Neue FLZ-Serie „Karpfenzeit”: Wie das Abfischen mit dem Netz läuft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.09.2024 11:10

Neue FLZ-Serie „Karpfenzeit”: Wie das Abfischen mit dem Netz läuft

Abfischen am Klosterweiher in Heilsbronn: In Bottichen werden die Karpfen gewaschen. (Foto: Daniela Ramsauer)
Abfischen am Klosterweiher in Heilsbronn: In Bottichen werden die Karpfen gewaschen. (Foto: Daniela Ramsauer)
Abfischen am Klosterweiher in Heilsbronn: In Bottichen werden die Karpfen gewaschen. (Foto: Daniela Ramsauer)

Die Monate mit „R“ haben Karpfenliebhaber herbeigesehnt. Auch die FLZ-Redaktion: Bis in den April wird sie sich in der Serie „Karpfenzeit“ den Speisefischen widmen. Dabei geht`s nicht nur ums Essen, sondern auch um Lebensraum, Kunst, Kultur und Kurioses. Los geht`s mit der Frage: „Warum wird überhaupt abgefischt?“

Wenn die Fischer das große Netz durch den Teich ziehen und nach und nach immer mehr Karpfen darin zappeln, ist das für Harald Siller „ein schöner Tag“. Der 64-Jährige ist Obmann der Weihergemeinschaft Ansbach und Teichwirt in der vierten Generation. Von ehemals 18 Karpfenteichen besitzt er heute noch elf.

Teiche werden weitgehend abgelassen

Beim Vor-Ort-Termin am Heilsbronner Klosterweiher erklärt Harald Siller, was es mit dem Abfischen auf sich hat. Ab September, wenn es kühler wird, werden traditionell die Teiche in der Region nach und nach abgefischt. Harald Siller mag diese Zeit, denn die Teichwirte „sehen hier die Arbeit ihres ganzen Jahres“.

Je nach Größe des Gewässers und der Anzahl der „Erntehelfer“ dauert das „Abfischen“ laut dem Weihergemeinschafts-Obmann zwischen einer und drei Stunden. Dafür wird der Teich weitestgehend abgelassen.

Wenn sie etwa knietief in den Wathosen im Wasser stehen können, gehen die Fischer rein. Von zwei gegenüberliegenden Ufern ziehen sie mit einem Netz nach und nach die Fische zusammen. Bis auf Klatschgeräusche der Fischlaiber, die sich immer dichter im Netz drängen, ist es still. Die Fischer arbeiten hochkonzentriert. Und schnell: ist das Netz voll mit Fischen, die mit Keschern aus dem Wasser geholt werden. Eimerweise landen sie in Wasserbassins und werden von Schlamm abgewaschen.

Abfischen ist einfacher als Angeln

Ein beeindruckendes Ritual – doch muss es sein? Kann man Karpfen nicht auch angeln? „Abfischen ist die einfachste und wirtschaftlichste Art und Weise, an Karpfen zu kommen“, erklärt Teichwirt Siller.

Klar könne man Karpfen auch angeln. Bei dieser Fischart sei das aber so eine Sache. „Man kann Glück haben oder nicht. Es ist nicht garantiert, dass sie beißen.“ Selbst der beste Köder helfe an manchen Tagen nicht, die Karpfen lassen ihn links liegen. „Aber wer Geduld hat, kann das schon machen“, meint der 64-Jährige. Für die Ungeduldigen wird abgefischt. 800 bis 1000 Karpfen werden aus einem Gewässer wie dem Heilsbronner Klosterweiher geholt. K3 werden die Fische genannt, die aktuell aus den Weihern geerntet werden. Die Drei hinter dem „K“ steht für das Alter. Die Fische, die in dieser Saison abgefischt werden, haben drei Sommer im Karpfenteich verbracht, ihr Gewicht nun beträgt ein bis 1,5 Kilogramm.

Gute Bedingungen in diesem Jahr

Der gerade zu Ende gegangene Sommer ist mitentscheidend für die Qualität. „Es war ein guter“, sagt Harald Siller. Dank des regnerischen Frühjahrs sei genügend Wasser in den Teichen gewesen. Die anschließend durchgehend warme Witterung habe den wärmeliebenden Karpfen, die ursprünglich aus Südostasien stammen, gutgetan.

Die abgefischten Tiere werden lebend an Direktvermarkter oder Gaststätten weiterverkauft. Wer sie bis zum Verzehr im großen Becken oder Aquarium hält, sollte dies bei wärmeren Temperaturen nicht länger als eine Woche tun. Ansonsten würden die Fische zu sehr gestresst. Im Erdteich oder einem Betonbecken jedoch hielten sie länger durch.

Insgesamt ist der Karpfen eine „sehr robuste Fischart. Die Techniken, die wir heute anwenden, werden seit Jahrhunderten so praktiziert“, sagt der Fischexperte Harald Siller.

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