Die Vereinigten Staaten haben ihre Langstreckenbomber US-Medien zufolge aus Sorge vor einem möglichen iranischen Drohnenangriff von einem Militärstützpunkt in Großbritannien abgezogen. Es habe dringende Bedenken vor einem potenziellen komplexen Angriff - angeordnet von den iranischen Revolutionsgarden - gegeben, schrieb das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf über die Angelegenheit informierte US-amerikanische und europäische Beamte.
Der geplante Angriff war demnach Teil eines vielschichtigen iranischen Komplotts, der darauf abzielte, die Flugzeuge anzugreifen und Personal auf dem Stützpunkt RAF Fairford zu töten, darunter auch US-Piloten.
Auch das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete gestützt auf US-Beamte, dass der Anlass für den Abzug von rund einem Dutzend B-1-Bombern am Wochenende Geheimdienstinformationen gewesen seien, die auf einen möglichen iranischen Drohnenangriff hindeuteten.
US-Präsident Donald Trump bestätigte einen solchen Grund am Montag nicht. Auf die Frage eines Reporters, ob die Gefahr bestehe, dass der Iran Kampfdrohnen nach Großbritannien gebracht und ob er deshalb die Bomber abgezogen habe, antwortete er: „Das kann ich Ihnen nicht sagen“. Wenn der Iran das getan hätte, würde er einen hohen Preis dafür zahlen.
Ohne diese zu konkretisieren, erwähnte Trump aber, dass es Bedrohungen gegeben habe. „Warum sollten wir die Bomber also dort lassen? Also haben wir sie ein wenig verlegt, nicht sehr weit“, sagte der US-Präsident. Auf Nachfrage eines Journalisten sagte er, dass die Menschen, die hinter der Bedrohung steckten, vermutlich in Verbindung mit dem Iran stünden.
Stunden zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio dagegen betont, dass der Abzug nicht in direktem Zusammenhang mit mutmaßlichen Terrordrohungen stehe. „Ich würde das nicht unmittelbar mit der Entscheidung über die Verlegung in Verbindung bringen“, sagte Rubio. Grundsätzlich sei die Verlegung „nichts Ungewöhnliches“.
Die „New York Times“ hatte bereits am Sonntag berichtet, dass neue Drohungen gegen den Militärstützpunkt der Grund für den überraschenden Abzug der US-Bomber gewesen seien. Es gebe Informationen über einen vom Iran unterstützten Anschlag auf den Stützpunkt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf zwei US-Beamte - ohne den Inhalt der Informationen genauer zu spezifizieren.
Die US-Streitkräfte hatten im März weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um so flexibler im Krieg gegen den Iran agieren zu können. Wären diese oder US-Soldaten tatsächlich durch einen iranischen Drohnenangriff auf dem Stützpunkt getroffen worden, hätte das auch im Nahen Osten wieder zu einer erheblichen Eskalation des festgefahrenen Kriegs führen können.
Das „Wall Street Journal“ hatte bereits vor dem Abzug der Bomber vergangene Woche berichtet, dass US-Beamte Kenntnis über einen Komplott mit Verbindung zum Iran hätten, dessen Ziel es sei, Flugzeuge und Personal auf dem Stützpunkt anzugreifen. Die iranischen Revolutionsgarden rekrutierten demnach britische Staatsangehörige, um den Plan auszuführen. Er habe mehrere Schritte umfasst, darunter ein Ablenkungsmanöver in der Umgebung, schrieb die Zeitung.
Ende September waren fünf Männer mit britischer Staatsangehörigkeit nahe dem Stützpunkt aufgegriffen worden. Sie werden der Vorbereitung einer terroristischen Tat verdächtigt. Gegen sie wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Inzwischen sind sie unter strengen Auflagen wieder freigelassen worden.
Großbritanniens Premierminister Andy Burnham hatte nach ihrer Festnahme Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran bestätigt. US-Außenminister Rubio hatte von einer Beteiligung eines „ausländischen Akteurs“ gesprochen.
Ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft wurde kurz darauf ebenfalls zwischenzeitlich festgenommen und dann unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.
Ob die Festgenommenen mit dem mutmaßlich geplanten Drohnenangriff in Verbindung stünden oder ob sie einen anderen Angriff planten, sei unklar, zitiert „Axios“ US-Beamte.
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