Geplante Windkraftanlagen bei Buch am Wald und Leutershausen sorgen für Wirbel | FLZ.de

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Geplante Windkraftanlagen bei Buch am Wald und Leutershausen sorgen für Wirbel

Zwischen Buch am Wald und Leutershausen sollen insgesamt fünf Windkraftanlagen entstehen. (Foto: Stefan Neidl)
Zwischen Buch am Wald und Leutershausen sollen insgesamt fünf Windkraftanlagen entstehen. (Foto: Stefan Neidl)
Zwischen Buch am Wald und Leutershausen sollen insgesamt fünf Windkraftanlagen entstehen. (Foto: Stefan Neidl)

Volles Haus im Gasthaus zur Krone in Buch am Wald: Die Gemeinde hatte mit Leutershausen zu einer Infoveranstaltung über geplante Windkraftanlagen geladen. 120 Menschen waren dem Ruf gefolgt und wollten wissen, was da gebaut wird und wie sie davon betroffen sind.

Planung und Ausführung liegen bei der Firma Wust aus Markt Erlbach. Diese hat bereits 134 Windkraftanlagen gebaut, nach eigenen Angaben haben sie allein in 2024 über 50 Millionen Euro an Bürgerinnen und Bürger ausgeschüttet sowie 750 Millionen Kilowattstunden produziert. Geschäftsführer Dr. Bernd Wust sowie Bereichs- und Projektleiter Alexander Bromberger erklärten ihre Vorstellung vom „Bürgerwindpark”.

Zwischen Buch am Wald und Leutershausen sollen demnach fünf Windräder mit einer Gesamthöhe von 250 Metern entstehen. Zur Errichtung benötigt jedes eine Fläche von 1,5 Hektar, einmal aufgestellt besetzen sie etwa einen halben Hektar. Bromberger und Wust kalkulieren mit einer Laufzeit von 20 Jahren, sie könnten aber auch länger im Betrieb sein. Jedes Windrad soll 14 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liefern. Kosten pro Windrad: zwölf Millionen Euro.

Planer plädieren für Bürgermodell

Die vorgesehene Fläche wurde vom regionalen Planungsverband im Regionalplan Westmittelfranken als Vorranggebiet festgelegt. Heißt: In diesem Gebiet dürfen Windkraftanlagen in einem erleichterten Verfahren gebaut werden. Darum plädierten die beiden Planer für ihr Bürgermodell: Die Einwohnerinnen und Einwohner können sich beteiligen, Anteile erwerben und davon profitieren. Eine Alternative sei, dass ein großer Investor baue und eigene Ziele verfolge.

Vier der ausgewählten Standorte liegen im Gemeindegebiet von Buch am Wald und sind Wiesen oder landwirtschaftlich genutzte Flächen. Einer, der südlichste, gehört zu Leutershausen und liegt auf einem Gebiet der Staatsforsten. Dies sei laut Bromberger auch der einzige Standort, wo Rodungen unvermeidbar seien: „Für die nördlichen vier Standorte muss kein einziger Baum gefällt werden”, versicherte Bromberger.

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Abstand nicht überall möglich

Bei der Auswahl der Standorte sei darauf geachtet worden, dass ein Abstand von 900 Metern zur nächsten Siedlung eingehalten werde. Ausnahme ist der Leutershausener Gemeindeteil Hainhof, wo dies nicht möglich sein soll. Eine Einspeisung ins Stromnetz soll unterirdisch über die bestehende 110 Kilovolt-Leitung erfolgen.

Das erwähnte Modell sieht vor, dass Bürgerinnen und Bürger aus Buch am Wald und Leutershausen sowie die Kommunen selbst vorrangig Anteile erwerben können. Erst wenn aus den Gemeinden niemand mehr Anteile will, kommen Auswärtige zum Zug.

