Fluss- und Teichbewirtschaftung mag wenig mit Eisenbahn-Historie zu tun zu haben. In Schillingsfürst ist heuer aber Heimatfest, was nur alle fünf Jahre vorkommt. Da dürfen diese beiden Themen schon einmal miteinander verschmolzen werden. Passieren wird das am kommenden Wochenende bei einem Fest an der Wörnitzquelle.
So lädt die Stadt die Bevölkerung am Sonntag, 31. August, dorthin zu einem historischen Fischmarkt ein, der um 11 Uhr beginnt und etwa bis 17 Uhr dauern soll. Veranstaltungsgelände ist der Platz im Südwesten des Ortes an der Einmündung der Straße Am Bahnhof in die Dombühler Straße, wo sich die Quellfassung befindet. Von der Wörnitz ist an dieser Stelle noch nicht viel zu sehen. Das Flüsschen zeigt sich erst weiter südwestlich Richtung Wittum.
Dass an der Wörnitz bei Schillingsfürst jemals in großem Stil Flussfischerei betrieben wurde, ist zwar eher unwahrscheinlich. Nach einer schriftlichen Überlieferung der Ortschronik wurde aber, wie Bürgermeister Michael Trzybinski berichtet, erstmals im 16. Jahrhundert an der Wörnitzquelle ein Fischmarkt abgehalten.
An diese Tradition solle nun im Heimatfestjahr 2025 angeknüpft werden. Geplant gewesen sei eine solche Veranstaltung schon beim vorangegangenen Heimatfest 2020. Wegen der Pandemie sei damals aber fast jede Veranstaltung gestrichen worden, auch der Fischmarkt. Er freue sich, dass es heuer klappe, so Trzybinski.
Der kulinarische Teil wird laut Programm mit Karpfen- und Forellengerichten aus der Fischzucht in Unterahorn bei Feuchtwangen bestritten. Dazu gibt es das speziell für den Markt gebraute Bier „Karpfenlüstling” der Bruckberger Brauerei. Auch für stilistisch passende Unterhaltung ist gesorgt. Gegen 13.30 und 14.30 Uhr intoniert der Shantychor Altmühlsee Seemannslieder. Ansonsten liefert die Stadtkapelle Schillingsfürst den musikalischen Rahmen. Es gibt überdies eine Ausstellung der Teichgenossenschaft des Landkreises Ansbach sowie einen bunten Markt mit über 30 Ausstellern und Kinderbelustigung.
Eingebunden ist in den Ablauf auch die Enthüllung einer Stele mit Informationen zum ehemaligen Kopfbahnhof Schillingsfürst. Es sei ein lange gehegter Wunsch, diesen früheren Zughaltepunkt, der sich in direkter Nachbarschaft der Wörnitzquelle befand, sichtbar zu würdigen, so Trzybinski.
Erfreulicherweise habe auch ein Originalbauteil erhalten und restauriert werden können. Dieser Abschlussstein sei neben der Stele platziert. Er trägt die Aufschrift mit der Aufschrift „70 von Nürnberg”. Das ist eine Kilometerangabe, denn diese Streckendistanz lag früher zwischen Schillingsfürst und der größten Stadt Frankens.
Der Haltepunkt Schillingsfürst, an den die Straßenbezeichnung „Am Bahnhof” erinnert, war Teil der Nebenstrecke über Wörnitz nach Dombühl, die 1905 in Betrieb ging und später über Oestheim, Bockenfeld und Gebsattel Richtung Rothenburg erweitert wurde. Die Nutzung der Schienenstrecke wurde 1971 eingestellt. 1980 begann der Rückbau der Gleise.