Schulstress und Überforderung, depressive Symptome, ausgeprägte Ängste oder Essstörungen: Psychische Belastungen können viele Formen haben. Sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe zu holen, fällt jungen Menschen aber oft schwer.
So zeigen interne Auswertungen der Beratungsplattform „Krisenchat“: Die Mehrheit (65 Prozent) der jungen Menschen, die sich zum ersten Mal bei der Beratung melden, hat vorher mit niemandem über ihre Situation gesprochen - weder mit Freunden noch mit Eltern. Die digitale psychosoziale Krisenhilfe richtet sich speziell an junge Menschen unter 25 Jahren.
Völlig überraschend sind diese Hürden nicht, zumindest, wenn es um die eigenen Eltern geht. „Die Pubertät ist eine Zeitspanne, in der die Eltern vielleicht nicht mehr unbedingt in allen Belangen die ersten Ansprechpartner sind“, sagt Juliane Pougin, Leiterin der psychosozialen Beratung der gemeinnützigen Organisation.
Der Wunsch, selbstständiger zu werden und andere Gesprächspartner zu finden, sei in dieser Lebensphase normal. Auch Stress und Arbeitsbelastung in der Familie könnten dazu beitragen, dass Jugendliche keinen passenden Moment finden, um ihre Probleme anzusprechen.
Eltern ahnen zwar oft, dass es ihrem Nachwuchs gerade psychisch nicht gut geht. Sie wissen aber häufig nicht, wie sie das Thema ansprechen sollen. Eltern, die einen Gesprächseinstieg suchen, können nach Juliane Pougins Rat Folgendes versuchen:
Wichtig: Familien mit Kindern oder Jugendlichen, die psychische Probleme haben, müssen nicht alles alleine lösen. Viele Anlaufstellen bieten Beratung und Unterstützung an. „Es gibt für jede Art von Kommunikation, die sich jemand wünscht, ein Angebot“, sagt Juliane Pougin. Neben dem Elterntelefon (Nummer gegen Kummer 116 111) kommen zum Beispiel Schulsozialarbeiterinnen - und -arbeiter, Erziehungsberatungsstellen oder auch das Jugendamt infrage.
Wenn ein direktes Gespräch zwischen Eltern und Kindern gerade nicht passt, können Eltern auch Informationen über eine Beratungsstelle hinlegen. Juliane Pougin empfiehlt, einen Zettel oder Flyer von Anlaufstellen bereitzulegen und etwa zu sagen: „Guck mal, ich habe das Gefühl, es beschäftigt dich was. Wenn ich vielleicht gerade nicht dein Ansprechpartner bin, vielleicht sind es ja die.“
Anlaufstellen für Kinder und junge Erwachsene sind zum Beispiel:
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