„Gewinn für die Gemeinde”: Vier Windkraftanlagen auf Dietersheimer Gebiet geplant | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.01.2026 09:53

„Gewinn für die Gemeinde”: Vier Windkraftanlagen auf Dietersheimer Gebiet geplant

Weil der Bau von Windkraftanlagen das Landschaftsbild verändert, werden Ersatzzahlungen fällig. Die wiederum sollen in den Naturschutz und die Landschaftspflege im Landkreis investiert werden. (Foto: Jim Albright)
Weil der Bau von Windkraftanlagen das Landschaftsbild verändert, werden Ersatzzahlungen fällig. Die wiederum sollen in den Naturschutz und die Landschaftspflege im Landkreis investiert werden. (Foto: Jim Albright)
Weil der Bau von Windkraftanlagen das Landschaftsbild verändert, werden Ersatzzahlungen fällig. Die wiederum sollen in den Naturschutz und die Landschaftspflege im Landkreis investiert werden. (Foto: Jim Albright)

Eigentlich war die Tagesordnung der Dietersheimer Gemeinderatssitzung schon raus, da wurde noch ein Bauantrag nachgeschoben. Und zwar der für den geplanten Windpark „Viersternwald” mit seinen sieben Anlagen. Vier davon sollen im Bereich Beerbach/Oberroßbach entstehen. Dafür gab es nun grünes Licht.

Für die Sitzung des Gemeinderats hatte Bürgermeister Jürgen Meyer eigens eine Präsentation mit 13 Folien vorbereitet. Am Ende stand ein kurzes Resümee, das da lautete: „Windpark ,Viersternwald': Ein Gewinn für unsere Gemeinde.” Es folgten vier Punkte, die in diesem Zusammenhang besonders betont wurden. So werde die Anlage „technisch ausgereift” sein, denn eingesetzt werde eine moderne, effiziente Anlagentechnik.

Das Projekt sei zudem „umfassend geprüft” worden. Alle Umwelt- und Sicherheitsaspekte seien durch unabhängige Gutachter kontrolliert worden. Auch werde der Windpark „rücksichtsvoll im Betrieb” sein. Dies wiederum bedeute, dass intelligente Systeme für Lärm- und Schattenmanagement eingesetzt werden. Zudem könne man darauf setzen, dass hier langfristig Verantwortung übernommen werde. So sei von Anfang an auch ein möglicher Rückbau und Recycling der Anlage mitgeplant worden.

Bürgermeister plädiert für Genehmigung

Bürgermeister Meyer sprach sich ausdrücklich für die Genehmigung des Windparks aus. Schließlich hoffe man seit Jahren darauf, dass ein Projektentwickler ein solches Vorhaben auf Dietersheimer Grund verwirklichen wolle. Dass nun endlich eine solide Planung vorliege, freute Meyer. Und weil die notwendigen Gutachten nur für eine zeitlich begrenzte Dauer gültig seien, wollte er seitens der Gemeinde keine weitere Verzögerung verursachen. Deswegen hatte er den Bauantrag kurzfristig auf die Tagesordnung setzen lassen. „Es ist nichts zu sehen, was ein Grund dafür wäre, das Einvernehmen nicht zu erteilen”, sagte der Bürgermeister und skizzierte das Projekt noch einmal im Detail.

Demnach umfasst das „Viersternwald”-Projekt insgesamt sieben moderne Windenergieanlagen des Typs „Enercon E-175 EP5 E2”. Jede habe eine Nabenhöhe von rund 162 Metern und eine Gesamthöhe von 249,5 Metern. Jede Anlage habe eine Nennleistung von 7,0 MW (Megawatt). Die notwendigen Gutachten würden die technische Machbarkeit bestätigen, genauso wie die Einhaltung aller Umwelt- und Lärmschutzauflagen, hieß es. Zudem gebe es ein durchdachtes Sicherheitskonzept.

