Rätsel gelöst: Warum ein Schiff in Ansbach vor dem Schloss strandete | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 19.04.2024 10:54

Rätsel gelöst: Warum ein Schiff in Ansbach vor dem Schloss strandete

Ein Frachter ist in den 1950er Jahren auf dem Ansbacher Schlossplatz gestrandet. (Foto: Martin Schuster)
Ein Frachter ist in den 1950er Jahren auf dem Ansbacher Schlossplatz gestrandet. (Foto: Martin Schuster)
Ein Frachter ist in den 1950er Jahren auf dem Ansbacher Schlossplatz gestrandet. (Foto: Martin Schuster)

Im Jahr 1950 strandete ein Schiff auf dem Ansbacher Schlossplatz. Martin Schuster hat ein Foto davon in seiner Sammlung alter Postkarten. Er wusste aber bisher nicht, warum das Schiff ausgerechnet vor der Residenz auf dem Trockenen lag. Nach einem Aufruf in der FLZ haben sich mehrere ältere Leser gemeldet, die sich erinnern können.

Demnach war das rund 30 Meter lange Schiff mit dem Namen „Bamberg“, das auf Schusters Postkarte prangt, aus einem ganz praktischen Grund kurzzeitig auf dem Schlossplatz abgestellt worden: Es musste hier gewendet werden – was damals zahlreiche Schaulustige anlockte.

Das Schiff kam nicht um die scharfe Kurve

Der Sinn des Wendemanövers: Das Schiff wurde aus Richtung Nürnberg gen Würzburg transportiert, konnte aber nicht um die scharfe Ecke von Schloßstraße und Nürnberger Straße gezogen werden. Dort stand das Gasthaus Wilder Mann, das zu weit nach vorne ragte. Heute befindet sich das Gebäude der FLZ an dieser Stelle.

Die Residenzstraße gab es damals noch nicht, sodass das Schiff zwangsläufig den Weg über die Nürnberger Straße nehmen musste. Die Brücke über die Rezat sei eigens abgestützt worden, um dem Gewicht standzuhalten, so die Zeitzeugen.

Die Polizei sei „mit einem Großaufgebot“ im Einsatz gewesen, um das Areal abzusperren. Dann wurde die „Bamberg“ aus der Nürnberger Straße nach links auf den Schlossplatz gebracht, weil die Kurve in dieser Richtung weniger eng war. Auf dem Platz wurde das Schiff dann vorsichtig gedreht, ehe der Transport über die Schloßstraße und die Brauhausstraße und schließlich stadtauswärts weiterging.

Das könnte Sie auch interessieren
Ansbacher Alltag vor 100 Jahren: Mit Bubikopf und HängekleidchenWechselhafte Geschichte: Feuerwehr Ermetzhofen feiert 150-jähriges BestehenHeimatmuseum Dietenhofen wirbt für gemeinsame Großeltern-Enkelkind-BesucheUnmut über die Gastronomie in den drei Gasthäusern im Freilandmuseum Bad WindsheimDer „Vater der ungarischen Komponisten”: Wie Hans von Koessler nach Ansbach kam64 Meter Gleis: „Großer Bahnhof” beim Historischen Verein Bad WindsheimAusstellung in Flachslanden: Heimatverein erzählt die Geschichte der SchürzeGedenkfeier für Johann Peter Uz in Ansbach – Neue Büste enthüllt„Mammutaufgabe” in Rothenburg: Millionenprojekt in der Altstadt ist abgeschlossen„Eisenhans” und Feuerwerk: Mittelalterliches Marktfest in Markt Erlbach 2026Ansbacher Alltag vor 100 Jahren: Die Schmiede kämpfen ums ÜberlebenSieglinde Botteschs „Hexenzyklus”: Ausstellung im Haus der Geschichte DinkelsbühlHeimat-Erlebnistag im Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim: Was Familien geboten istAnsbacher Alltag vor 100 Jahren: Bäume für das UlanendenkmalFast 800 Jahre Geschichte: der Friedhof in Weidenbach

Offenbar kamen häufiger Boote durch Ansbach

Die „Bamberg“ sei allerdings nicht das einzige Schiff gewesen, das durch Ansbach gefahren wurde. Die FLZ-Leser, die in den 1950er Jahren Teenager waren, berichteten von mehreren Booten, die damals entweder von Nürnberg Richtung Würzburg oder umgekehrt auf Anhängern gezogen wurden – wohl auf dem Weg zu neuen Einsatzorten.

Teils seien auch zwei Schiffe direkt hintereinander unterwegs gewesen, was sowohl in Ansbach als auch bei Heilsbronn beobachtet wurde. Und je nach Größe der Boote waren eben der Abstecher auf den Schlossplatz sowie das Wendemanöver nötig.


Lara Hausleitner
Lara Hausleitner
Redakteurin für Lokales und Kultur - und Reisende aus Leidenschaft.

"I have never written a word that did not come from my heart. I never shall."
Nellie Bly
north