Um die Bereiche rund um Dombach und Onolzbach vor Hochwasserschäden zu bewahren, hat die Stadt ein Konzept mit Schutzmaßnahmen erarbeiten lassen. Ende Januar hat die Verwaltung aber eine Hiobsbotschaft erhalten. Das Vorhaben steht auf der Kippe. Der Grund: die Finanzierung des Millionen-Projektes.
Während der Hochwasserschutz entlang der Rezat derzeit in aller Munde ist, ist in der Öffentlichkeit etwas in Vergessenheit geraten, dass die Stadt rund um Dombach und Onolzbach Schutzmaßnahmen plant. Vor Jahren hat die Verwaltung die Erarbeitung eines Konzeptes in Auftrag gegeben, weil größere und kleinere Überschwemmungen immer wieder für Probleme in diesen Bereichen sorgen.
Das Konzept, das 2023 den Stadträtinnen und Stadträten im Bauausschuss präsentiert wurde, sieht unterschiedliche Maßnahmen vor. Mit Blick auf den Dombach sind Querdämme sowie zwei Rückhaltebecken im Dombachtal mit insgesamt 54.000 Kubikmetern Volumen vorgesehen. Weil in der dicht bebauten Siedlung der natürliche Gewässerverlauf nicht mehr vorhanden ist, müsste auch auf den privaten Grundstücken etwas getan werden.
Für den Onolzbach schlägt das Konzept drei Rückhaltebecken bei Schalkhausen, im Fürstengraben und im Geisengrund mit einem Gesamtvolumen von 109.000 Kubikmetern, eine Abflussverbesserung, eine Gewässerrenaturierung und einen Querdamm vor. Vor über zwei Jahren landeten die Verantwortlichen bei Gesamtkosten von rund 11,4 Millionen Euro.
Doch seit dieser Vorstellung ist es ruhig geworden um das Projekt, weshalb die Stadtratsfraktion der Grünen eine Nachfrage stellte. Das Konzept wurde im vergangenen Jahr dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach (WWA) vorgelegt, wie Angelika Ruis von der Verwaltung im Umwelt- und Verkehrsausschuss berichtete. Die Behörde, die auch für die Bewilligung der Fördergelder zuständig ist, habe Nachbesserungen in einigen Teilbereichen gefordert.
Diese Nachbesserungen sind laut Ruis noch nicht abgeschlossen, sollen dem WWA bis Mitte Februar aber vorliegen und werden von der Behörde nochmals überprüft. Erst danach könne entschieden werden, „welche Maßnahmen aus dem Konzept umgesetzt werden können”.
Das Konzept muss dazu führen, dass es einen Schutz vor einem HQ 100 plus 15 Prozent gewährleistet. HQ 100 steht für 100-jährliches Hochwasser, also ein Ereignis, das nur alle 100 Jahre auftritt. Die plus 15 Prozent sind ein Aufschlag, um den Folgen des Klimawandels Rechnung zu tragen. Nur wenn diese Vorgaben erfüllt sind, gibt es auch Fördermittel.
So weit, so unspektakulär. Doch dann gab Ruis etwas bekannt, das der Ausschuss erst einmal verdauen musste. Denn nach derzeitigem Stand ist keine Maßnahme förderfähig, weil der Standard eben nicht erreicht wird, wie sie betonte. Verändern auch die Nachbesserungen diesen Stand nicht, müsste die Stadt Ansbach die Kosten zu 100 Prozent selbst stemmen, um das Konzept umzusetzen. Ob und wann mit der Umsetzung begonnen werden kann, ist Ruis zufolge deshalb derzeit noch offen.
Das Ingenieurbüro habe versucht, alles herauszuholen, legte Ruis dar. „Leider sieht es jetzt nicht gut aus, dass Fördermittel fließen.” Und weiter: „Die Alternative ist nur, dass wir diese Maßnahmen ohne Förderung umsetzen”, antwortete sie auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Gremium. Man müsse dann schauen, welche Bestandteile umgesetzt werden können, die vielleicht nicht so teuer seien.