Das Zeughaus der Dinkelsbühler Kinderzeche gibt es seit 2007, seit 2009 hat es offiziell den Status eines Museums. Die Dauerausstellung ist seitdem unverändert geblieben. Bis jetzt. Es war Zeit für Neuerungen, sagte Maximilian Mattausch, Sprecher des Kinderzech-Vorstands, bei der offiziellen Eröffnung der überarbeiteten Schau.
Die Kinderzeche sei ein Fest der Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler. Das soll auch die Dauerausstellung im Zeughaus widerspiegeln, betonte Maximilian Mattausch. Dank „unglaublich vieler netter Menschen“ ist das auch möglich.
Denn in den vergangenen Jahren hat die Bevölkerung dem Museum zahlreiche Exponate mit Bezug zum Heimatfest – in machen Fällen mit ganz persönlichem – überlassen. Gezeigt wurden diese bislang nicht. Es wäre aber laut Maximilian Mattausch wirklich schade, wenn diese ihr Dasein im Depot fristen müssten.
Also hat Maximilian Mattausch zusammen mit seinem Vater Hans-Peter einige Stücke ausgewählt, die nun in die Dauerausstellung integriert wurden und diese so „viel lebendiger“ machen.
Ehrenvorsitzender Hans-Peter Mattausch ist seit seinem Eintritt in den Ruhestand „die gute Seele“ des Zeughauses und arbeitet an der Weiterentwicklung des ehrenamtlich geführten Museums, wofür ihm sein Sohn ausdrücklich dankte.
In der überarbeiteten Dauerausstellung, durch die die Mattauschs die Gäste gruppenweise führten, sind nun vor allem Gemälde und historische Aufnahmen zu sehen. Es habe eine Zeit gegeben, in der es verbreitet gewesen war, dass sich Akteurinnen und Akteure der Kinderzeche – unter anderem von Rudolf Warnecke – haben malen lassen, führte Maximilian Mattausch aus. Mit diesen Porträts seien Biografien verknüpft und sie verrieten etwas darüber, wie die Künstler die Abgebildeten sahen und diese sich selbst.
Im Klassenzimmer des Zeughauses etwa hängen nun Joseph Greiner (von 1910 bis 1914 und 1921 bis 1932 dritter Bürgermeister Hans-Ulrich Mayr), Hans Mattausch (von 1961 bis 1989 Stadthauptmann Bernhard Freisleben) und Karl Härtlein (von 1954 bis 1971 Claus Dietrich von Sperreuth). Zu entdecken gibt es auch Gemälde von den Kinderloren Martina Simon (1977/78) und Irene Schlosser, geborene Wüstner (1978/79), sowie von Heinz Wundel (1956 bis 1984 Claus Dietrich von Sperreuth).
Aufmerksam machte Hans-Peter Mattausch auf Aufnahmen der Festspielbesetzungen von 1914 sowie von 1929/1930 und auf ein farbiges Plakat anlässlich der 1000-Jahr-Feier 1928. Als „einen ganz großen Schatz“ bezeichnete er ein Gemälde von 1912, das eine Szene der Stadtübergabe zeigt. Das aufwendig restaurierte Werk des Kunstmalers Ulrich hatte seinen Platz zuvor in der ehemaligen „Rose“.
Die Eröffnung der überarbeiteten Dauerausstellung umrahmten eine Abordnung der Schwedischen Trommler und Pfeifer der Kinderzeche musikalisch. Sie brachten – in einer Welturaufführung – ein neues Arrangement des Leinewebertanzes zu Gehör.