Kinderzeche: 100 Jahre Trommler und Pfeifer in Dinkelsbühl | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.07.2025 16:00

Kinderzeche: 100 Jahre Trommler und Pfeifer in Dinkelsbühl

Bei der Eröffnung der Kinderzech-Ausstellung: Philipp Kamm, Markus Schröppel, Maximilian Mattausch, Nora Engelhard, Bernd Großmann, Friedrich Weber, Georg Piott und Andreas Mack (von links) scharen sich um eine Trommlerfigur. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Bei der Eröffnung der Kinderzech-Ausstellung: Philipp Kamm, Markus Schröppel, Maximilian Mattausch, Nora Engelhard, Bernd Großmann, Friedrich Weber, Georg Piott und Andreas Mack (von links) scharen sich um eine Trommlerfigur. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Bei der Eröffnung der Kinderzech-Ausstellung: Philipp Kamm, Markus Schröppel, Maximilian Mattausch, Nora Engelhard, Bernd Großmann, Friedrich Weber, Georg Piott und Andreas Mack (von links) scharen sich um eine Trommlerfigur. (Foto: Friedrich Zinnecker)

Die Kinderzech-Ausstellung in der Hauptgeschäftsstelle der VR-Bank im südlichen Franken läutete die „fünfte Jahreszeit“ und damit den Höhepunkt im Dinkelsbühler Jahreslauf ein. Das 100-jährige Bestehen der Schwedischen Trommler und Pfeifer war dabei allgegenwärtig.

Bei der Eröffnung der Ausstellung erinnerte Bankvorstand Bernd Großmann nach der Begrüßung der Ehrengäste, Festspieler und Musiker daran, dass die Jubiläumsausstellung zu Ehren der Trommler und Pfeifer zum 20. Mal von der VR-Bank organisiert wird und erstmals in den neugestalteten Räumen stattfinden kann. Bis einschließlich Sonntag, 27. Juli, sei die Ausstellung mit ihren vielen Bildern während der Schalteröffnungszeiten zu besichtigen, hieß es.

Ein Mosaikstein in der Zeitreise lokaler Historie

Friedrich Weber, der für die mit einem flotten Musikstück einmarschierende Truppe verantwortlich ist, bezeichnete seine Musikanten als einen Mosaikstein in der 100 Jahre währenden Zeitreise der deutschen und lokalen Historie. Auch wenn es bereits 1897 die Trommler und Pfeifer als Begleiter des Fähnrichs gegeben habe, so sei die Formation als Gruppe erst bei der Uraufführung des Schwertertanzes 1925 aufgetreten. Seither führen sie die Schwedischen Truppen bei der Stadtübergabe und beim Umzug an und begleiten die Tänze des Zunftreigens.

Weber erinnerte auch an die 1985 hinzukommenden Rauschpfeifer, die seither unter der Leitung von Ernst Metzger im Schwedenlager zu alten Tänzen aufspielen. Außer einem großen Repertoire an Renaissance-Musik spiele die laut Weber „starke Gemeinschaft“ im Alter von 21 bis 75 Jahren auch neue Märsche. Das diesjährige Festabzeichen sei seiner Gruppe gewidmet, erinnerte Weber nicht ohne Stolz.

Immaterielles Kulturerbe

Als Sprecher des Vorstandsquartetts wies Maximilian Mattausch darauf hin, dass die Kinderzeche im großen Einzugsgebiet der Bank das einzige immaterielle Kulturerbe sei. Man wolle die tolle Tradition aufrechterhalten und mit einem augenzwinkernd vorgetragenen „Sendungsbewusstsein“ die Kinderzeche vielleicht auch in Weißenburg interessant machen. Gemäß Mattausch gelte es, Tradition und Leidenschaft nach außen zu tragen. Dabei seien außer der Knabenkapelle durchaus auch die Trommler und Pfeifer als Botschafter zu sehen, wurde betont.

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Bürgermeisterin Nora Engelhard und zweiter Bürgermeister Georg Piott bezeichneten sich in ihrem gemeinsamen Grußwort schon immer als Fans der Kinderzeche. Diese sei das „Prunkstück” und gleichermaßen „das Herz in Dinkelsbühl”. Auf mehreren Bildern seien die stellvertretenden Rathauschefs in ihren Jugendjahren als aktive Kinderzecher zu sehen, worauf mehrfach hingewiesen wurde.

„Prunkstück und Herz in Dinkelsbühl”

Das Schlusswort blieb dem Vertriebsdirektor der Bank, Markus Schröppel aus Neuendettelsau, vorbehalten. Er sei als auswärtiger Gast sehr gespannt auf das Festspiel. Die Ausstellung sei eine gute Einstimmung auf die Kinderzeche.

Nach dem Austeilen von Geschenken vom Veranstalter an die Protagonisten und dem Wunsch nach einer „schönen Kinderzeche“ gaben die Musiker nochmals eine Kostprobe ihres Könnens, ehe der gemütliche Teil mit angeregten Gesprächen in Vorfreude und guter Verpflegung den Abend fortsetzte.


Von Friedrich Zinnecker
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