Luft wurde gemessen: Bad Windsheim will Heilbad bleiben | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.08.2023 15:07

Luft wurde gemessen: Bad Windsheim will Heilbad bleiben

Wer von Obernzenn kommend in Richtung Bad Windsheim unterwegs war und das erste Tor in Ickelheim passieren musste, sah beim Blick nach links stets die Messstation stehen. Mittlerweile ist sie abgebaut worden. Die Station hat zahlreiche Daten gesammelt, die nun ausgewertet werden. (Foto: Nina Daebel)
Wer von Obernzenn kommend in Richtung Bad Windsheim unterwegs war und das erste Tor in Ickelheim passieren musste, sah beim Blick nach links stets die Messstation stehen. Mittlerweile ist sie abgebaut worden. Die Station hat zahlreiche Daten gesammelt, die nun ausgewertet werden. (Foto: Nina Daebel)
Wer von Obernzenn kommend in Richtung Bad Windsheim unterwegs war und das erste Tor in Ickelheim passieren musste, sah beim Blick nach links stets die Messstation stehen. Mittlerweile ist sie abgebaut worden. Die Station hat zahlreiche Daten gesammelt, die nun ausgewertet werden. (Foto: Nina Daebel)

Die Stadt Bad Windsheim möchte ihr Heilbad-Prädikat behalten. Dafür muss sie nachweisen, dass in der Kommune gute Luft geatmet wird. Deswegen hat sie deren Qualität in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst ein Jahr lang messen lassen. Vor kurzem nun wurden die Messstationen abgebaut. Auf das Gutachten muss aber noch gewartet werden.

Sobald eine Kommune als Heilbad anerkannt worden ist, behält sie den Titel nicht automatisch bis in alle Ewigkeit. Alle zehn Jahre muss die Zertifizierung erneuert werden. Damit einher geht, dass auch alle zehn Jahre die Qualität der Luft kontrolliert werden muss. Mit den Messungen wird dann ein offiziell anerkannter Partner beauftragt. Im Falle von Bad Windsheim ist das der Deutsche Wetterdienst.

Gemessen wurde an acht Standorten

Den Status als Heilbad trägt Windsheim seit dem Jahr 1961. Dementsprechend hätten die Messungen der Luftqualität eigentlich bereits 2021 vorgelegt werden müssen. Doch die Corona-Pandemie hatte dazu geführt, dass Fristen neu gesetzt wurden. Denn wichtig ist, dass während der Daten-Erfassung kein Ausnahmezustand herrscht, sondern alles seinen gewohnten Gang geht. Was langfristig vom Normalzustand abweicht, würde zu verfälschten Ergebnissen führen.

Gemessen wurde an insgesamt acht Standorten. Vier davon lagen innerhalb der Stadt. Eine Station wurde in den Weinbergen bei Ickelheim errichtet und je eine in den Teilorten Külsheim, Lenkersheim und Ickelheim. Die Auswahl der Standorte war nicht dem Zufall überlassen worden. Vielmehr haben die Verantwortlichen der Stadt und die des Deutschen Wetterdienstes die Plätze gemeinsam festgelegt. Und zwar nach den Kriterien der Kurortvorgaben. Die wiederum wurden vom Deutschen Heilbäderverband und vom Deutschen Tourismusverband festgelegt. Demnach müssen die Anlagen beispielsweise auf einer Grasfläche platziert und dürfen nicht von Büschen verdeckt werden. Auch sollten gewisse Abstände zur Straße weder über- noch unterschritten werden.

Messstationen erfassten verschiedene Schadstoffe

Die Stadt war schließlich gefordert, die Messpunkte so einzurichten, dass sie funktionsfähig waren. Das bedeutete auch, Strom dorthin zu legen, wo keiner war. „Das war mitunter gar nicht so einfach“, sagte Bürgermeister Jürgen Heckel. In der Schwarzallee beispielsweise hätte sogar eine Kabelbrücke errichtet werden müssen, um den benötigten Dauerstrom garantieren zu können. Am Westring hingegen sei eigens ein Graben gebaggert worden, um die benötigten Kabel darin verschwinden zu lassen.

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Bei den erhobenen Daten der Messstationen sind verschiedene Schadstoffe erfasst worden, darunter Feinstaub, Grobstaub, Rußpartikel und Flugasche, außerdem Pollen sowie aufgewirbelte Bodenminerale. Ein weiterer wichtiger Wert sei der Stickstoffdioxid-Gehalt in der Luft, erklärte die Meteorologin Uta Zimmermann. Sie hat die Messungen in Bad Windsheim seitens des Deutschen Wetterdienstes betreut.

Einmal in der Woche mussten die Filter in den Messstationen von den Mitarbeitern der Stadtbetriebe ausgewechselt werden. Ein erstes Zwischenergebnis lag bereits Anfang des Jahres vor. Demnach waren die Kurzzeit-Richtwerte nicht überschritten worden. „In Bezug auf die Langzeit-Richtwerte sind die bisherigen Messergebnisse überwiegend im unauffälligen Bereich“, heißt es in der „Zwischeninformation der Luftqualitätsmessungen in Bad Windsheim“, erstellt im Namen des Deutschen Wetterdienstes.

14.000 Fahrzeuge täglich in Lenkersheim

Lediglich der Grobstaub zeige an zwei Messstellen erhöhte Konzentrationen an, hieß es weiter. An der Bundesstraße falle die Belastung durch Grobstaub bislang deutlich erhöht aus. Das sei zu erwarten gewesen, erklärte Bürgermeister Heckel. Schließlich würden sich rund 14.000 Fahrzeuge täglich durch Lenkersheim bewegen. Heckel warnte indes davor, das Zwischenergebnis als Abschlussergebnis zu werten. Um belastbare Aussagen zur Luftqualität treffen zu können, müssten erst alle Daten ausgewertet werden.

Wann der Stadt das offizielle Gutachten vorliegen wird, ist derzeit nicht absehbar. „Da durch corona-bedingte Verzögerungen bei den Luftqualitätsmessungen in Kurorten ein überproportionales Auftragsvolumen besteht, ist die Dauer der Bearbeitung zur Erstellung des Gutachtens nicht absehbar“, heißt es seitens des Deutschen Wetterdienstes. Sobald es fertig sei, werde es der Bad Windsheimer Verwaltung umgehend zugestellt.

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