Für Rehaplätze gibt es einen großen Bedarf. So kann die Pflegebedürftigkeit von Senioren nach einem Oberschenkelhalsbruch vielfach durch eine zeitnahe Reha abgewendet werden. Doch jüngst ist in einer wichtigen entsprechenden Einrichtung speziell für Senioren die Zahl der Plätze massiv gesunken.
Die Rede ist von der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Bezirksklinikum in Ansbach. Sie ist auf dem weitläufigen Areal nahe der Klinikkirche in Haus 15 untergebracht.
Bis Ende April verfügte die Klinik für Geriatrische Rehabilitation auf zwei Stationen über insgesamt 50 Betten, so auf FLZ-Anfrage Karin Schulz, Kommunikationsmanagerin bei den Bezirkskliniken Mittelfranken.
Sie ergänzte: „Die Station 15/0 wurde zum 30. April 2023 umgewidmet in eine gerontopsychiatrische Station. Damit verfügt die Klinik für Geriatrische Rehabilitation seit Mai dieses Jahres über 28 Betten.“
Vor dieser Umwandlung hatte ihren Angaben zufolge die Wartezeit auf einen Platz in der Regel im Bereich von rund drei Wochen gelegen. Die Wartezeit habe sich jedoch, so der Stand am Tag der FLZ-Anfrage, „dadurch nicht verändert“, antwortete Karin Schulz mit Bezug auf die Bettenreduzierung.
Ist geplant, die umgewidmete beziehungsweise geschlossene zweite Station der Gerontopsychiatrie wieder zu eröffnen?, lautete eine weitere Frage der FLZ. Die Sprecherin antwortete: „Aufgrund der baulichen Situation am Bezirksklinikum Ansbach und der überwiegend aus der Gründungszeit des Klinikums stammenden Gebäude stehen für die gerontopsychiatrische Station, die in das Haus der Geriatrischen Rehabilitation umgezogen wurde, leider keine Ausweichmöglichkeiten auf dem Gelände zur Verfügung. Damit wird die ehemalige Reha-Station 15/0 bis auf Weiteres als gerontopsychiatrische Station geführt.“
Mit der Station 15/1 könne das Bezirksklinikum „aber trotz der Umwidmung weiterhin eine wohnortnahe Versorgung der geriatrischen Reha-Patientinnen und -Patienten aus dem Landkreis Ansbach gewährleisten“.
„Warum reduzieren die Bezirkskliniken, trotz des offenbar wachsenden Bedarfs, ihr Angebot an Betten für die geriatrische Reha dauerhaft derart massiv?“ Dazu teilte Karin Schulz mit: Der Bedarf an Reha-Plätzen steige „grundsätzlich allein aufgrund der Altersentwicklung in der Gesellschaft“, und sie ergänzte: „Durch die Einschränkungen während der Corona-Pandemie war die Belegung der Geriatrischen Rehabilitation jedoch rückläufig. Inwieweit die vielfach durch Personalmangel in Akutkrankenhäusern beschriebenen Bettenschließungen von bis zu 20 Prozent eine Auswirkung auf den nachgelagerten Bedarf an Reha-Angeboten haben, ist bisher noch nicht absehbar.“
Vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung getroffen worden, „die Bettenanzahl zunächst zu reduzieren, um so die Versorgung beider Patientengruppen – der geriatrischen wie der gerontopsychiatrischen Patientinnen und Patienten – im Bezirksklinikum weiterhin sicherstellen zu können“.
Die FLZ fragte zudem, ob die Bezirkskliniken, zumindest in naher Zukunft, Träger ihrer Ansbacher Klinik für Geriatrische Reha bleiben – und wie der aktuelle Stand der Gespräche mit Diakoneo zu früheren Überlegungen sei, dass Diakoneo die Klinik für Geriatrische Reha übernehmen könnte. Darauf antwortete Karin Schulz gestern: „Wir sind weiterhin im Austausch mit Diakoneo. Bis zu einem Abschluss der Gespräche führen die Bezirkskliniken Mittelfranken die Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Standort Ansbach weiter. Das Behandlungsangebot für geriatrische Rehapatientinnen und -patienten in der Region wird somit aufrechterhalten.“