Sie können Einlagen ab 5000 Euro zeichnen. Es gebe keine Limitierung der Anzahl an Anlegenden. Bei einer Überzeichnung, also mehr gewünschte Anteilen als tatsächlich existierend, würden größere Anteilspakete reduziert werden. Brombergers Ziel sei eine Eigenkapitalquote von 15 bis 20 Prozent, der Rest würde über Kredite finanziert. Wichtig: „Bürgerinnen und Bürger bleiben bis zum Rückbau der Anlagen Eigentümer mit voller Mitbestimmung”, sagte der Projektleiter. „Damit ist kein Weiterverkauf der Anlagen möglich.”

Aus 5000 Euro können 11.000 Euro werden

Wüst machte eine einfache Rechnung auf. Er rechnet mit einer Ausschüttungsquote von 220 Prozent über 20 Jahre: „Beteiligt sich ein Bürger mit 5000 Euro, so erhält er im Laufe von 20 Jahren 11.000 Euro an Ausschüttung.”

Im Kalkulationszeitraum über 20 Jahre sollen nach heutigem Stand etwa drei Millionen Euro Gewerbesteuer an die beiden Kommunen fließen. Diese wollen die Bürgermeister Friedrich Priester und Markus Liebich nach einer Vereinbarung je zur Hälfte für die jeweilige Kommune teilen.

25 Millionen Euro an Wertschöpfung für die Region

Hinzu kommt ein Kommunalentgelt nach dem Erneuerbare-Energiengesetz von 0,2 Cent pro Kilowattstunde und Pachtzahlungen, was weitere 2,4 Millionen Euro und 4,56 Millionen Euro in die kommunalen Kassen spülen soll. Außerdem rechnen die Planer mit Gewinnausschüttungen über die Bürgerbeteiligung von 15 Millionen Euro. In der Summe würde die Region so über 20 Jahre von fast 25 Millionen Euro Wertschöpfung profitieren. Als weiteres Schmankerl gebe es einen vergünstigten Stromtarif für alle Bürgerinnen und Bürger.

Notwendige Gutachten, wie zum Beispiel für den Luftraum oder die Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung, seien bereits erstellt, andere Verfahren laufen noch. Die Planer hoffen, dass sie noch im ersten Quartal 2026 vorliegen.

Baubeginn für das erste Quartal 2027 geplant

Anschließend soll das Genehmigungsverfahren beim Landratsamt Ansbach anlaufen. Ende des Jahres könnte die Ausschreibung für den Bau starten. Bromberger will die Errichtung des Windparks im ersten Quartal 2027 beginnen und diesen im ersten Quartal 2029 in Betrieb nehmen. Er stellte auf Nachfrage klar: „Die Kalkulationen basieren zu dem jetzigen, noch frühen, Projektzeitpunkt auf Annahmen und sind dementsprechend mit einer großen Unsicherheit behaftet. Sie sollen eine Idee geben, um welche Summen es sich dabei grob handeln wird. Ein Bürgerwindpark dieser Größenordnung wird nicht nur sechsstellige Summen an Wertschöpfung generieren, sondern wir sprechen auf jeden Fall über zweistellige Millionensummen.”

Bei allen Ankündigungen blieb einige Skepsis bei den 120 Zuhörenden. Was passiert nach den 20 Jahren?, fragte eine Frau. Schon zur Laufzeit müssten Rücklagen gebildet werden, und danach müsse ein Windrad mitsamt Fundament zurückgebaut werden, war die Antwort. Warum genau fünf Anlagen und nicht vier oder sechs?, wollte ein Mann wissen. „Wir gehen nicht bis ans Maximum”, antwortete Wüst, „mit fünf haben wir eine gesunde Mischung.” Seien die fünf Windräder vielleicht nur der Einstieg für noch mehr Anlagen?, fragte ein Bürger. Ein Kooperationsvertrag mit den Gemeinden schließe dies aber aus. Trotz aller Zweifel gab es am Ende des Vortrags Applaus von den Zuhörerinnen und Zuhörern.

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