Eine Brücke über die Bundesstraße? Oder doch besser eine Unterquerung? Nach vielen Jahren inklusive zahlreicher Denkansätze und verworfener Pläne wird die Abzweigung der B14 in Richtung Petersaurach entschärft. Mit einer nicht ganz unumstrittenen Lösung.
In der ersten Sitzung des Gemeinderates 2024 berichtete Petersaurachs Bürgermeister Herbert Albrecht von dem Vorhaben, dass das Staatliche Bauamt Ansbach in Zusammenarbeit mit der Kommune noch in diesem Jahr realisieren will. Ausgangspunkt war die behördliche Bewertung etlicher schwerer Verkehrsunfälle im Einmündungsbereich der Bundesstraße nach Petersaurach. Zuletzt war dort im Mai 2021 eine Frau in ihrem Auto zu Tode gekommen, weil sie einen Laster übersehen hatte.
Das ist eine einmalige Chance.
„Die detaillierte Unfallauswertung hat gezeigt, dass vorwiegend Unfälle im Zusammenhang mit Linksabbiegern von Nürnberg kommend aufgetreten sind“, berichtete der Bürgermeister über die statistische Auswertung des Staatlichen Bauamtes. Warum es ausgerechnet an dieser, für Verkehrsteilnehmer eigentlich gut einsehbaren Stelle zu Unfällen kommt, ist auch dem Rathauschef ein Rätsel.
Um diese potenzielle Gefahrenstelle zu entschärfen, ist nun der Bau einer Ampel von der Behörde vorgesehen. Verkehrsplaner sehen Ampeln als Querungshilfen einer Bundesstraße allerdings sehr differenziert. Inzwischen werden Kreisverkehre deutlich bevorzugt, Zahlen und Erhebungen unterstreichen deren Vorteile.
So ergab eine Untersuchung im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) an 100 Kreisverkehren in ganz Deutschland, dass Kreisel ein deutlich höheres Sicherheitsniveau erreichen als Ampelkreuzungen. „Ein Kreisverkehr bietet deutlich weniger Konfliktpunkte“, erläutert Verkehrsexperte Detlev Lipphard vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) das Erfolgsgeheimnis der Rundbauten, die aber deutlich teurer als Ampeln sind.
In Petersaurach atmen die Gemeindevertreter dagegen dennoch auf. „Das ist eine gute Lösung und eine einmalige Chance“, befand etwa Bürgermeister Albrecht im Hinblick auf viele Überlegungen in der Vergangenheit, die aber allesamt nicht zu realisieren waren. Vorwiegend aus finanziellen Gründen.
Bei dem Vorstoß des für die Bundesstraße zuständigen Staatlichen Bauamtes Ansbach, der bereits vom September 2022 datiert, bleiben die anfallenden Kosten aus Sicht der Gemeinde allerdings überschaubar.
Gerechnet wird mit 300.000 bis 400.000 Euro Gesamtkosten. Den Eigenanteil für Petersaurach bezifferte Bürgermeister Albrecht auf etwa zehn Prozent, der finanzielle Aufwand für die nicht eben volle Gemeindekasse hält sich in Grenzen.
In einer nichtöffentlichen Sitzung hatte der Gemeinderat bereits im September 2022 beschlossen, diesen Weg mitzugehen, wie Herbert Albrecht jüngst ausführte. Voraussetzung, das Vorhaben umzusetzen, war jedoch der Erwerb einiger an die Kreuzung angrenzender Grundstücke durch die Gemeinde. Nach Absprache mit dem Bauamt soll im Umgriff des Kreuzungsbereichs auch ein rund 150 Meter langer Fuß- und Radweg zur Anbindung des Übergangs entstehen.
Ist dieses kurze Stück nördlich entlang der B14 bis Ende April 2024 fertiggestellt, soll es nach der aktuellen Zeitplanung mit der Ampel für Fußgänger und Radfahrer gleich weitergehen. Die Entwürfe des Projekts hat das vom Gemeinderat beauftragte Planungsbüro Christofori bereits vorgelegt. „Nach Fertigstellung durch die Gemeinde wird das Staatliche Bauamt mit dem Bau der Lichtzeichenanlage beginnen“, ließ Albrecht die Gemeinderäte wissen. Spätestens Ende 2024 soll die Ampel stehen.