Die Liste der Ipsheimer Bürger schickt bei der Kommunalwahl 2026 keinen Bürgermeister-Kandidaten oder -kandidatin ins Rennen. Im Gemeinderat will die Wählergruppe aber durchaus mitmischen, wie sich bei der Nominierungsversammlung am Mittwoch zeigte.
Bei der vergangenen Kommunalwahl im Jahr 2020 trat Gabi Schöttle für die Ipsheimer Bürger als Bürgermeister-Kandidatin gegen den amtierenden Rathauschef Stefan Schmidt an. Dass sie das nicht wiederholen will, stellte Ipsheims zweite Bürgermeisterin direkt klar. Zum einen sind da berufliche Gründe. Zum anderen seien sie und Schmidt „ein sehr gutes Team”, das die harmonische Zusammenarbeit gerne so wie bisher weiterführen will. Schmidt selbst hat bereits öffentlich bekundet, dass er wieder für die Wählergruppe „Ortsteile mit Ipsheim – gemeinsam stark” antreten will. Offiziell nominiert wurde er bislang nicht.
Die Versammlungsleitung am Mittwoch übernahm Rudolf Fähnlein. Er erläuterte, dass hinter den Ipsheimer Bürgern ein loser Zusammenschluss von Personen ohne feste Organisationsstruktur stecke – eine überparteiliche Wählergruppe also. In den Wahlausschuss wurden Erhard Hertlein, Ulrich Schöttle und Ernst Ripka gewählt. Insgesamt waren 36 Wahlberechtigte anwesend.
14 Personen sind bei einer Gemeindegröße, wie sie Ipsheim vorweist, im Gemeinderat vorgesehen. Neun Bürgerinnen und Bürger ließen sich zur Wahl in das Gremium aufstellen. Die Positionierung auf der Liste erfolgte nach den erhaltenen Stimmen. Eine Mehrfachnennung wurde bei den ersten fünf Personen beschlossen, um die 14 Personen zu erreichen.
Die Listenplätze eins und zwei belegt demnach Norbert Kopp (66 Stimmen), der bislang noch nicht im Gemeinderat mitmischte. Dem selbstständigen Schreiner sei es wichtig, Ipsheim weiter interessant zu machen. In der Kommune liege noch viel Potenzial. Für die junge Generation müsse zudem etwas aufgebaut werden, um Wegzug zu verhindern.
Einige schon bekannte Rats-Gesichter würden auch weiterhin gerne im Gremium mitarbeiten. Jochen Prinzkosky (65 Stimmen) ist einer davon und belegt die nachfolgenden beiden Plätze. Themen wie Familie, Kindergarten und Schule sind dem verheirateten, dreifachen Familienvater ebenso wichtig, wie Vereine und die öffentliche Sicherheit. „Auch wenn die Kassen knapp sind, ist es mir wichtig, die Dinge ganzheitlich zu betrachten.”
Stefan Eber (45 Stimmen), der auf den Plätzen fünf und sechs zu finden ist, will Ipsheim weiterhin voranbringen; das gilt auch für Gabi Schöttle (41 Stimmen), die auf den weiteren zwei Plätzen folgt. Über die letzten Jahre habe sie ihr politisches Netzwerk ausgebaut, das wolle sie für Ipsheim nutzen. Auch für den Kreistag kandidiert die Fachoberlehrerin. Erneut aufstellen ließ sich auch Winzerin Laura Popp (34 Stimmen).
Besonders dankbar zeigte sich Schöttle darüber, dass Karl Riedel (14 Stimmen) sich nochmals zu einer Nominierung hatte überreden lassen. Seit 24 Jahren sitzt er bereits im Ipsheimer Gemeinderat, hat schon einige Bürgermeister kommen und gehen sehen und wollte sich nun eigentlich zurückziehen. „Sein Wissen ist unbezahlbar”, betonte Schöttle. Aufstellen lassen hat sich nun auch seine Frau: Ingrid Riedel (16 Stimmen).
Ein neues Gesicht ist zudem Felix Windisch (37 Stimmen), den die Liebe nach Ipsheim verschlagen hat und der als Unternehmer wisse, wie man wirtschaftlich handelt. Dieses Wissen will er im Ipsheimer Rat einbringen. Matthias Stelzer (sechs Stimmen) konnte bei der Versammlung nicht persönlich anwesend sein, der Ipsheimer CSU-Ortsverband-Vorsitzende ließ aber einige Informationen vorab mitteilen, die dann verlesen wurden.
Alle Altersangaben beziehen sich auf den Wahltag.