Neuer Kommandant für die Feuerwehr in Neustadt/Aisch: Andreas Meyer übernimmt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.01.2026 11:04

Neuer Kommandant für die Feuerwehr in Neustadt/Aisch: Andreas Meyer übernimmt

Bürgermeister Klaus Meier (rechts) gratuliert dem neuen Neustädter Kommandanten Andreas Meyer (Mitte). Stellvertreter Christian Klama komplettiert das Führungsteam der Wehr. (Foto: Johannes Zimmermann)
Bürgermeister Klaus Meier (rechts) gratuliert dem neuen Neustädter Kommandanten Andreas Meyer (Mitte). Stellvertreter Christian Klama komplettiert das Führungsteam der Wehr. (Foto: Johannes Zimmermann)
Bürgermeister Klaus Meier (rechts) gratuliert dem neuen Neustädter Kommandanten Andreas Meyer (Mitte). Stellvertreter Christian Klama komplettiert das Führungsteam der Wehr. (Foto: Johannes Zimmermann)

Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Neustädter Feuerwehr hat einen neuen Kommandanten. Der frühere Stellvertreter Andreas Meyer leitet ab sofort die größte Wehr im Landkreis. Vor allem Bürgermeister Klaus Meier mahnte allerdings wegen einschlägiger Erfahrungen aus der Vergangenheit gleich mehrmals zum Zusammenhalt.

Florian Brandt war im Jahr 2022, am Wahl-Freitag fast auf den Tag genau vor vier Jahren, zum neuen Neustädter Kommandanten gewählt worden. Eine Personalie, die feuerwehrintern nicht gänzlich unumstritten war. Denn zuvor hatten sich Grüppchen gebildet, es rumorte in den Reihen der Feuerwehr, einige waren deshalb sogar vom Dienst zurückgetreten.

Wahlleiter Meier mahnte deshalb dringend, zusammenzustehen, und die Vergangenheit ein für alle Mal ruhen zu lassen. „Neustadt war immer die Vorzeige-Feuerwehr im Landkreis”, betonte der Bürgermeister. „Dieser Ruf hat unter den damaligen Vorkommnissen gelitten.” Die Neustädter Wehr sei mit „Schadenfreude diverser Landkreis-Bürger überschüttet” worden.

Meier: „So etwas darf nie wieder passieren.” Stattdessen müsse den Einsatzkräften wieder jene „Bewunderung” zuteilwerden, die sie für ihr überaus anspruchsvolles Ehrenamt verdient hätten. Auch Thomas Kursawe, in der Stadtverwaltung fürs Feuerwehrwesen zuständig, bat um eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Krisenanrufe in den Abendstunden – um 21, 22 oder gar 23 Uhr –, wie in der Vergangenheit passiert, wolle er jedenfalls nicht mehr erleben. „Das ist auch an der Verwaltung nicht spurlos vorbeigegangen.” Kursawe verglich diese Zeit mit einem Marathon.

Ein neues Feuerwehrhaus

Im Gegenzug sorgte und sorgt die Stadt Neustadt aktuell noch für hervorragende Rahmenbedingungen: Das noch in Bau befindliche, neue Gerätehaus an der B470 habe sich die Stadt letztlich rund 17 Millionen Euro kosten lassen, wie Meier betonte. Das hätten die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner auch verdient, wenn diese im Gegenzug „am gleichen Strang ziehen”. Die Neuwahlen waren nun nötig geworden, weil Amtsinhaber Florian Brandt zum neuen Kreisbrandinspektor (KBI) für den Abschnitt A – dem südöstlichen Landkreis – befördert worden war.

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Bevor jedoch ein Nachfolger gewählt wurde, verabschiedete die Feuerwehrvereinsvorsitzende Sandra Baum erst einmal Florian Brandt. Nein, ein großes Fest habe man ihm nicht bereitet, „es ist ja auch kein klassischer Grund zum Feiern”. Dafür erinnerte Baum noch einmal an Brandts Neustädter Feuerwehranfänge. Im Jugend-Fragebogen habe der neue KBI mit zarten zwölf Jahren angegeben, zwei bis drei Stunden wöchentlich für die Feuerwehr investieren zu wollen. Das habe als Kommandant letztlich noch nicht einmal für einen Tag gereicht.

