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Veröffentlicht am 09.10.2026 04:32

Große Mehrheit für mehr Unabhängigkeit bei Energieimporten

Freiflächen-Photovoltaikanlagen gelten als die günstigste Art der Stromproduktion. (Archivbild) (Foto: Michael Bahlo/dpa)
Freiflächen-Photovoltaikanlagen gelten als die günstigste Art der Stromproduktion. (Archivbild) (Foto: Michael Bahlo/dpa)
Freiflächen-Photovoltaikanlagen gelten als die günstigste Art der Stromproduktion. (Archivbild) (Foto: Michael Bahlo/dpa)

Angesichts steigender Strom- und Heizkosten sowie Rekordpreise an den Tankstellen setzt die Bevölkerung in Deutschland vor allem auf mehr Unabhängigkeit bei Energieimporten. So halten es in einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Hamburger Ökostromanbieters Green Planet Energy 88 Prozent der Befragten für wichtig, dass Deutschland möglichst unabhängig von Energieimporten aus dem Ausland wird. Fast zwei Drittel stuften dieses Ziel sogar als sehr wichtig ein.

Energiewende-Demonstration in Berlin 

Civey hat den Angaben zufolge am 5. und 6. Oktober online 5.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren befragt. Am heutigen Freitag ist in Berlin (14.00 Uhr) eine Energiewende-Demonstration geplant, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Motto „Ausbauen statt Ausbremsen!“ gegen die anstehenden Pläne der Bundesregierung zum Netzpaket und zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) protestieren wollen.

Anders als beim fast einhelligen Wunsch nach Unabhängigkeit gab es bei der Umfrage jedoch große Unterschiede bei der Frage, mit welcher Technologie am günstigsten Strom erzeugt werden kann. 36 Prozent der Befragten nannten die Solarenergie. Gleich dahinter landeten mit 35 Prozent Atomkraftwerke. Windenergie wurde lediglich von 17 Prozent als günstigste Stromquelle genannt. Weit abgeschlagen mit jeweils drei Prozent folgten Gas- und Kohlekraftwerke.

Vor allem Ostdeutsche und AfD-Anhänger Fans von Atomkraft 

Der Meinung, dass Atomkraft günstig sei, sind der Umfrage zufolge vor allem Menschen in Ostdeutschland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt etwa 49 beziehungsweise 48 Prozent. Nach Parteienpräferenz bewertet stehen vor allem AfD-Anhänger (71 Prozent) hinter der Atomkraft als vermeintlich günstigster Energiequelle. 

Dabei gilt sie tatsächlich als die teuerste Art, Strom zu produzieren. So liegen dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zufolge die Stromgestehungskosten neuer Atomkraftwerke bei 13,6 bis 49 Cent pro Kilowattstunde. Freiflächen-Photovoltaikanlagen sowie Windkrafträder an Land dagegen könnten eine Kilowattstunde Strom schon für 4,1 bis 9,2 Cent produzieren.

Tatsächliche Kosten werden häufig unterschätzt

„In der öffentlichen Wahrnehmung von Atomkraft werden die hohen Investitionskosten, jahrzehntelangen Bauzeiten sowie die Kosten für Rückbau und Atommülllagerung häufig unterschätzt“, sagte Green Planet Energy-Vorstand Sönke Tangermann. 

Ebenfalls deutlich unterschätzt wurde in der Umfrage die Zahl der im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigten Menschen. So haben 29 Prozent gesagt, dass sie gar keine Ahnung hätten, wie viele es seien. Insgesamt 54 Prozent erklärten wiederum, dass es wohl weniger als 400.000 seien. Tatsächlich sind es aber in Deutschland nach Angaben der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) bereits rund 436.000 Menschen.

© dpa-infocom, dpa:261009-930-812489/1


Von dpa
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