„Manege frei – hereinspaziert“ hieß es in der zweiten Osterferienwoche, denn der Mitmachzirkus Proscho hatte wieder seine Zelte vor den Toren der Stadt aufgeschlagen. 100 Kinder hatten sich angemeldet und drei Tage lang intensiv trainiert.
Manuela Maatz ist Rothenburgerin und die Zirkusprinzessin in der Manege. Gemeinsam mit Charly Ehnes vom Jugendzentrum der Stadt begrüßt sie die Zuschauerinnen und Zuschauer, die das Zirkuszelt bis auf den letzten Platz gefüllt haben. Seit über 20 Jahren gibt es den Mitmachzirkus in Rothenburg. Die Kinder gewinnen in der Trainingswoche an Selbstvertrauen und zeigen voll Stolz, was sie in der Woche gelernt haben, so Ehnes. Und er dankt den Sponsoren. Ohne deren Unterstützung wäre der Mitmachzirkus nicht finanzierbar.
Dann ist es soweit. Mozarts Rondo „Alla turca“ ertönt, Nebel steigt auf, die Manege wird in dunkles Blau gehüllt. Hula-Hoop-Reifen liegen auf dem Boden. Die Kinder nehmen sie auf, bringen sie zum Schwingen und Kreisen, mal auf der Hüfte, mal mit den Armen. Sie ziehen die Zuschauerinnen und Zuschauer mit der Choreographie in ihren Bann, fesseln deren Blicke. Und das Publikum spart nicht mit Applaus.
Clowns betreten die Bühne, sie sind Zauberinnen und Zauberer – behaupten sie zumindest. Tatsächlich verstecken sie die angeblich weggezauberten Süßriegel. Zweimal werden die Riegel entdeckt, es bleibt ein dritter Zauberversuch. Dann ist der letzte Riegel wirklich verschwunden. Die Kinder haben ihn einfach aufgegessen. Dann geht es auf nach Hogwarts. Den Spuren von Harry Potter folgend, ist das Balancieren von Kelchen auf der Stirn angesagt, dabei steigen die Kinder sogar eine Leiter empor.
Dann geht es in den Wilden Westen mit Bodenakrobatik vom Feinsten. Die kleinen Künstlerinnen und Künstler bauen sich auf, stützen sich gegenseitig, bilden Pyramiden – ein beeindruckendes Bild. Und wie so oft im Zirkus wird das Publikum zum Mitmachen animiert. Vier Väter werden von den Clown-Kindern nach vorne geholt. Die Clowns machen Figuren und Bewegungen vor, galoppieren wie Pferde, hüpfen wie Kängurus. Dann sind die Papas an der Reihe, sorgen für große Heiterkeit beim Publikum und sie ernten reichlich Beifall.
Hannelore Wichtel wurde vom Nachbarkind zur Galaaufführung eingeladen. Ihre eigenen Enkelkinder wohnen weiter weg. Umso größer ist ihre Freude, mit dabei sein zu können. Sie ist begeistert davon, was die Nachwuchsartistinnen und -artisten in so kurzer Zeit gelernt und auf die Bühne gebracht haben. Gerade auch den „Drahtseilakt“ mit der Piratengruppe. Piratinnen und Piraten balancieren auf dem Seil, befahren es mit Rad und Einrad. Im Hintergrund bewegen sich die „Drunken Sailors“ rhythmisch-schwankend zum Shanty.
Danach wirbeln Clowns erneut durch die Manege, zeigen einen Sketch. Ein Kubus wird von der Decke des Zeltes herabgelassen. In einer eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Choreographie bewegen sich die jungen Akrobatinnen und Akrobaten elegant, entführen ihr Publikum in die zauberhafte Stadt Paris, eingebettet in bekannte Musical-Melodien.
Zum Schluss kommen noch einmal alle Zirkus-Kinder zum großen Finale in die Manege. Alles hat wie am Schnürchen geklappt, mit einer großen, bunten Polonaise verabschieden sich die jungen Künstlerinnen und Künstler schließlich hüpfend und winkend von ihrem Publikum – und lösen damit noch einmal wahre Begeisterungsstürme aus.