Gospel-Konzert der Extraklasse: Tracey Jane Campbell in Neuendettelsau | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.12.2025 07:00

Gospel-Konzert der Extraklasse: Tracey Jane Campbell in Neuendettelsau

Machte auf ihrer Gospel-Weihnachtstour Station in Neuendettelsaus: Tracey Jane Campbell aus London. Mit dabei: Evie Sturm (Keyboard, Gesang, Übersetzung) und Andy Doncic (Saxophon, Klavier, Gesang). (Foto: Elke Walter)
Machte auf ihrer Gospel-Weihnachtstour Station in Neuendettelsaus: Tracey Jane Campbell aus London. Mit dabei: Evie Sturm (Keyboard, Gesang, Übersetzung) und Andy Doncic (Saxophon, Klavier, Gesang). (Foto: Elke Walter)
Machte auf ihrer Gospel-Weihnachtstour Station in Neuendettelsaus: Tracey Jane Campbell aus London. Mit dabei: Evie Sturm (Keyboard, Gesang, Übersetzung) und Andy Doncic (Saxophon, Klavier, Gesang). (Foto: Elke Walter)

Was für eine Stimme, welche Energie! Tracey Jane Campbell aus London machte am Samstag auf ihrer Gospel-Weihnachtstour einen Abstecher in die evangelische St.-Nikolai-Kirche. Ein Konzert der Extraklasse hatte die Ankündigung versprochen – und gehalten.

Dieser besondere Abend bot aber weit mehr als nur eine gute Stunde Musik: eine bestens aufgelegte Sängerin und mit Evie Sturm (Keyboard, Gesang) und Andy Doncic (Keyboard, Saxophon, Gesang) ein Begleitduo auf Augenhöhe. Auch sie fanden immer das richtige Maß. Campbells Gesang mitzugestalten, noch mehr zum Strahlen zu bringen.

Mit Elton John und Secret Garden gearbeitet

Die Londoner Gospel-Spezialistin, die schon mit Musikerinnen und Musikern wie Elton John, Mariah Carey, Barbra Streisand oder auch Secret Garden gearbeitet hatte, hatte den Kontakt zum Publikum, das ihr begeistert folgte, schnell gefunden. Sie fand immer das richtige Verhältnis zwischen balladenhaften, vom Glauben inspirierten oder auch das Leben feiernden Songs.

Ihr angenehm strahlender Alt, ihre ansteckende Ausstrahlung sowie ihre einladende Zugewandtheit dem Publikum gegenüber, machten das Konzert zu einem Erlebnis. Trotz der enormen Bühnenpräsenz, war die Musikerin immer ganz nah an den Menschen, mittendrin. Auch das verlieh dem Abend einen besonderen Charme.

Mitmachen, etwa klatschen, singen oder auch mittanzen, gehörten zum Konzept, waren ganz klar erwünscht. Immer wieder forderte die Sängerin die Menschen in der Kirche auf, dabei zu sein. Die ausgewählten Passagen beschrieb und übte sie kurz mit allen vorab. Die Energie sprang schnell zum Publikum über, sodass alle erahnen konnten, was das bedeutete. Manchmal begannen einzelne auch spontan mitzuklatschen, was wiederum andere animierte, ebenfalls einzusteigen.

Es gab aber auch diese ganz stillen Momente, die Campbell beinahe andächtig interpretierte, die an ein bewegendes inneres Gebet denken ließen. Dass sie selbst tief gläubig zu sein schien, war spürbar und aus ihren kurzen Moderationen, die Evie Sturm ins Deutsche übersetzte, zu entnehmen.

Glauben und Zweifel an Gott

Der Glauben an Gott schien eines ihrer Themen zu sein, eines, das auch den Kern der Gospelmusik ausmachte. Aber sie erzählte auch von Zweifeln an Gott, etwa dann, wenn er in schwierigen Lebensphasen für sie nicht fühlbar gewesen sei oder er die Menschen schlimme Dinge tun ließe, ohne sich schützend einzumischen.

Ein eindringliches Bekenntnis dazu, ihr selbst geschriebener Song „I Need You“. Und doch überwogen Gedanken wie etwa „Wherever I Go The Lord is with Me“. Bibel- oder Psalmenbezüge tauchten immer wieder auf. Songs wie „Peacemaker“ oder auch „Bridge over Troubled Water“ von Simon & Garfunkel, gehörten zum Programm, auch weihnachtlich inspiriertes, wie etwa „O Holy Night“. Brücken zu bauen, mit anderen Menschen zu kommunizieren, sich für Frieden einzusetzen oder einander zu helfen, auch das schien ihr wichtig zu sein. In den eineinhalb Stunden ist ihr das eindrucksvoll gelungen.


Von ELKE WALTER
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