Vom fränkischen Ipsheim ins norddeutsche Bremen ist Niklas Stark einen weiten Weg gegangen, doch seine Wurzeln im hiesigen Landkreis hat er nicht vergessen. Zwischen Abstiegskampf und Zukunftsplänen hat der Fußballprofi seine Prioritäten klar im Blick.
Nach seinen ersten fußballerischen Gehversuchen beim FSV Ipsheim und anschließend beim TSV Neustadt, wechselte er zum 1. FC Nürnberg, wo ihm der Sprung in den Profibereich gelang. Von dort nahm seine Karriere Fahrt auf: zwei Europameistertitel mit der deutschen Nachwuchsnationalmannschaft, dann Bundesliga für Hertha BSC und schließlich das grüne Trikot des SV Werder Bremen. .
Im Großen und Ganzen ist Stark durchaus im Reinen mit seiner Laufbahn: „Auf das, was ich in meiner Karriere gemacht habe, und wie ich es gemacht habe, bin ich sehr stolz”. Zu dieser Zufriedenheit hat er momentan allerdings nicht allzu viel Grund: Sein Verein hat schwer zu kämpfen, es droht der Abstieg. Erschwerend kam für ihn dazu, dass er lange Zeit nicht selbst eingreifen konnte, weil er immer wieder verletzt war.
Angesichts seiner Erfahrung interpretiert er seine Rolle im Team als Mentor und Vorbild für Jüngere. Das Wort des Führungsspielers hat sowohl in der Kabine als auch auf dem Platz Gewicht, denn schließlich ist ihm die aktuelle Situation seiner Mannschaft nicht ganz fremd. Auch bei Hertha BSC hat er herausfordernde Zeiten erlebt, doch damals wie heute stand und steht er für Disziplin und Kampfgeist: „Ich habe schon Abstiegskämpfe erlebt und am Ende doch noch den Klassenerhalt geschafft”. Gerade deshalb weiß er, worauf es in ungewissen Zeiten ankommt: Ruhe und Zusammenhalt. „Wir haben aktuell eine Situation hier im Verein, der gilt es, meine komplette Aufmerksamkeit zu widmen. Alles andere steht jetzt erst mal im Hintergrund”, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.
Dass ihm die aktuelle Situation nahegeht, ist im Gespräch deutlich zu merken. Weitreichende Zukunftspläne haben da wenig Raum. Konkrete Überlegungen gibt es noch nicht, sagt Stark, auch dass er sich bewusst auf das Hier und Jetzt konzentrieren müsse und wolle. Also keine Rückkehr in die Heimat? „Ich sage niemals nie”, heißt es vom 30-Jährigen: „Über die Jahre hab ich immer wieder den Gedanken gehabt, dass es doch schön wäre, nochmal was in die Richtung zu machen.” Zwar wohnt er inzwischen natürlich im hohen Norden, aber die Verbindung zu Mittelfranken, zu Nürnberg, zu Ipsheim ist geblieben: „Ich verfolge das Ganze auf jeden Fall und schaue auch ab und zu hin”.
Ob er irgendwann mal als Trainer arbeitet oder ob er dem Fußballgeschäft nach seiner aktiven Karriere vollständig den Rücken kehrt – all das ist im Moment noch offen. Ganz nach dem Motto: Alles kann, nichts muss, sei für ihn das „richtige Timing” entscheidend.
Klar ist für ihn allerdings heute schon: Zunächst will er den Ball buchstäblich „flach halten” (und möglichst hoch gewinnen). Dem Klassenerhalt gilt der Fokus und dann? „Wenn ich mal aufhöre, will ich das Ganze erst mal sacken lassen”, sagt er, „Dann kommt der Moment, wo man schaut: Was passt? Was fühlt sich richtig an?”, schließlich hat ihn der richtige Riecher auf und abseits des Rasens weit gebracht.
Ob Werder Bremen noch einmal dem Abstieg entkommt, wird sich zeigen – er wird jedenfalls weiterhin alles geben für seinen Verein. Denn eines sind die Franken ja bekanntlich: stur, und „aufgeben” zählt nun mal nicht zu den hervorstechendsten Charaktereigenschaften eines Ipsheimers. .