochen, ein Kurzfilmfestival während der NeustadtNacht und jeden zweiten Mittwoch im Monat die Filmreihe „Kino für Junggebliebene“ in Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat – jeweils um 14 Uhr.

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Besucherzahlen in Neustadt wieder gestiegen

„Nach der Corona-Zeit hab gemerkt, dass das Kino nun wieder da ist. Die Besucherzahlen sind wieder auf annähernd Vor-Corona-Niveau gestiegen. Sonderveranstaltungen waren sehr gut besucht und auch die besonderen Arthouse-Filme wurden wieder mit Begeisterung vom Publikum angenommen“, lautet Rögners Fazit. Zwar haben seiner Einschätzung nach ein paar Blockbuster wegen des großen Autorenstreiks in den USA gefehlt, jedoch konnten sich Filme mit kleineren Budgets dadurch endlich mal beweisen.

Doch das Ende des einen Filmjahres ist gleichzeitig der Beginn eines neuen – Pausen gibt’s für Rögner nicht. „Durch die Streiks sind so viele Verschiebungen passiert, dass ich für das kommende Jahr noch gar keinen kompletten Überblick habe“, erklärt er. Das wird sich Mitte Januar bei der „Filmwoche München“ ändern. Dort wird er vier Tage lang acht bis zehn Stunden lang Filme schauen und sich die Frage stellen: „Welcher ist was für Neustadt?“


Von Valentin Brendler
Werkstudent
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