Um die 24 Sitze im Dinkelsbühler Stadtrat bewerben sich bei der Kommunalwahl sieben Parteien und Gruppierungen, zwei mehr als vor sechs Jahren. Neu auf den Wahlzetteln stehen Die Linke und die Gruppierung Dinkelsbühl Gemeinsam Gestalten (DGG). Als einziger der amtierenden Stadträte tritt der CSU-Mann Heinrich Schöllmann nicht mehr an.
Für die CSU, die bei der Kommunalwahl 2020 neun Sitze geholt hatte, sind aktuell nur noch Klaus Huber, Kyra Hoffmann, Heinrich Schöllmann, Dieter Meyer und Manfred Scholl im Stadtrat. Schöllmann hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet, die anderen vier CSU-Gremiumsmitglieder stehen wieder auf der Liste. Unter den 24 Kandidierenden des Ortsverbands sind vier Frauen.
Die CSU unterstützt im OB-Wahlkampf als einzige Partei den seit über 22 Jahren amtierenden CSU-Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer, der hofft, von den Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühlern in seine fünfte Amtszeit geschickt zu werden.
Vier Mitglieder der CSU-Fraktion waren im Sommer 2025 ausgetreten, um die neue Fraktion DGG zu bilden: Bürgermeisterin Nora Engelhard, Andreas Schirrle, Florian Schneider und Florian Zech. Das Quartett möchte bei der bevorstehenden Kommunalwahl auf der neuen DGG-Liste antreten. Die Gruppierung musste eine Hürde überwinden: Als politischer Neuling waren 180 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern im Rathaus nötig. Das wurde wohl geschafft, die endgültige Feststellung trifft am 20. Januar der Wahlausschuss. Auf der DGG-Liste kandidieren zwölf Frauen und zwölf Männer.
Die Freien Wähler Dinkelsbühl, aktuell zweitstärkste Fraktion, schicken ihre fünf amtierenden Stadträte wieder ins Rennen: Holger Göttler, der vor sechs Jahren einer der Herausforderer von OB Hammer war und seither Fraktionssprecher ist, Dr. Matthias Lammel, Matthias Schreiber, der für Julia Kubin nachgerückt war, Markus Schneider und Alexander Wendel. Sie wollen weitermachen und sind unter den sechs Kandidatinnen und 18 Kandidaten der Liste.
14 Frauen und zehn Männer finden sich auf dem Wahlvorschlag des Grünen-Ortsverbands Dinkelsbühl, nach der Kommunalwahl 2020 mit vier Sitzen drittstärkste Kraft. Im Stadtrat sitzen: Alexander Bromberger, Stefan Klein, Robert Tafferner und Gerhard Zitzmann, der während der Legislaturperiode für David Schiepek nachgerückt war. Der damals 18-Jährige war bis dato in Dinkelsbühl jüngster Stadtrat aller Zeiten. Alle vier amtierenden Stadträte wollen ihr Mandat verteidigen.
Die Dinkelsbühler SPD hatte nach der Kommunalwahl 2020 zwei ihrer zuvor fünf Sitze verloren. Seither arbeiten die kommunalpolitisch seit vielen Jahren erfahrenen Paul Beitzer, Ulrike Fees und Dr. Klaus Zwicker im Gremium mit. Das Trio will seine Sitze verteidigen. Auf dem Wahlvorschlag finden sich die Namen von elf Frauen und 13 Männern.
Ebenfalls drei Sitze belegt die Fraktion der Wählergruppe Land im Dinkelsbühler Kommunalparlament. Sie stellt mit Georg Piott zudem den zweiten Bürgermeister. Er, Heinrich Piott und Wilfried Lehr treten bei der Wahl am 8. März wieder an. Acht Frauen haben sich auf der 24-köpfigen Liste für eine Kandidatur entschlossen.
So unterschiedlich die Parteiprogramme und Ideen für die Stadtentwicklung von DGG, Freien Wählern, Grünen, SPD und Wählergruppe Land auch sind, eines eint ihre Bewerberinnen und Bewerber um die Stadtratssitze: Sie wollen einen Wechsel an der Stadtspitze. Deshalb haben die fünf Parteien und Gruppierungen eine gemeinsame Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters: die parteilose Anja Schmidt-Wagemann, die derzeit ihre zweite Amtszeit in der Dinkelsbühler Nachbargemeinde Fichtenau hat.
In der Frage, wer künftig an der Spitze der Stadt Dinkelsbühl stehen wird, plant Die Linke, keine Wahlempfehlung abzugeben. Erstmals tritt die Partei für den Stadtrat an. Auf ihrer Liste stehen zehn Kandidierende.
Insgesamt konkurrieren um die 24 Sitze im Stadtrat 154 Personen. Darunter sind 60 Frauen, was einem prozentualen Anteil von knapp 39 Prozent entspricht.
Bei den einzelnen Parteien sieht das Bild differenzierter aus: Die CSU bringt es auf ihrer Liste auf einen Frauenanteil von rund 16 Prozent. DGG kann mit einer paritätischen Geschlechterverteilung aufwarten. Die Grünen bringen es auf einen Frauenanteil von 58 Prozent, die SPD von knapp 46 Prozent. Mit 33 Prozent ist exakt ein Drittel der Kandidierenden sowohl der Freien Wähler als auch der Wählergruppe Land weiblich. Die Linke kann auf ihrer Liste ebenfalls mit einer paritätischen Verteilung aufwarten.
Wie auf Nachfrage der FLZ zu erfahren war, hat die AfD für die Stadtrats- und Oberbürgermeisterwahl in Dinkelsbühl keinen Wahlvorschlag eingereicht.
Die sieben vorliegenden Wahlvorschläge sind bis jetzt nicht amtlich, wie der Wahlleiter im Dinkelsbühler Rathaus, Steffen Ehrmann mitteilte. Erst am 20. Januar trete der Wahlausschuss zusammen, um die Zulässigkeit formal festzustellen.