Er wollte vor allem den Schöpfer der Reichsstadttage, Rudolf Hundertschuh, ehren, aber auch eine Basis zum Nachdenken über die Zukunft des Festes schaffen. Das ist dem Verkehrsverein um Dr. Karl-Heinz Schneider mit seinem Filmabend gelungen. Rund 200 Menschen kamen, um alte Schmalfilme zu sehen.
Der Ochsensaal war voll besetzt, als Schneider sein Anliegen erklärte. Als Motto des Abends gab er „50 Jahre Historienfest-Reichsstadttage – eine Stadt spielt sich selbst“ aus.
Bei den Schmalfilmen aus privater Hand, die anlässlich der Festtage 1974, 1978, 1992 und 1998 gedreht worden waren, handelt es sich um „zusammengesetztes, aber bewusst ungeschnitten gelassenes Material“. Schneider: „Ganz sicher werden Sie in der Zusammenstellung die damalige und bisher einmalige Idee eines historischen Bürgerfests erkennen, ein Fest, in das eine Vielzahl Rothenburger Bürger eingebunden war, deren damalige Spielfreude und Begeisterung bis heute sichtbar bleibt. Rothenburgs Fest war auch der Nukleus, der Kern, für viele weitere derartige Veranstaltungen landauf und landab.“
Ein Jubiläum besteht nicht nur im Jetzt und Heute, sondern beinhaltet natürlich auch eine Rückschau.
Er erklärte auch, warum der Verkehrsverein gerade jetzt die Filme zeige – nach dem Jubiläumsjahr: „Ein Jubiläum besteht nicht nur im Jetzt und Heute, sondern beinhaltet natürlich auch eine Rückschau.“ Er erklärte: „Wir haben den Ablauf des von unserem Kulturamt großartig angelegten Programms abgewartet und sind der Meinung, dass eine Sache dabei zu kurz gekommen ist, nämlich eine entsprechende Würdigung des damaligen Gründers und Motors des Ereignisses, des Verkehrsdirektors Rudolf Hundertschuh, dem es in einmaliger Weise gelang, seine Mitbürger zu begeistern und mitzunehmen, um so ein Ereignis ins Leben zu rufen, dass nun seit mehr als 50 Jahren unserer Stadt Berühmtheit und auch einen nicht unerheblichen Geldsegen bescherte und beschert.“ Schneider schloss so: „Dies ist sicherlich ein einmaliger Fall der Fremdenverkehrspolitik der Stadt. Warten wir also aktuell auf weitere derartige Ereignisse.“
Es folgten gute eineinhalb Stunden voller Film, Erinnerungen und vielen bekannten Gesichtern – was dann immer gut zu erkennen war, wenn ein Raunen, Lachen oder Seufzen durch den Saal ging. Zu sehen waren immer wieder Szenen, die auch heute noch die Reichsstadttage prägen wie zum Beispiel die Bäckertaufe in der Herrngasse sowie der Fackelzug in der Dunkelheit. Zu sehen waren aber auch eine Postkutsche und Gruppen wie zum Beispiel Dudelsackspieler, die mit der Historiengruppe Mummenschanz eher nichts zu tun haben.
Auch eine Rokoko-Gruppe war immer wieder im Bild – darunter Kinder, die im Barockstil gekleidet waren. Unter anderem tanzten sie im Burggarten vor großem Publikum. Auch die Künstler am Plönlein waren immer wieder im Bild.
Am Ende des Abends zeigte sich Schneider hochzufrieden und kommentierte das so: „Sehr glücklich.“ Laut ihm waren sogar Leute gekommen, „die 1974 schon dabei waren“. Was ihm besonders aufgefallen ist: Wie aufwendig die Stadt früher während der Reichsstadttage geschmückt gewesen war. „Das ist schon beeindruckend.“ Eine Wiederholung des erfolgreichen Filmabends ist erst einmal nicht geplant.