Der Kommandant der Neustädter Feuerwehr Florian Brandt (rechts), hier bei der Schlüsselübergabe für das neue Mehrzweckfahrzeug mit Bürgermeister Klaus Meier, wird neuer Kreisbrandinspektor im Abschnitt A des Landkreises (Archivbild: Ute Niephaus)
Der Kommandant der Neustädter Feuerwehr Florian Brandt (rechts), hier bei der Schlüsselübergabe für das neue Mehrzweckfahrzeug mit Bürgermeister Klaus Meier, wird neuer Kreisbrandinspektor im Abschnitt A des Landkreises (Archivbild: Ute Niephaus)

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Sandra Baum und Klaus Meier dankten Brandt für dessen Einsatz, der sehr, sehr zeitintensiv war. Besonders das Jahr 2024 war extrem einsatzreich, dazu kamen unzählige Termine, Absprachen und Telefonate in Sachen Feuerwehrhaus-Neubau und für die eine oder andere Beschaffung. Der scheidende Kommandant habe in den vier Jahren Großes geleistet. Der Bürgermeister erklärte: „Trotz immer wiederkehrender Querschläger hast du deine Sache gut gemacht.” Baum sagte auch klar: „Als Führungskraft wird man immer Kritiker haben.”

Drei Kandidaten fürs Amt

Florian Brandt hatte sich zuvor in seiner Wehr umgehört und Gespräche geführt, wer Interesse und die Fähigkeiten hätte, ihm nachzufolgen. Dabei hatten sich drei Personen herauskristallisiert: Dominic Bauereiß, Andreas Meyer und Stefan Weiskirchen. Bauereiß beschwor die Gemeinschaft und betonte, dass der beste Fuhrpark und das neueste Haus nichts nutzten, wenn keine Mannschaft vorhanden sei – keine Feuerwehrleute, die retten, bergen, löschen und schützen. Weiskirchen bedankte sich für den „so fairen und respektvollen” Umgang unter den Kandidaten im Vorfeld der Wahl. „Egal, was heute passiert, ich werde mit Freude weitermachen, das ist mein Hobby.” Neuerliche Lagerbildungen werde es nicht geben.

Thomas Kursawe, der gemeinsam mit Bürgermeister Meier und Verwaltungskollegin Daniela Stiller für die Wahl im Einsatz war, hatte zuvor noch einmal auf die große Verantwortung und die vielen Aufgaben eines Neustädter Kommandanten verwiesen, „damit jeder weiß, was auf ihn zukommt”. Und das alles im Ehrenamt, wofür nicht nur der Leiter des städtischen Ordnungsamtes seinen tiefsten Respekt aussprach. „Ihr habt immer unsere Unterstützung.”

68 Wahlberechtige hatten den Weg ins Feuerwehrhaus gefunden – und wählten, mit Urne und Kabinen, geheim ihren neuen Kommandanten. Ergebnis des ersten Durchgangs: elf Stimmen für Dominic Bauereiß, 28 für Andreas Meyer und 29 für Stefan Weiskirchen. Damit hatte niemand die nötigen 50 Prozent. Stichwahl. Die endete schließlich „mit dem knappst möglichen Ergebnis”, sagte Wahlleiter Meier. Weiskirchen: 33 Stimmen. Meyer: 35 Stimmen.

Das „A und O”: Zusammenhalt

Andreas Meyer war bereits bei den 2022er-Wahlen neben Christian Klama zum Kommandantenstellvertreter gewählt worden, war aufgrund der Querelen aber zwischenzeitig zurückgetreten. Nun steht der 35-Jährige also als Kommandant für mindestens sechs Jahre an der Spitze der Feuerwehr – diese Hoffnung äußerte zumindest Kreisbrandrat Alfred Tilz, der es sich nicht nehmen ließ, die erste Gratulationsrede zu halten. Er wünschte Meyer eine glückliche Hand. Und: „Haltet zusammen, das ist das A und O.”

„Du hast eine riesige Erfahrung, Andi”, lobte denn auch Meier. Er empfahl den Wehrleuten „Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation”, direkt im persönlichen Gespräch, nicht hintenrum via WhatsApp. Damit die Neustädter „im neuen Feuerwehrhaus wieder eine Vorzeigefeuerwehr werden”. Schließlich bildete sich eine lange Schlange, die Kameradinnen und Kameraden wollten dem Wahlsieger persönlich gratulieren.

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