Eine vollautomatische Zuschnittanlage mit Plattenlager, Kantenleimmaschinen, eine Säulenbohrmaschine: Der Maschinenpark des insolventen Küchenplattenherstellers Lechner wurde in den vergangenen drei Tagen versteigert.
Auf der Online-Auktionsplattform Surplex, die auf den Handel mit Gebrauchtmaschinen spezialisiert ist, kamen insgesamt 949 Positionen unter den Hammer. Neben großen Fertigungsmaschinen, insbesondere aus den Bereichen Holz-, Glas- und Steinbearbeitung, wurden dort zum Beispiel auch Fahrzeuge, Büroinventar oder Mikrowellen versteigert.
Mehr als 50 Gebote wurden auf einige der Maschinen abgegeben. Die hochwertigsten Anlagen konnten zusätzlich virtuell in einem 3D-Rundgang begutachtet werden. Das Auktionshaus schreibt zu der Versteigerung: „Auch wenn die Schließung für den Betrieb einen großen Verlust und das Ende eines langen Weges bedeutet, bietet sich für andere Unternehmen der Branche die Möglichkeit, günstig an hochwertige Maschinen zu kommen.“
Bereits im Dezember des vergangenen Jahres wurde klar, dass die Rettungsbemühungen für das Unternehmen gescheitert sind und die Hauptsparte mit der Produktion von Küchenarbeitsplatten aus Holz und Stein aufgelöst wird. Kurze Zeit später kam dann die nächste schlechte Nachricht.
Auch für die kleine Glasplatten-Abteilung wurde kein Investor gefunden. Der letzte Übernahmeinteressent hatte sein Angebot zurückgezogen. Damit war klar, dass die Traditionsfirma mit ihren rund 300 Mitarbeitenden restlos aufgelöst wird. Ein Team ist derzeit noch mit der Abwicklung beschäftigt. Unklar war bis dato noch, was mit den großen Firmenhallen passiert. Die Insolvenzverwaltung gab dazu keine Stellungnahme ab.
Geklärt hingegen ist, was mit dem Markennamen und dem Logo passiert: Dafür hat sich ein Käufer gefunden: der Natursteinverarbeiter Monser im niedersächsischen Nordhorn, der seinerseits von der Berliner Medici-Gruppe übernommen wurde.
Gunther Schmidt, der die Gruppe gemeinsam mit Michael Ambros gegründet hat, stammt aus Burgbernheim und will unter dem Namen Lechner weiterhin Küchenplatten vertreiben – der Fokus soll dabei allerdings zukünftig auf dem Online-Vertrieb liegen. „Die Offline-Marke soll online weiterleben“, sagte Ambros auf Nachfrage der Redaktion. Mitarbeitende seien jedoch keine übernommen worden. „Dafür waren wir zu spät dran“, so Ambros. „Wenn wir früher von der Schieflage erfahren hätten, hätten wir uns vorstellen können, das gesamte Unternehmen zu übernehmen und die Produktion am bisherigen Standort zu belassen.“