Natürlich freut man sich bei der Stadt, dass der Bund die Ansbacher Feuerwehr mit Katastrophenschutz-Fahrzeugen ausstattet. Doch das Geschenk hat seine Schattenseiten: Weil in der Hauptfeuerwache in Eyb kein Platz ist, muss eine Fahrzeughalle angebaut werden. Der aktuelle Kostenrahmen: 1,48 Millionen Euro.
Ende Januar hatten die Stadträte die Planungsleistungen für den Bau einer geschlossenen und temperierten Halle mit vier Stellplätzen beschlossen. Sie soll direkt im Nordwesten an die Hauptwache angebaut und mit einem Gang mit dem bestehenden Gebäude verbunden werden. Schätzungen gingen vor zehn Monaten von rund 965.000 Euro aus.
Inzwischen sind die Planungen konkret, wie Hochbauamts-Chef Dr. Frank Simons im Bauausschuss vortrug. Wegen der komplizierten Gründung im ehemaligen Schwemmland der Rezat müssen Gusspfähle unter dem Fundament in den Untergrund gerammt werden. Darauf wird eine Halle mit Satteldach und einem Holztragwerk errichtet. Die Fassade soll mit Polycarbonatplatten verkleidet werden. Als Bodenbelag wünscht sich die Feuerwehr einen keramischen Belag, wie er auch in der Hauptwache liegt. An den Ausfahrten sind vier Sektionaltore vorgesehen.
Über die vier Stellplätze hinaus soll zusätzlicher Raum für Regale entstehen, in denen die Feuerwehr das umfangreiche Zubehör lagern will. Die neue Halle bekommt eine Klimaanlage sowie eine Wasser-, Abwasser-, Druckluft- und Elektroinstallation. Außerdem ist der Einbau eines neuen Ölabscheiders – auch für das Bestandsgebäude – erforderlich.
Auf der Basis der aktuellen Planung rechnet der Architekt mit Gesamtkosten von rund 1,23 Millionen Euro. Zuzüglich der Baunebenkosten von rund 247.000 Euro ergeben sich Gesamtkosten von rund 1,48 Millionen Euro.
„Die Kostensteigerungen sind kein Spaß”, meinte Oberbürgermeister Thomas Deffner, und sein Baumeister lieferte eine ausführliche Begründung für die gewaltige Steigerung. Der Kostenrahmen sei eine „grobe Schätzung”, die eine Abweichen von plus-minus 30 Prozent erlaube, so Simons. Darüber hinaus seien die Baukosten in den vergangenen Monaten um fünf Prozent gestiegen. Wegen der gewünschten Regalflächen müsse die Halle um 20 Prozent größer gebaut werden, und die Regaleinbauten verursachten 50.000 Euro Zusatzkosten. Der Verbindungsgang zur Hauptwache und die Außenanlagen einschließlich des neuen Ölabscheiders treiben den Preis weiter hoch.
„Wie sieht es mit Fördermitteln aus?”, fragte CSU-Fraktions-Chef Jochen Sauerhöfer. Es gebe nur eine Förderung pro Stellplatz, erwiderte Simons. Er rechne nicht mit mehr als 120.000 Euro.
Der Bauausschuss stimmte den Planungen einstimmig zu. So geht es weiter: Es ist vorgesehen, im ersten Quartal 2026 mit den Gründungsarbeiten zu beginnen. Das ist aber nur möglich, wenn bis dahin die Integrierte Leitstelle von Eyb vollständig in den Neubau in Brodswinden umgezogen ist. Klappt das, will man das neue Gebäude bis zum vierten Quartal 2026 oder bis zum ersten Quartal 2027 fertigstellen.