In Elpersdorf kommt bald die Nahwärme für 93 Häuser | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 08.01.2025 07:00

In Elpersdorf kommt bald die Nahwärme für 93 Häuser

Das Büro der Genossenschaft – hier vertreten durch Holger Hausruckinger, Dieter Schiefer und Walter Hammerbacher (von links) – befindet sich im Elpersdorfer Pfarrhaus. (Foto: Andrea Walke)
Das Büro der Genossenschaft – hier vertreten durch Holger Hausruckinger, Dieter Schiefer und Walter Hammerbacher (von links) – befindet sich im Elpersdorfer Pfarrhaus. (Foto: Andrea Walke)
Das Büro der Genossenschaft – hier vertreten durch Holger Hausruckinger, Dieter Schiefer und Walter Hammerbacher (von links) – befindet sich im Elpersdorfer Pfarrhaus. (Foto: Andrea Walke)

Der Baustart des Elpersdorfer Nahwärmenetzes rückt in greifbare Nähe – im Frühjahr soll es losgehen. Möglich macht das ein „Weihnachtsgeschenk“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Kurz vor den Festtagen traf endlich die lang erwartete Förderzusage ein.

„Ohne Förderbescheid dürfen wir keine Aufträge vergeben“, erklärt Holger Hausruckinger, der mit Walter Hammerbacher den Vorstand der Genossenschaft Nahwärme Elpersdorf bildet. Über die Zusage ist man dementsprechend erleichtert. „Wenn der Bescheid negativ ausgefallen wäre, wäre das Netz tot gewesen“, bringt es Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Schiefer auf den Punkt.

Die lange Wartezeit ist der Grund für die Projekt-Verzögerung, denn eigentlich sollte das Wärmenetz bereits im Winter 2023/24 an den Start gehen.

93 Anwesen – verteilt über ganz Elpersdorf – sind dabei, die Trasse wird 5,5 Kilometer lang. Eine spätere Verdichtung ist schwierig. Zwischenzeitlich stand zwar die Überlegung im Raum, das Netz so groß zu planen, dass irgendwann der gesamte Ort angeschlossen werden könnte. „Wir haben uns aber dagegen entschieden, denn je größer der Rohrdurchmesser, desto teurer wird der Tiefbau“, erläutert Hausruckinger. Auch die Verluste in der Leitung würden sich erhöhen.

Die Energieversorgung soll zum großen Teil über die Biogasanlage von Landwirt Jürgen Schwab in Dombach im Loch erfolgen. „Wir gehen davon aus, dass das im Sommer sogar ausreichen wird“, sagt Dieter Schiefer. Um den Bedarf auch bei Kältespitzen vollständig abzudecken, wird zusätzlich eine Hackschnitzelheizung mit einer Leistung von 900 Kilowatt zwischen Dombach und Elpersdorf gebaut. Das Grundstück gehört der Genossenschaft. Geplant ist ein Pufferspeicher mit 50.000 Litern an der Heizungsanlage sowie Speicher mit je 800 Litern in den Kellern.

Das könnte Sie auch interessieren

Hackschnitzel aus mittelfränkischem Holz könnte – sofern man sich über den Preis einig wird – die Forstbetriebsgemeinschaft Ansbach-Fürth liefern, „damit wir dem Umweltschutz Rechnung tragen und die Wertschöpfung in der Region halten“, so Hausruckinger.

Die Gesamtkosten für den Netzausbau und die Heizung liegen nach aktuellem Stand bei circa 4,4 Millionen Euro. Über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) werden bis zu 40 Prozent der Kosten gefördert. Die restliche Finanzierung erfolgt über Genossenschaftsanteile und Bankdarlehen. Ein Viertel bis Fünftel der Kosten, schätzen die Verantwortlichen, konnten eingespart werden, weil sie die erforderliche Machbarkeitsstudie selbst durchführten. Unterstützung kam von einem Energieberater.

Machbarkeitsstudie mit rund 80 Seiten

„Es war sehr aufwendig, das Netz per Software zu simulieren, den optimalen Trassenplan zu erstellen und daraus die Machbarkeitsstudie abzuleiten“, bemerkt Holger Hausruckinger. Rund 80 Seiten kamen bei der Studie zusammen. Darin musste unter anderem nachgewiesen werden, dass der Durchmesser der Leitungen ausreichend ist und die benötigte Menge an Hackschnitzeln beschafft werden kann.

Derzeit liegt der Netzplan zur finalen Freigabe bei den entsprechenden Stellen wie den Stadtwerken und der Telekom. Angebote von Firmen liegen bereits vor. „Wir werden noch das eine oder andere einholen und dann bald in die Vergabe gehen“, heißt es von der Genossenschaft.

Spätestens im April soll der Bau starten – Heizungsanlage und Rohrleitungen entstehen dabei parallel. „Wir können an mehreren Punkten gleichzeitig arbeiten.“ Ziel ist, das Netz bis zum nächsten Winter fertig zu bekommen. „Aber der Teufel steckt natürlich im Detail.“

Erleichtert ist der Vorstand nicht nur, weil es bald losgeht, sondern auch, weil die Genossenschaftler Geduld bewiesen und einen gewaltigen Vertrauensvorschuss gewährt haben. Dieter Schiefer freut sich: „Es herrscht so eine positive Grundhaltung dem Projekt gegenüber – auch nach dieser langen Zeit.“


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
north