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Die Herstellkosten pro Anlage belaufen sich auf voraussichtlich 6,07 Millionen Euro (brutto). Dabei schlagen die Gondel und der Rotor mit 2,48 Millionen Euro am stärksten zu Buche. Das sind rund 41 Prozent der Gesamtkosten. Der Hybridturm wird pro Anlage rund 27 Prozent der Gesamtkosten verursachen und beläuft sich auf rund 1,63 Millionen Euro. Es folgt die Elektrotechnik und weitere Maschinen mit 1,37 Millionen Euro, was 23 Prozent der Gesamtkosten sind. Die geringste Summe muss für ein Fundament investiert werden, nämlich 578.000 Euro, was neun Prozent der Gesamtkosten sind.

Nicht so viel Wald opfern

Vize-Bürgermeister Wolfgang Bachmann bezeichnete die gewählten Bereiche, auf denen die Anlagen errichtet werden sollen, als „ideale Standorte”. Und zwar deswegen, weil der Windpark nicht in direkter Nähe zu einer Ortschaft entstehen würde. Dass er „voll dabei” sei und das Vorhaben ebenfalls unterstütze, betonte Holger Lunz. Allerdings würde er sich wünschen, dass nicht so viel Wald für das Projekt geopfert werden müsste.

Meyer hatte zuvor erklärt, dass rund 1,85 Hektar dauerhaft gerodet werden müssten. Und zwar für Fundamente, Kranstellflächen und neue Wege. Noch einmal rund 3,87 Hektar müssten zudem temporär abgeholzt werden. Das sei Meyer zufolge wichtig, um Platz für Bau- und Schwenkbereiche zu schaffen. Nach dem Bau werde diese Fläche wieder aufgeforstet. Demnach finde ein „vollständiger Ausgleich” statt. Der Eingriff werde kompensiert durch den Umbau von 1,4 Hektar Nadelwald in standortgerechten Laubmischwald sowie durch die ökologische Aufwertung von 3,1 Hektar Grünland.

Bestehende Wege nutzen

Dass sich der Projektierer Marcus Dornauer aus Neustadt über die Standorte der jeweiligen Windkraftanlagen „viele Gedanken” gemacht habe, betonte Bürgermeister Meyer ausdrücklich. So sei beispielsweise auch geschaut worden, welche bereits existierenden Wege genutzt und möglicherweise nur ausgebaut werden müssten, um sie für die notwendigen Transporte nutzbar zu machen. Das würde Meyer zufolge übrigens bedeuten, dass die Landwirte später bessere Wege als die jetzt vorhandenen nutzen könnten.

Die Rodungsarbeiten würden laut Meyer ausschließlich von Oktober bis Februar stattfinden, um Brut- und Aktivitätszeiten der Tiere zu schützen. Und überhaupt werde der Artenschutz in der Planung umfassend berücksichtigt. So sei zum Schutz von Fledermäusen ein moderner Abschaltalgorithmus integriert. Der pausiere die Anlage automatisch bei einer hohen Aktivität von Fledermäusen, um Kollisionen zu vermeiden.

Regionales Unternehmen als Planer

Dass die Rodung des Waldes und das Aufstellen von rund 250 Meter hohen Anlagen „unweigerlich” einen Eingriff in das Landschaftsbild darstelle, sei klar, waren sich die Räte einig. „Aber auch jede Stromleitung beeinflusst das Landschaftsbild”, sagte Meyer und verwies darauf, dass der Eingriff im Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) entsprechend bewertet worden sei. Deswegen wird gemäß dem bayerischen Windenergie-Erlass für den Eingriff auch eine Ersatzzahlung geleistet. Die belaufe sich auf rund 464.700 Euro. Das Geld werde zweckgebunden für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Landkreis verwendet, hieß es.

Meyer begrüßte es zudem, dass den Windpark „Viersternwald” ein regionales Unternehmen plane und kein Großkonzern. Neben den vier Windkraftanlagen, die auf Dietersheimer Gemeindegrund entstehen sollen, werden zudem zwei im Bereich von Markt Erlbach stehen und eines auf Neustädter Gebiet.

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