Gebühren gehen hoch: Sterben wird in Uffenheim deutlich teurer | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.05.2025 20:01

Gebühren gehen hoch: Sterben wird in Uffenheim deutlich teurer

Auf dem Wallmersbacher Friedhof soll ein neues Urnenrasengrabfeld entstehen. Hierfür wurde ein Stein hergerichtet, der aus dem Dorf stammt und auf den Ortssprecher Thomas Gröschel sehr stolz ist. (Foto: Gerhard Krämer)
Auf dem Wallmersbacher Friedhof soll ein neues Urnenrasengrabfeld entstehen. Hierfür wurde ein Stein hergerichtet, der aus dem Dorf stammt und auf den Ortssprecher Thomas Gröschel sehr stolz ist. (Foto: Gerhard Krämer)
Auf dem Wallmersbacher Friedhof soll ein neues Urnenrasengrabfeld entstehen. Hierfür wurde ein Stein hergerichtet, der aus dem Dorf stammt und auf den Ortssprecher Thomas Gröschel sehr stolz ist. (Foto: Gerhard Krämer)

Die Stadt Uffenheim hat nach langer Zeit die Friedhofssatzungen wieder überarbeitet. Die städtischen Gottesäcker in den Ortsteilen können deshalb jetzt auch modernere Arten der Beisetzung bieten, beispielsweise mit einem Urnenrasengrabfeld. Insgesamt bedeutet dieser Schritt aber auch: Sterben wird noch ein wenig teurer.

Die Friedhöfe der Ortsteile Welbhausen und Wallmersbach werden von den Ortsteilbeauftragten im Namen der Stadt Uffenheim verwaltet. In Langensteinach, Wallmersbach, Welbhausen und Uffenheim unterhält die Stadt zudem jeweils ein Leichenhaus, schickte Bürgermeister Wolfgang Lampe voraus.

Friedhöfe müssen eigentlich kostendeckend sein. In Uffenheim ist die Stadt davon allerdings ein ganzes Stück entfernt, wie die Auflistung der Verwaltung verdeutlicht. Ob in den Aussegnungs- und Leichenhallen oder auf den Friedhöfen selbst: Es findet sich kein einziger Posten, bei dem die Gebühr die Kalkulation auch nur annähernd decken würde. „Dementsprechend wurden die Gebühren neu kalkuliert und durch die Verwaltung ein Gebührenvorschlag erarbeitet“, erläuterte Bürgermeister Lampe im Stadtrat.

Beim Urnengrab steigt die Gebühr von 100 auf 200 Euro

Die wurden nun also angepasst. Für ein Einzelgrab werden beispielsweise statt bislang 150 Euro künftig 400 Euro verlangt. Beim Urnengrab steigt die Gebühr von 100 auf 200 Euro. Für die Aussegnungs- und Leichenhallen fallen künftig ebenfalls höhere Nutzungskosten an.

„Derzeit fördert die Stadt den Friedhof“, machte Lampe klar. „Wir fahren ein Defizit ein – auch das sind Gründe für den Haushalt.“ Damit spielte er auf die sehr angespannte Finanzlage der Stadt an, die Rechtsaufsicht hatte wegen des Finanzplans für die kommenden Jahre den Etat für 2025 vorerst nicht genehmigt, die Stadt muss nun nacharbeiten. Zu den Gebühr-Defiziten kämen noch die Wegpflege und das Rasenmähen hinzu, so Lampe. Deshalb sollen künftig für Gräber auch Rasenpflegegebühren anfallen.

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„Es wird deutlich, wenn man die Zahlen sieht, dass es Zeit wird, die Satzung anzupacken“, kommentierte Wolfgang Barz (SPD). „Wir haben vielleicht sogar schon zu lange gewartet.“ Die erarbeiteten Vorschläge für die neuen Zahlen seien aus seiner Sicht „das Minimum“. Was er aber nicht so ganz verstand: „Die Ortsteile sind immer noch deutlich günstiger als Uffenheim.“

Künftig soll die Satzung häufiger geprüft werden

Barz bat dringend darum, die Gebührensatzung künftig alle fünf Jahre anzuschauen und mögliche Anpassungen vorzunehmen, um hohe Defizite zu verhindern. Achim Endreß (CSU) sah es ähnlich und plädierte ebenfalls dringend für eine regelmäßige Überprüfung. „Sterben wird teurer“, pflichtete auch Ursula Suchanka (SPD) bei. Da Beerdigungen mittlerweile aber teilweise mehr als 10.000 Euro kosteten, falle die jetzige Erhöhung auch insgesamt gar nicht allzu stark ins Gewicht.

Endreß sah so manchen Preis mit der überarbeiteten Satzung „fast verdreifacht“. Dennoch: „Eine deutliche Anhebung ist nötig.“ Andreas Zander (Bürgerliste) stieß ins selbe Horn. „Im kommunalen Bereich sind wir jetzt immer noch in einem völlig normalen Rahmen“, sagte er mit Blick auf andere Gemeinden, stellvertretend wurden Markt Bibart und Sugenheim genannt. Lampe sprach sich auch für längere Zeiträume aus, nicht für eine jährliche Abrechnung – vor allem auch, um die Verwaltung zu entlasten. Einstimmig wurde die Friedhofsgebührensatzung neu angepasst.

Bereits zuvor hatte noch ein weiterer Punkt zum Thema Friedhof auf der Tagesordnung gestanden: der Neuerlass der Friedhofssatzung. Auslöser dafür war gewissermaßen die Beobachtung, dass Angehörige immer häufiger Rasengräber für Urnen beantragen. Solche waren mit der alten Satzung jedoch nicht möglich. Auf Bitte der Friedhofsverwaltung wurde deshalb nun das Schriftstück aktualisiert. Auch die Ortsbeiräte wurden beteiligt.

Auslöser: die „Bedürfnisse der Zeit“

In der Satzung werden unter anderem auch Verhaltensregeln festgelegt, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, wie Lampe erklärte. Beispielsweise darf auf Friedhöfen nicht geraucht und gelärmt werden. Thomas Gröschel (FWG), der als Wallmersbacher Ortsteilbeauftragter direkt involviert war, erinnerte an den Entstehungsprozess – die Satzung sei über ein Jahr hinweg gediehen und „an die Bedürfnisse der Zeit“ angepasst worden. Eine Überarbeitung sei überfällig gewesen.

In Wallmersbach soll nun beispielsweise ein Urnen-Rasenfeld für 15 Gräber entstehen, sagte Gröschel. Dafür habe man einen schönen Stein im Dorf ausfindig gemacht, den die Familie Henninger stiftete. Lampe versprach, sich die Satzungen rund um den Friedhof künftig regelmäßiger anzuschauen – allerdings sei mit einer Neukalkulation auch viel Verwaltungsarbeit verbunden.

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