Neue Plattform in Sachsen bietet Ausblick auf Bergbau-Folgen | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 06.05.2026 15:41

Neue Plattform in Sachsen bietet Ausblick auf Bergbau-Folgen

Die ersten Besucher stehen auf der neuen Aussichtsplattform am Schacht 371 des ehemaligen Bergbauunternehmens Wismut AG. Hier und an anderen Stellen in Sachsen und Thüringen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Uran abgebaut. (Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn)
Die ersten Besucher stehen auf der neuen Aussichtsplattform am Schacht 371 des ehemaligen Bergbauunternehmens Wismut AG. Hier und an anderen Stellen in Sachsen und Thüringen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Uran abgebaut. (Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn)
Die ersten Besucher stehen auf der neuen Aussichtsplattform am Schacht 371 des ehemaligen Bergbauunternehmens Wismut AG. Hier und an anderen Stellen in Sachsen und Thüringen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Uran abgebaut. (Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn)

Touristen im Erzgebirge können eine neue Aussichtsplattform besuchen und damit einen Eindruck von den Folgen des Bergbaus in der Region bekommen. Sie steht am Wismut-Schacht 371 bei Hartenstein südöstlich von Zwickau. 

Von der Plattform aus haben Besucher einerseits eine eindrucksvolle Sicht auf die einstige Haldenlandschaft von Aue-Bad Schlema und Schneeberg, die heute renaturiert ist, wie die Geschäftsführerin der Wismut Stiftung, Julia Dünkel, sagte. Zudem biete sich mit der ehemaligen Skiptrasse, auf der früher nicht brauchbares Gestein auf die Halde transportiert wurde, auch eine Sichtachse zum historischen Förderturm von Schacht 371.

Der Uranbergbau und seine Folgen

Die Schachtanlage 371 und die renaturierte Haldenlandschaft stehen in der Montanregion Erzgebirge für die Phase des Uranbergbaus. Das Bergbauunternehmen Wismut hatte nach dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen und Thüringen Uran abgebaut und aufbereitet für Atomwaffen und Kernkraftwerke in der damaligen Sowjetunion. Dabei entstanden immense Umweltschäden. Nach der Wiedervereinigung kam das Unternehmen in Bundesbesitz mit dem Auftrag, diese Altlasten zu sanieren.

Um die verbleibenden materiellen und immateriellen Hinterlassenschaften - das sogenannte Wismut-Erbe - soll sich die vor einigen Jahren ins Leben gerufene Stiftung kümmern. Dazu zählen etwa geologische Archivalien, das Traditionswesen der Bergleute und Erinnerungen von Zeitzeugen, aber auch Literatur, Filme und mehr als 4.000 Kunstwerke. Dazu sind ein digitaler sowie zwei physische Präsentationsorte vorgesehen: Schacht 371 im sächsischen Hartenstein sowie Ronneburg in Ostthüringen.

Ausstellung im Maschinenhaus an einzelnen Wochenenden

Neben der neuen Aussichtsplattform lockt in Hartenstein das Maschinenhaus am Schacht 371 an ausgewählten Wochenenden (06./07.06.; 04./05.07.; 12./13.09. und 26./27.09.) mit der Ausstellung „No Secret“, die den Arbeitsalltag und den weltpolitischen Kontext des Uranbergbaus in der DDR, seine Folgen für Mensch und Umwelt sowie die Sanierung der Altlasten seit der Wiedervereinigung in den Blick nimmt. 

Außerdem wird am Standort eine Sammlung von Mineralien des ehemaligen Bergbaubetriebes Aue gezeigt - an sieben Tagen in diesem Jahr. Die genauen Daten gibt es unter www.wismut.de/standorte/wismut-erleben/lagerstaettensammlung.

© dpa-infocom, dpa:260506-930-43197/1


Von dpa
north