Die Europäische Kommission zeigt sich offen für einen späteren Start von neuen Klimaschutzregeln für das Treibhausgas Methan. Nachdem er die Bedenken einer Mehrheit der Mitgliedstaaten angehört habe, habe er seine Mitarbeiter angewiesen, Möglichkeiten zur Verschiebung des Inkrafttretens zu prüfen, sagte Energiekommissar Dan Jørgensen am Rande eines Treffens mit den Energieministern der EU-Länder in Dublin.
Konkret geht es um Vorschriften zum Import von fossilen Brennstoffen, die eigentlich vom 1. Januar 2027 an gelten sollen. Jørgensen sagte, der erste Schritt sei nun, rechtliche Möglichkeiten zu prüfen. „Und letztlich liegt es natürlich auch an den Mitgesetzgebern, ob wir uns dafür entscheiden, dies zu tun.“
Methan ist ein Treibhausgas und für Klimaerwärmung und Luftverschmutzung verantwortlich. Es entsteht etwa in der Landwirtschaft, auf Mülldeponien und in der Öl- und Gasindustrie. Seit 2024 sind in der EU Regeln in Kraft, die für weniger Methan-Emissionen aus dem Energiesektor sorgen sollen. Ab Jahresanfang 2027 müssen Unternehmen für bestimmte Lieferverträge auch nachweisen, dass der Produzent im Herkunftsland seine Methan-Emissionen mindestens so sorgfältig überwacht und dokumentiert, wie es die EU von ihren eigenen Unternehmen verlangt.
Als ein Grund für eine mögliche Lockerung gilt die Versorgungssicherheit. „Es ist auch klar, dass wir angesichts eines Winters, der nach derzeitigem Stand schwierig zu werden scheint, alle Unsicherheiten, die wir beseitigen können, aus dem Weg räumen wollen“, sagte der Energiekommissar. Eine Verschiebung bedeute aber „in keiner Weise einen Rückzieher von unseren Ambitionen“.
Schon im Juli hatte die Kommission auch nach Druck der US-Gaslobby den Mitgliedstaaten empfohlen, in den kommenden drei Jahren keine Strafen gegen Unternehmen zu verhängen, die gegen bestimmte EU-Klimaschutzvorschriften für Methan-Emissionen verstoßen.
In der Bundesregierung bestand zuletzt Uneinigkeit zu den EU-Methanvorschriften. Energieministerin Katherina Reiche (CDU) sprach sich im Juli dafür aus, Importregelungen der Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) war zuletzt gegen eine Aussetzung und verwies darauf, dass sein Umweltressort federführend sei.
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