In Neuendettelsau steigen die Abwasser-Gebühren ab Januar massiv | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.10.2025 15:36

In Neuendettelsau steigen die Abwasser-Gebühren ab Januar massiv

Die Kläranlage zählt zu den Entwässerungseinrichtungen der Gemeinde Neuendettelsau. Da diese Teile der Infrastruktur kostendeckend betrieben werden müssen, steigt die Abwasser-Gebühr. (Archivbild: Antonia Müller)
Die Kläranlage zählt zu den Entwässerungseinrichtungen der Gemeinde Neuendettelsau. Da diese Teile der Infrastruktur kostendeckend betrieben werden müssen, steigt die Abwasser-Gebühr. (Archivbild: Antonia Müller)
Die Kläranlage zählt zu den Entwässerungseinrichtungen der Gemeinde Neuendettelsau. Da diese Teile der Infrastruktur kostendeckend betrieben werden müssen, steigt die Abwasser-Gebühr. (Archivbild: Antonia Müller)

Die Neuendettelsauer müssen künftig deutlich mehr für ihr Abwasser bezahlen. Der Gemeinderat hat der Kalkulation für die Jahre 2026 bis 2029 einhellig zugestimmt. Sie sieht eine Kostensteigerung in Höhe von rund 22,6 Prozent vor. Drei Faktoren sind dafür vor allem verantwortlich.

Bislang zahlen die Menschen in Neuendettelsau eine Einleitungsgebühr in Höhe von 2,65 Euro pro Kubikmeter. Da aber die Berechnung aus dem Jahr 2022 stammt und der Kalkulationszeitraum auf vier Jahre begrenzt ist, stand in diesem Jahr wieder eine Überprüfung an. Im Fall von Neuendettelsau war mit dieser Aufgabe der Bayerische Kommunale Prüfungsverband (BKPV) beauftragt.

Ein Verlust von knapp 130.000 Euro

Bei der Neukalkulation hat sich herausgestellt, dass der bisherige Betrag nicht mehr kostendeckend ist, wie BKPV-Vertreter Matthias Bachhuber in der Sitzung berichtete. Das ist insofern ein Problem, weil Entwässerungseinrichtungen kostendeckend betrieben werden müssen. Sprich: Die Kommune darf weder einen Gewinn noch einen Verlust erwirtschaften.

Tatsächlich ist laut Bachhuber in den vergangenen vier Jahren eine Unterdeckung, also ein Verlust in Höhe von 128.314 Euro entstanden. Der muss im Kalkulationszeitraum von 2026 bis 2029 ausgeglichen werden. Ein weiterer Faktor, der zu der Erhöhung führt, sind die Personalkosten. Hier wurden die Kosten für drei Mitarbeitende angesetzt. Bislang waren nur zwei Leute beschäftigt.

Sanierung eines Regenüberlaufbeckens

Hinzu kommt ein Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro, das die Gemeinde in den nächsten Jahren in ihre Entwässerungseinrichtungen stecken will, wie Matthias Bachhuber weiter ausführte. Als Beispiel wurde die Sanierung eines Regenüberlaufbeckens angeführt, die alleine Kosten von etwa 2,5 Millionen Euro verursachen wird.

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Unter dem Strich führt das dazu, dass die Abwasser-Gebühren deutlich erhöht werden müssen. Das hat zur Folge, dass die Neuendettelsauer ab 1. Januar 2026 mit einer Erhöhung von 22,6 Prozent konfrontiert sind und 3,25 Euro pro Kubikmeter Abwasser bezahlen müssen, wie Matthias Bachhuber sagte.

Ein Anreiz zum Sparen

Trotz der deutlichen Erhöhung rangiert die Gemeinde Neuendettelsau mit ihren Abwasser-Gebühren unter den Mitgliedern der kommunalen Allianz Kernfranken im unteren Bereich. Gemäß den Angaben in der Sitzungsvorlage zahlen die Bürgerinnen und Bürger in Dietenhofen den höchsten Beitrag. Hier kostet der Kubikmeter 4,41 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen Petersaurach (4,35 Euro), Heilsbronn (3,95 Euro) und Lichtenau (3,65 Euro). Einzig die Gemeinde Sachsen bei Ansbach liegt im Moment unterhalb der Neuendettelsauer Gebühren.

Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte akzeptierten die vorgestellten Zahlen. Eine Diskussion oder gar eine hitzige Debatte blieben aus. Das seien Gebühren, die jeder selbst in der Hand habe, sagte Christian Scheuerpflug (SPD) und signalisierte damit, dass er mit der Erhöhung relativ gut leben kann. Nach seinen Worten kann die erhöhte Gebühr auch ein Anreiz für die Bürgerinnen und Bürger sein, Wasser zu sparen.

Steigende Gebühren seien nie schön, sagte Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) im Nachgang der Sitzung gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Trotz der Erhöhung habe man im Vergleich der Kernfranken-Mitglieder mit die niedrigsten Gebühren. „Wir müssen eigentlich zufrieden sein”, so der Rathauschef weiter: „Es hätte auch schlimmer kommen können.”


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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